Wer in Bingen einen guten Weihnachtsmarkt auf die Beine stellen will, braucht gute Ideen und noch bessere Nerven. Die Konkurrenz im gegenüberliegenden Rüdesheim ist riesig und die Binger Innenstadt eine atmosphärische Problemzone. In den vergangenen Jahren wirkte das Angebot so trostlos wie Spekulatius im Winterschlussverkauf. 2026 soll alles anders werden. Der Oppenheimer Event-Unternehmer Jürgen Metschurat („Jim’s Weinbox“) organisiert gemeinsam mit der städtischen Marketinggesellschaft das neue Format „Binger Winterlichter“. Der Markt findet am 1. Adventswochenende auf dem Bürgermeister-Neff-Platz mit Blick auf Burg Klopp statt. Laut „AZ“ haben sich mehr als genug Gastronomen, Winzer und Kunsthandwerker gefunden. Allerdings sei kein einziger Aussteller aus Bingen dabei. Für das geringe Interesse der einheimischen Gewerbetreibenden habe man keine Erklärung, heißt es. Allgemeine Zeitung (€)
Foto: Stadt Bingen
The Oscar goes to Boppard
Der „Sondermann“ ist ein Preis für komische Kultur in der Tradition der „Frankfurter Schule“, eine Art Oscar für Cartoonisten und Satire-Künstler. Benannt wurde er nach einer Figur des legendären und leider viel zu früh verstorbenen „Titanic“-Zeichners Bernd Pfarr (1958-2004). In der Jury sitzen u. a. „FAZ“-Redakteur Patrick Bahners und der frühere „Titanic“-Chefredakteur und heutige „Welt“-Kolumnist Hans Zippert. Falls Sie sich jetzt fragen, was das alles mit dem Mittelrhein zu tun hat: Preisträger 2026 ist Frank Kunert aus Boppard, als international ausgezeichneter Fotograf und Baumeister skurriler Welten eine Satire-Klasse für sich. „Anders als Gott baut er seine Welten in mehr als sechs Tagen in mühsamer und präziser Kleinarbeit selbst zusammen“, heißt es in der Begründung. Kunerts Kunst sei “ aufklärerisch, unheimlich, komisch und unheimlich komisch.“ Sondermann-Preis, Caricatura Museum Frankfurt (Preisverleihung / Begründung), Frank Kunert (Website des Künstlers)
Was für ein Früchtchen
Obstbau im Nebenerwerb in Spay, das war früher gang und gäbe und klingt auch heute noch unspektakulär. Aber es gibt auch hier etwas Neues und Außergewöhnliches. Auf stillgelegten Rebflächen oberhalb des Ortes haben der gebürtige Kolumbianer Carlos Beltran und seine Tochter Martina Physalis-Früchte gepflanzt, daneben bauen sie Weinbergspfirsiche und Quitten an. Physalis wächst eigentlich in den südamerikanischen Anden, sie fühlen sich aber auch am Rand des Bopparder Hamms wohl. Eine Sat.1-Reportage zeigt, wie die Ernte abläuft und was die Physalis ( auch „Andenbeere“ genannt) ausmacht: Joyn (Sat.1-Mediathek), Physalia Mittelrhein (Website des Betriebs)
