Redaktion

Bingen im Bilde und finstere Pläne für Lorch

Binger Speisemarkt. Foto: Stadt Bingen / Torsten Sitz

Petra Tabarelli ist immer für eine nützliche Idee gut. Die Binger Stadtarchivarin hat u. a. eine wöchentliche Serie auf den kommunalen Social-Media-Kanälen etabliert, den „Archivdingstag“. Sie postet jeden Dienstag historische Bilder mit Zusatzinfos für Bingen-Fans. Tabarelli denkt aber nicht nur an die Vergangenheit, sondern auch an die Zukunft. Gemeinsam mit dem Geschichtsverein Historische Gesellschaft Bingen hat sie das Projekt „Stadtfotograf“ gestartet. Die Idee ist, die Binger Gegenwart fotografisch festzuhalten und für nachfolgende Generationen zu dokumentieren. Im Smartphone-Zeitalter wird zwar geknipst wie noch nie, aber fast genau so viel auf Nimmerwiedersehen abgelegt, vergessen oder gelöscht. Auch auf die Zeitungen ist nicht mehr unbedingt Verlass, denn die Lokalausgaben werden dünner, die Redaktionen kleiner und die Pressetermine weniger. Mit Jürgen Ries, Inka Grabowski, Sabine Körner-Bourne und Reiner Britz sind derzeit 4 ehrenamtliche Stadtfotografen im Einsatz. Allgemeine Zeitung (€)
Foto: Stadt Bingen / Torsten Sitz

Manubach als SPD-Paradies

Es gibt sie noch, die guten alten SPD-Hochburgen -wenn man sie sucht. Die „AZ“ wurde nach der rheinland-pfälzischen Landtagswahl u. a. in in Manubach fündig. Dort kam die Partei am 22. März auf fast 40 Prozent. Ortsbürgermeister Günter Seckler führt das traditionell starke SPD-Ergebnis auf eine ganze Generation zurück, die von den Debatten der 70er und 80er Jahren geprägt wurde. Seckler, Jahrgang 1958, gehört selbst dazu „Da hatten wir starke Jahrgänge im Ort, waren jung und politisch interessiert, haben viel zusammen unternommen und uns Gedanken gemacht, sind auch zu Demos gefahren“, zitiert ihn die Zeitung. SPD-Gemeinde Nr. 1 am Mittelrhein bleibt allerdings das rechtsrheinische Kamp-Bornhofen. Trotz deutlicher Verluste kam die Partei hier immer noch auf 41,9 Prozent. Allgemeine Zeitung (€)

Finstere Pläne für Lorch

Der „Wiesbadener Kurier“ erinnert an ein bizarres Bauprojekt, das dem Mittelrheintal zum Glück erspart blieb: Vor 100 Jahren sollte die idyllische Lorcher Rheininsel zur nationalen „Toteninsel“ werden. Der Düsseldorfer Architekt Karl Wach plante ein gigantisches „Reichsehrenmal“ für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges inklusive Stadion für 100.000 (!) Besucher. Zum Glück blieb es bei Skizzen und Zeichnungen, denn es fehlte das nötige Geld und vielleicht auch das politische Interesse – 1926 näherten sich die ehemaligen Kriegsgegner Frankreich und Deutschland wieder an und statt eines theatralischen Nationaldenkmals gab es den Friedensnobelpreis für die beiden Außenminister Aristide Briand und Gustav Stresemann. Dass das Schlimmste noch kommen sollte, wusste man nicht. Heute ist das Lorcher Eiland – genau genommen sind es 2 miteinander verbundene Inseln – ein Naturparadies und steht unter besonderem Schutz. Wiesbadener Kurier (€), Wikipedia (über das Lorcher Werth)

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