Knapp 3 Jahre nach dem Abschluss des Raumordnungsverfahrens ist noch immer nicht klar, wo die Mittelrheinbrücke genau stehen soll. Laut „RZ“ hat sich im zuständigen Landesbetrieb Mobilität herausgestellt, dass der Siegerentwurf eines internationalen Gestaltungswettbewerbs aus dem Jahr 2009 (!) besonders schutzwürdiges Gebiet wie die Rheininsel Ehrenthaler Werth berührt. Das schließt einen Bau zwar nicht komplett aus, lädt aber zu noch mehr Einsprüchen ein, als ohnehin schon zu erwarten sind. Jetzt prüft man 3 Alternativen, die etwas weiter stromaufwärts lokalisiert wurden. Eine davon würde linksrheinisch etwa am Hotel Landsknecht in St. Goar-Fellen beginnen, die andere auf der Höhe der B9-Überführung und die dritte am Fellner Yachthafen. Das Problem ist, dass sich die Unesco bisher nur mit dem Entwurf aus dem Jahr 2009 befasst und ihn gebilligt hat. Mit einer auch nur leicht veränderten Streckenführung wird ein neues Fass aufgemacht. Wann die Brücke wirklich gebaut und eröffnet wird, bleibt darum weiter offen. Der zuständige Landesbetrieb Mobilität wagt derzeit keine Prognose. Rhein-Zeitung (€), Landesbetrieb Mobilität (Infos zur Mittelrheinbrücke)
Foto: Siegerentwurf von Heneghan Peng, 2009 – Heneghan Peng Architects / Landesbetrieb Mobilität Rheinland-Pfalz
Millionen für die Buga
Investitionen mit Blick auf die Bundesgartenschau drücken die St. Goarer Finanzen ins Minus. Laut „RZ“ muss die Stadt im laufenden Haushaltsjahr voraussichtlich 950.000 Euro Schulden aufnehmen. Insgesamt sollen 4,9 Millionen Euro investiert werden, davon über 1,5 Millionen in die Sanierung der stadteigenen Burg Rheinfels. St. Goar kommt damit noch gut weg – den weitaus größeren Teil der Ruinen-Renovierung zahlt das Land. Stadt und Burg zählen zu den Schwerpunkten der Buga 2029. Stadtbürgermeister Falko Hönisch ist sich sicher, dass sich der finanzielle Einsatz bezahlt macht. O-Ton: „Wir haben hier eine historische Chance, und ich bin fest davon überzeugt, dass Sankt Goar in ganz besonderer Weise davon profitieren wird.“ Der ansonsten eher zerstrittene Stadtrat scheint es ähnlich zu sehen. Er stimmte dem Haushalt mit nur einer Gegenstimme zu. Rhein-Zeitung (€)
Bingen ohne Bling-Bling
Der Binger Stadtrat will Werbe-Wildwuchs im Stil amerikanischer Ausfallstraßen verhindern. Laut „AZ“ ist eine Gestaltungssatzung geplant, die augenfreundliche Standards setzt. Konkreter Anlass war ein Vorhaben für das frühere Scharlachberg-Gelände. Dort sollte ein – O-Ton – „teleskopierbare mobile LED-Bildschirmleinwand auf einem Anhänger“ platziert werden. Die blinkende Installation war nicht als Werbung für den Standort gedacht, sondern hätte weithin sichtbar x-beliebige Reklame ausgespielt. Der zuständige Ausschuss im Stadtrat lehnte ab. Weil sich die Anfragen häufen, sollen sich Verwaltung und Werbeindustrie künftig an eindeutigen Regeln orientieren. Allgemeine Zeitung (€)
