Frank Zimmer

Urbane Lücken: So sieht’s aus

St. Goarshausen mit Burg Katz. Foto: Andreas Pacek, fototour-deutschland.de/Romantischer Rhein Tourismus GmbH (CC BY 4.0 https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/

Forscher der Uni Koblenz haben gemeinsam mit Einwohnern vor Ort den Leerstand in 4 Mittelrhein-Städten vermessen. Der Befund klingt nicht gut. In Bacharach, Oberwesel, St. Goar und St. Goarshausen stehen ungefähr 10 Prozent der Gebäude ganz oder teilweise leer bzw. sind ganze Grundstücke nicht bebaut. 82 Prozent der nicht genutzten Immobilien stammen aus der Zeit vor 1950 und rund 61 Prozent gelten als „stark sanierungsbedürftig“. Insgesamt wurden für das Projekt „Urbane Lücken“ über 3.400 Gebäude erfasst, dabei unterstützten rund 30 Einheimische – oder wie es im Uni-Sprech heiß: „Bürgerwissenschaftler*innen“. Die Diagnose ist hart, aber die notwendige Voraussetzung für eine Therapie. Erstmals erhalten Bürgermeister und Stadträte einen systematischen Überblick über die Situation in ihren Kommunen und die Datengrundlage für strategische Entscheidungen z. B. zur Stadtentwicklung, zum Standort-Marketing oder zur Akzeptanz von Ferienwohnungen. Auch der Aufbau eines interkommunalen Leerstandskatasters wäre möglich – das würde allerdings voraussetzen, dass die Kommunen am Ball bleiben und die Daten pflegen. Am Mittelrhein ist man ziemlich gut darin, Fördermittel und interessante Projekte an Land zu ziehen. Dagegen fällt es deutlich schwerer, Dinge dauerhaft zu finanzieren und in Gang zu halten. Interessant ist übrigens, dass alle 4 untersuchten Städte ähnliche Leerstandsquoten aufweisen. Laut Uni-Geograph Dr. Jonas Birke gibt es in den Daten „keine Ausreißer“. Informationsdienst Wissenschaft (Pressemitteilung)
Foto: Andreas Pacek, fototour-deutschland.de/Romantischer Rhein Tourismus GmbH / CC BY 4.0

Ein kleines Plus

Apropos Zahlen: Der Tourismus im Mittelrheintal wächst – wenn auch bescheiden. Die Tourismusorganisation „Romantischer Rhein“ meldet für 2024 exakt 1.180.766 Übernachtungsgäste, das sind 0,3 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Die Zahlen des Statistischen Landesamtes Rheinland-Pfalz decken allerdings nur einen Teil des Welterbegebietes ab. Nicht erfasst sind die hessischen Kommunen Rüdesheim und Lorch. Auch Bingen ist nicht dabei; es zählt statistisch gesehen zu Rheinhessen. Dafür werden auch die Orte des Unteren Mittelrheintals bis zur Landesgrenze nach NRW mit gerechnet. Pressemitteilung per Mail

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