Die Herabstufung zur „Regio-Klinik“ ist die einzige Möglichkeit, das Binger Krankenhaus wenigstens in Teilen zu retten. „Die Lage war und ist denkbar schlecht“, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt Bingen. Sie hatte seit der ersten Hospital-Insolvenz 2024 gemeinsam mit dem Kreis Mainz-Bingen fast 16 Millionen in den Betrieb gesteckt; im vergangenen Frühjahr war das Krankenhaus trotzdem wieder pleite. Jetzt soll das Angebot zusammengestrichen werden. Ähnlich wie in Boppard werden einzelne Abteilungen inklusive der Rund-um-die-Uhr-Notfall-Chirurgie geschlossen. „Je nach Konzeptionierung wären eine internistische Notaufnahme, ein Bettenangebot bis 50 Betten sowie eine geriatrische Abteilung und eine Palliativ-Station denkbar“, erklärt die Stadt. Im angeschlossenen Medizinischen Versorgungszentrum bliebe eine ambulante chirurgische Ambulanz verfügbar. Stadt, Kreis und das Land Rheinland-Pfalz wollen für die Umstrukturierung gut 5 Millionen Euro bereitstellen. Derzeit beschäftigt das Krankenhaus rund 300 Menschen. Wie viele Arbeitsplätze erhalten bleiben, ist unklar. Der Neustart als Regio-Klinik ist für den 1. Januar geplant. Damit verbleibt als einzige voll ausgestattete Klinik im Oberen Mittelrheintal – Koblenz ausgenommen – nur das Krankenhaus Rüdesheim. 2020 gab es noch 5 Krankenhäuser der Allgemeinversorgung, darunter Oberwesel, Lahnstein und Boppard. Stadt Bingen (Pressemitteilung), SWR
Foto: Stadt Bingen / Gabi Gsell
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