Industrielle Innovationskraft und bahnbrechende Designideen sind nicht die ersten Dinge, die einem im Oberen Mittelrheintal auffallen. Der Ursprung moderner Produktgestaltung ist es trotzdem. Hier entwarf der Bopparder Schreinermeister Franz Thonet (1796 – 1871) in den 30er Jahren des 19. Jahrhunderts seine ersten Stühle aus gebogenen Holzleisten; ein Design und eine Fertigungstechnik, die die damalige Möbelproduktion revolutionieren sollten. Thonet lieferte nicht nur schöne, sondern auch praktische Möbel – 100 Jahre vor Ikea ließen sich die Stühle leicht auseinandernehmen, transportieren und wieder zusammensetzen. Sein „Stuhl Nr. 14“ ist eines bekanntesten Möbelstücke der Welt. Berühmt wurde Thonet allerdings nicht in seiner Heimat, sondern in Wien. Dorthin vermittelte ihn der damalige österreichische Kanzler Clemens Fürst von Metternich, der selbst aus Koblenz stammte und Schloss Johannisberg bei Rüdesheim erworben hatte. („In Boppard werden Sie immer ein armer Mann bleiben. Kommen Sie nach Wien.“) Der SWR hat gerade einen Beitrag über Thonet veröffentlicht. Anlass ist ein neues Buch über den Bopparder Möbelpionier und sein Unternehmen. SWR, Museum Boppard (Thonet-Ausstellung)
Foto: Friedrich Gier
Der Ernstfall an der Loreley
Ein Schiffsunglück an der Loreley bewegte vor 15 Jahren das ganze Mittelrheintal. Am 13. Januar 2011 kenterte die 110 Meter lange Tanker „Waldhof“ in der Kurve vor St. Goarshausen. 2 der 4 Besatzungsmitglieder kamen ums Leben. Falsch verteilte Ladung hatte das Schiff im schwierigen Fahrwasser umkippen lassen. Der hohe Rheinpegel und vor allem die 2377 Tonnen Schwefelsäure an Bord machten die Bergung extrem schwierig. Einen Monat lang ging auf dem Rhein nichts mehr, mehrere hundert Schiffe stauten sich. In einem SWR-Beitrag erinnert sich Florian Krekel vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt in Bingen an den damaligen Ausnahmezustand. Die „Waldhof“ ist übrigens längst wieder im Einsatz – sie wurde aufgerichtet, abgeschleppt und repariert. Heute fährt sie unter dem Namen „Auriga“. SWR (Video)
Bohrende Fragen in Braubach
Rente mit 67 war für Dr. Wolfgang Gasteyer kein Thema, Rente mit 76 eigentlich auch nicht – trotzdem muss der Zahnarzt aus Braubach im kommenden Sommer wohl seine Praxis schließen. Wie die „RZ“ berichtet, hat ihm seine Vermieterin gekündigt – die evangelische Kirchengemeinde. Der Fall schlägt in Braubach hohe Wellen. Die finanzschwache Gemeinde sei mit Unterhalt und Instandhaltung des Gebäudes überfordert, heißt es. Besser als in Braubach sieht es unterdessen in Bacharach aus. Dort eröffnet der gebürtige Rheindiebacher Dr. Walter Stelter demnächst eine Zahnatztpraxis in den ehemaligen Räumen der Sparkasse. Rhein-Zeitung (€)
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