Redaktion

Tunnelblick in Rüdesheim und Herz für die Walnussallee

Blick auf Rüdesheim.

Dass CDU-Politiker um ein Veto der Unesco betteln, kommt nicht oft vor. Aber in Rüdesheim scheint es die einzige Möglichkeit zu sein, ein jahrzehntelanges Problem zu lösen: die Bahnschranke mitten auf der Bundesstraße. Laut „Wiesbadener Kurier“ hoffen die wichtigsten CDU-Politiker der Region, dass die Unesco die geplante Brücke über die Gleise ablehnt. Ein solcher Bau „würde den gesamten Eingang in das Welterbe deutlich nachteilig verändern“, zitiert die Zeitung aus einer gemeinsamen Erklärung des Bundestagsabgeordneten Klaus-Peter Willsch, des hessischen Landtagsmitgliedes Ingo Schon und von Rheingau-Taunus-Landrat Sandro Zehner . Ihr Kalkül ist, dass die Bahn dadurch zu einem Tunnelbau gezwungen würde. Diese Variante war 1998 (!) schon einmal beschlossene Sache, dann aber wegen zu hoher Kosten verworfen worden. Seitdem hat sich wenig getan. Aktuell zuständig ist ein Parteifreund von Willsch, Schon und Zehner, der neue Bundesverkehrsminister Steffen Bilger. Wiesbadener Kurier (€)
Foto: Marlies Steinmetz / RÜD Tourismus

„Wir können Niedrigwasser nicht einfach wegbaggern“

Apropos Mittelrhein-Verkehr. Das extreme Niedrigwasser verschwindet derzeit aus den Schlagzeilen, aber die Diskussion über den Dürresommer geht weiter. Die „Frankfurter Rundschau“ hat in einem lesenswerten Artikel unterschiedliche Positionen zusammengetragen. Demnach sieht der Biologe Christian Wolter vom Berliner Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei die geplante Rheinvertiefung im Welterbetal („Abladeoptimierung Mittelrhein“) nicht als Allheilmittel. O-Ton: „Wir können Niedrigwasser nicht einfach wegplanen oder wegbaggern“. Wolter schlägt vor, am Wasserhaushalt rund um den Rhein anzusetzen, Zuflüsse zu renaturieren und für mehr Auen und Feuchtgebiete zu sorgen. Klimageograf Enno Nilson von der Bundesanstalt für Gewässerkunde warnt im selben Artikel vor Panikmache. Der Rhein werde wirtschaftlich weiterhin nutzbar sein, 2026 sei kein „neues Normal“. Frankfurter Rundschau

Ein Herz für die Walnussallee

In Lahnstein wehrt sich eine Bürgerinitiative gegen die Abholzung von bis zu 81 Walnussbäumen am Rheinufer. Die Stadt will für den Ausbau des Radwegs opfern, verspricht aber die Neupflanzung von über 120 Bäumen. Walter Hachenberg von der Naturschutzorganisation BUND kann darüber laut „RZ“ nur – O-Ton – „müde lächeln“. Es brauche 60 Jahre, um den jetzigen Bewuchs wiederherzustellen, heißt es. In Lahnstein schlagen die städtischen Pläne hohe Wellen. Über 1000 Bürger unterstützen bereits eine Unterschriftensammlung zum Schutz der Walnussallee. Rhein-Zeitung (€)

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