Totgesagte leben – hoffentlich – länger. Für das fast schon abgeschriebene Bopparder Heilig-Geist-Krankenhaus gibt es eine letzte Chance. Der Stadtrat hat sich nach massiven öffentlichen Druck am Montagabend zu einem Angebot an den kommunalen Krankenhaus-Betreiber GKM durchgerungen. Demnach will die Stadt im laufenden und im kommenden Jahr insgesamt bis zu 2 Millionen Euro aufbringen, wenn der Standort Boppard erhalten bleibt. Das Geld muss über Kredite finanziert werden. Ob die von der Stadt Koblenz und dem Kreis Mayen-Koblenz dominierte GKM-Gruppe einschlägt, ist noch offen. Bürgermeister Jörg Haseneier zeigte sich in der Stadtratssitzung vorsichtig optimistisch. Er hatte zuvor tagelang mit dem Koblenzer Oberbürgermeister David Langner und mit Rechtsexperten verhandelt. Lagner ist Vorsitzender der Gesellschafterversammlung des GKK, er repräsentiert gemeinsam mit MYK-Landrat Marko Boos die Mehrheit der Anteilseigner. Der Plan musste auch juristisch abgesichert werden, denn das Engagement einer Kleinstadt ohne Beteiligung des Kreises ist im komplizierten deutschen Krankenhaussystem eigentlich nicht vorgesehen. Sollte man in Koblenz kommende Woche zustimmen, wären über 300 Arbeitsplätze fürs Erste gerettet. Das Bopparder Krankenhaus ist modern ausgestattet und genießt einen guten Ruf. Mitarbeiter und Unterstützer sind davon überzeugt, dass es in einigen Jahren wieder rentabel arbeitet. YouTube (Stadtratssitzung), Rhein-Zeitung (€)
Foto: Denise Bergfeld / Stadt Boppard
Einmal Rathaus und zurück
Der Lorcher Bürgermeister Ivo Reßler, 62, wechselt zurück in die Privatwirtschaft. Am Samstag endet seine Amtszeit im Rathaus und am Montag startet der gelernte Diplom-Ingenieur bei seinem neuen Arbeitgeber, einem Technologieunternehmen in Wiesbaden. Reßler hatte sich bei der Direktwahl 2019 als unabhängiger Kandidat und Quereinsteiger gegen den damaligen CDU-Bürgermeister Jürgen Helbing durchgesetzt. Nach 6 Jahren musste er sich CDU-Mann Oliver Lübeck geschlagen geben. „Ich kann hoch erhobenen Hauptes aus dem Rathaus gehen und werde das auch tun“, zitiert ihn der „Wiesbadener Kurier“. Reßler bleibt in Lorch wohnen und will sich weiter in Vereinen engagieren, darunter bei den „Freunden der Bundesgartenschau 2029 im Welterbe Oberes Mittelrheintal“. Wiesbadener Kurier (€)
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