In der Oberweseler Innenstadt gibt es bald wieder Lebensmittel zu kaufen – aber anders, als man es gewohnt ist. Am 6. November eröffnet in der Liebfrauenstraße das erste „Regiokontor“ am Mittelrhein. So nennt der gebürtige Oberweseler Axel Link seinen neuen Automatenladen. Anders als seit einigen Wochen in Bacharach soll es hier nicht nur Snacks und Getränke geben, sondern auch regionale Kost und vollwertige Mahlzeiten. Kooperationspartnerin ist die Metzgerei Zinnecker & Schmidt aus Rheinböllen. Für Link ist es buchstäblich ein Nebengeschäft, der frühere SWR-Reporter arbeitet im Hauptberuf als Medienunternehmer. Allerdings ist das „Regiokontor Oberwesel“ die Fortsetzung einer Familientradition mit anderen Mitteln: Links Großeltern und Eltern führten im selben Haus bis in die 90er Jahre hinein einen klassischen Lebensmittelladen. Laut einer wortreichen Pressemitteilung soll das „Regiokontor Oberwesel“ auch anderswo Schule machen. Die Idee ist, dass unter der Marke Regiokontor weitere Automatenläden entstehen, die von lokalen Betreibern mit Ortskenntnis selbständig geführt werden. Gemeinsam wären vor allem das Logo und die technische Infrastruktur. Im Stadtkern von Oberwesel gibt es seit Jahren weder Supermarkt noch Metzgerei. Der Lebensmittelhandel in Form von Rewe, Aldi und Lidl hat sich komplett ins Gewerbegebiet verlagert. Press Network (Pressemitteilung)
Foto: Romantischer Rhein / Henry Tornow
Geduldsprobe in Lahnstein
Was wird zuerst eröffnet – die sanierte Lahnsteiner Stadthalle oder doch die Mittelrheinbrücke? Diese Frage stellt sich nach der Lektüre eines „RZ“-Artikels. Demnach ist 3 Monate nach der abrupten Schließung der Halle weiterhin unklar, wann und wie es dort weitergeht. Laut Zeitung steht noch nicht fest, ob der bisherige Betrieb jemals wieder möglich ist. „Dafür braucht es eine grundlegende Ermittlung des Zustands und des festgestellten Sanierungsbedarfs“, zitiert Redakteur Tobias Lui aus einer Stellungnahme der Lahnsteiner Verwaltung. Bei dem markanten Gebäude im psychedelischen Stil der 70er stimmt der Brandschutz nicht. Schon 2015 gab es erste TÜV-Hinweise, es folgten immer weitere Mängelberichte und spätestens seit 2023 bemühten sich externe Ingenieure und Gutachter vergeblich um eine Lösung. Das Problem ist, dass tief in den Eingeweiden an schwer zugänglichen Stellen der Halle gearbeitet werden muss. Der Denkmalschutz macht die Operation nicht einfacher. Die bunte Fassade und der darauf abgestimmte Teppichboden sind Werke des Künstlers Otto Herbert Hajek (1927-2005). Erst 2018/2019 war alles renoviert worden. Damals schrieb die „Rhein-Zeitung“ mit Blick auf den Abschluss der Arbeiten: „Dann wird das Gesamtkunstwerk Stadthalle, das 2008 in die Liste der Kulturdenkmäler Rheinland-Pfalz aufgenommen wurde, wieder farbig wie in den 70er-Jahren erstrahlen und auch noch für nachfolgende Generationen in bestem Zustand erhalten bleiben.“ Rhein-Zeitung (€, 2025), Rhein-Zeitung (€, 2019)
Haseneier will verlängern
Boppards Bürgermeister Jörg Haseneier liebäugelt mit einer weiteren Amtszeit. Ihm gefallen “das Leben und Arbeiten in Boppard sehr”, sagte der 59-Jährige in einem Interview mit der Wochenzeitung „Rund um Boppard”. Wenn er gesund bleibe und weiterhin Vertrauen genieße, könnte er sich “durchaus vorstellen, 2029 noch einmal für das Amt des Bürgermeisters zu kandidieren.” Der Rechtsanwalt aus dem Westerwald war 2022 für die CDU ins Rennen gegangen. Er setzte sich damals gegen Niko Neuser (SPD) und den parteilosen Philipp Loringhoven durch. Vor der nächsten Wahl in Boppard werden im Welterbetal noch 3 andere hauptamtliche Posten vergeben: Im kommenden Jahre stehen (Ober-)Oberbürgermeisterwahlen in Bingen und der Verbandsgemeinde Hunsrück-Mittelrhein an, 2028 folgt die Verbandsgemeinde Loreley. Rund um Boppard (Printausgabe)
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