Nach dem brutalen Frostjahr 2024 hat sich die Weinproduktion am Mittelrhein wieder normalisiert. Laut Schätzungen des Statistischen Landesamt Rheinland-Pfalz flossen im zurückliegenden Herbst rund 37.000 Hektoliter Most in die Tanks und Fässer. Im Jahr zuvor waren es nur 10.700 Hektoliter. Damals hatten mehrere Frostnächte im Frühjahr unzählige Reben ruiniert. 2025 umfasste das Anbaugebiet Mittelrhein noch 429 Hektar Weinberge, 2 Hektar weniger als im Vorjahr. 2002 waren es noch über 470 Hektar. Wegen der weltweiten Absatzkrise der Weinbranche rechnen Experten auch am Mittelrhein mit weiterem Flächenschwund. Das Anbaugebiet ist mittlerweile das kleinste in Deutschland. Es überschneidet sich nur teilweise mit dem Oberen Mittelrheintal, denn weinrechtlich beginnt der Mittelrhein erst in Kaub bzw. Trechtingshausen, um weit hinter Koblenz im nordrhein-westfälischen Königswinter zu enden. Die hessischen Weltebe-Städte Lorch und Rüdesheim zählen offiziell zum Rheingau, Bingen überwiegend zu Rheinhessen und Bingerbrück zum Anbaugebiet Nahe. Statistische Ämter des Bundes und der Länder (Mostmengen)
Foto: Marco Rothbrust/Romantischer Rhein Tourismus GmbH/CC BY 4.0
Investieren oder verlieren
Wie überall am Mittelrhein geht es auch im Bacharacher Haushalt um jeden Cent. Alleine für die Sanierung des historischen Rathauses und der Stadtmauer sind in den kommenden Jahren über 10 Millionen Euro fällig. 90 Prozent der Kosten werden über Fördermittel erstattet, aber bevor das Land zahlt, muss die chronisch klamme Stadt in Vorleistung gehen – und neue Schulden aufnehmen. Immerhin hält man in der Stadt zusammen – laut „AZ“ stehen alle 3 Stadtratsfraktionen hinter den Investitionen, die mit Blick auf das Buga-Jahr 2029 und die Zeit danach angeschoben wurden. Noch in diesem Jahr sollen erste Vermessungs- und Bodenarbeiten auf dem zukünftigen Bundesgartenschau-Gelände am Rheinufer starten. Zuständiger ehrenamtlicher Beigeordneter ist Hotelier und Radio-Koch Andreas Stüber („Rheinhotel“) Allgemeine Zeitung (€)
Bibbern in Bingen
Apropos Radio: Harald Reitemeyer ist wider Willen zum Thema für den SWR geworden. Der Binger Friseurmeister („Harald’s Haarwerkstatt“) sitzt seit mehreren Wochen im Kalten, weil sein Salon in der Schmittstraße nicht mehr beheizt werden kann. Eigentümer des Geschäftshauses ist der Immobilienkonzern Vonovia. Laut SWR ist Reitemeyer nicht der einzige Fall in Rheinland-Pfalz. Der Sender berichtet über weitere Vonovia-Mieter, die ohne eigene Schuld in ihren Wohnungen frieren. Reitemeyer versuchte sich anfangs mit Heizlüftern und Wasserkochern zu behelfen, mittlerweile ruht sein Betrieb. Jetzt hofft er auf baldige Reparatur – und darauf, dass die Kunden zurückkommen. SWR
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