Die Investitionen in Bingens Stadtbibliothek zahlen sich aus. Im vergangenen Jahr verzeichnete die „Bücherei hoch 3“ („Lesen, lernen, Leute treffen“) erneut Rekordwerte: Im Vergleich zu 2024 gab es rund 8 Prozent mehr aktive Nutzer, 4 Prozent mehr Neuanmeldungen und 8,4 Prozent mehr Besuche. Das geht aus öffentlich zugänglichen Sitzungsunterlagen für den Kulturausschuss des Stadtrates hervor. Die Bücherei ist seit 2020 in einem ambitionierten Neubau an der Nähe der Basilika untergebracht. Chefbibliothekarin Julia Löffler hat auch inhaltlich aufgeräumt. Sie positioniert die einstmals verstaubte Kultureinrichtung als bürgernahes „Binger Wohnzimmer“ und ermöglicht u. a. Vorlesestunden für Kinder, Spiele-Nachmittage, Tauschbörsen, Literaturkreise und Veranstaltungen wie die „Nacht der Bibliotheken“. Laut Jahresbericht registriert auch das Binger Stadtarchiv steigende Nachfrage. Im vergangenen Jahr gab es über 600 Anfragen und Besuche. Auffällig sei der “ Zuwachs an Anfragen aus dem Ausland, vor allem von Familienforschern, darunter auch Nachfahren jüdischer Familien, die einst aus Bingen emigriert sind“, heißt es. Stadtarchivarin Petra Tabarelli hat in den vergangenen Jahren viel dafür getan, um ihr Angebot bekannt zu machen und das Interesse an Binger Geschichte zu wecken. Sie nutzt dazu u.a. Facebook und Instagram, ihr erfolgreichster Post kam auf über 46.000 Aufrufe. Weniger gut läuft es im städtischen Museum am Strom. Hier ging die Besucherzahl um 8,7 Prozent auf rund 14.300 zurück. Auch die zwischenzeitlich eingerichtete Außenstelle in der „Villa Rupertsberg“ mit dem „Fahrstuhl in die Vergangenheit“ der Hildegard von Bingen konnte den Abwärtstrend nicht stoppen. Zum Vergleich: Im bisher besten Museumsjahr 2014 wurden rund 20.000 Besucher gezählt. Stadt Bingen (Sitzungsunterlagen für den Kulturausschuss am 12. März)
Foto: Stadt Bingen / Jochen Tack
Der Ofen ist aus
Apropos Bingen: Fans der alteingesessenen Bäckerei Stamm können aufatmen. Anders als befürchtet geht es mit dem 1903 gegründeten Betrieb noch nicht zu Ende – laut „AZ“ musste Stamm nur wegen eines technischen Problems kurzzeitig schließen. Der Ofen sei defekt, heißt es. Bis zum Abschluss der Reparaturarbeiten verkauft der Bio-Bäcker Ware des Kollegen Dhein aus Argenthal. Allgemeine Zeitung (€), Bäckerei Stamm (Website)
Wasserkraft aus St. Goar
Das Start-up Mittelrheinstrom ist mit seinem Wasserkraftprojekt an der Rheininsel Ehrenthaler Werth gescheitert, aber ein Unternehmen aus München scheint mit einer verbesserten Technologie mehr Glück zu haben. Die ersten „Energy Fishes“ produzieren bereits Strom. Die schwimmenden Mini-Kraftwerke, die weder Schifffahrt noch Tierwelt noch das Landschaftsbild stören, sind Thema einer kurzen SWR-Reportage. Langfristig sollen 124 Einheiten gut die Hälfte der Haushalte in St. Goar mit Strom versorgen können. SWR (Video)
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