Redaktion

Die Rettung des halben Schoppens

Weinberge bei Lorch am Rhein. Foto: Walk like a local, Rüdesheim

Was der Rüdesheimer Internist Dr. Johannes Scholl in der „Frankfurter Allgemeinen“ erklärt, wird am Mittelrhein runtergehen wie Riesling Spätlese. In einem Interview mit den „FAZ“-Redakteuren Peter Badenhop und Marco Dettweiler rät Scholl ausdrücklich nicht vom täglichen halben Schoppen ab, im Gegenteil: Ein gut gefülltes Glas zum Essen – idealerweise mediterrane Küche – sei in der Regel gut für die Gesundheit und senke u. a. das Diabetes-Risiko. Die Empfehlung gilt natürlich nicht für Alkoholiker, Menschen mit Leberleiden und andere chronisch Kranke. Auch sonst gibt es laut Scholl klare Grenzen: Bei einem halber Liter seien die Vorteile dahin und alles darüber hinaus werde immer gefährlicher. In der „FAZ“ geht der Mediziner, Ernährungsexperte und Buchautor („Diabetes zurück auf Null“) auch auf internationale Studien ein, die den vergangenen Jahren den Trend zum Antialkoholismus befeuert haben. Scholl sieht methodische Mängel und einen Mix aus Aufmerksamkeitsökonomie, Medienhysterie und Lobbyismus am Werk. Der aktuelle Hang zur Abstinenz belastet nicht nur am Mittelrhein Weinbaubetriebe und Gastronomen. Frankfurter Allgemeine Zeitung (€), Prevention First (Praxis-Website)
Foto: Walk like a local / Stadt Rüdesheim

Von Null auf 21 Hektar

Wo wir gerade beim Riesling sind. Im Rhein-Main-Teil der „FAZ“ ist ein Artikel über das Bacharacher Weingut Baer erschienen. Der Betrieb ist einer der jüngsten, aber auch einer der größten im Anbaugebiet Mittelrhein. Im Kern geht er auf das Ur-Bacharacher Weingut Friedrich Bastian zurück, zu dem auch die Rheininsel Heylesen Werth gehörte. Die baden-württembergische Unternehmerfamilie Bär kaufte 2021 Keller und Weinberge und pachtete die Insel dazu, während das Stammhaus mit der legendäre Weinstube „Zum Grünen Baum“ im Besitz der Bastians blieb. Familie Bär kam mit 2 Generation nach Bacharach. Hermann und Gabi Bär gehören laut „FAZ“ im Südwesten insgesamt 7 Apotheken und ein Weinhandel, ihr Sohn Peter ist Absolvent der renommierten Wein-Hochschule in Geisenheim. Durch weitere Übernahmen ist ihr Weinbergsbesitz in und um Bacharach mittlerweile auf 21 Hektar angewachsen, dazu kommen mehrere Immobilien in der Stadt. Rentabel ist der Betrieb noch nicht, dazu waren die Investitionen zu groß und die Startbedingungen zu schwierig – auch die Bärs spüren die Rezession in der Weinbranche. „Der Verkauf ist unsere größte Baustelle“, zitiert die „FAZ“ den Seniorchef. 2026 hofft man in der Bilanz auf „eine rote Null“. Frankfurter Allgemeine Zeitung (€), Weingut Baer

Braubach zieht’s durch

Der Braubacher Abendumzug ist gerettet. Nach dem Hilferuf der bisherigen Veranstalter fanden sich mehrere Dutzend Ehrenamtliche, die das Karnevalsprojekt weiterführen. Neu ist die Beteiligung der Stadt. Sie fungiert jetzt als Veranstalterin, regelt den Versicherungsschutz und räumt damit das größte Hindernis aus dem Weg. Die früheren Organisatoren vom Verein „Hässte mich gefrocht“ hatten u. a. wegen ungeklärter Haftungsfragen kapituliert. „Uns war es einfach wichtig, dass dieses schöne Brauchtum erhalten bleibt“, zitiert die „RZ“ Braubachs Stadtbürgermeister Günter Goß. Der Abendumzug 2026 startet am 13. Februar um 19 Uhr 11. Stromaufwärts in St. Goarshausen herrscht dagegen Fastnachtsflaute. Hier fällt der reguläre Umzug in diesem Jahr aus. Für den zuständigen Verein sei es momentan nicht zu stemmen, heißt es. Rhein-Zeitung (€)

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