Redaktion

Ausverkauf in Hirzenach

Alte Propstei ins Hirzenach am Rhein. Foto: Friedrich Gier / Romantischer Rhein

Die katholische Kirche trennt sich von einem Stück Welterbetal. Sie hat die barocke Probstei in Hirzenach an einen Koblenzer Makler übergeben, der sie für 695.000 Euro anbietet. Der „Mansarddachbau aus dem Jahr 1716“ verbinde „historischen Charme mit vielseitigen Nutzungsmöglichkeiten“, heißt es auf der Website des Koblenzer Immobilienprofis Florian Bender. Die Propstei, ursprünglich ein Klostergebäude, diente lange als Pfarrhaus. Derzeit bietet sie Platz für 3 Wohneinheiten. In einer davon lebte bis kurz vor ihrem Tod 2023 die Ordensschwester und Menschenrechtsaktivistin Lea Ackermann. Die Propstei ist einer der letzten erhaltenen Barock-Ensembles auf der linken Rheinseite. 2018 war das Schieferdach erneuert und die Fassade gestrichen worden. Zur Denkmalzone gehört auch der historische Propsteigarten direkt vor dem Haus, ein Kunstwerk für sich. Nach der originalgetreuen Erneuerung und dank der Pflege durch einen Förderverein zählt er zu den bekanntesten Gärten im Welterbetal. Auch er steht jetzt zum Verkauf. Der Propsteigarten könne „optional gegen Aufpreis mit erworben werden“, heißt es. Immobilien von Poll (Makler-Seite), Rhein-Zeitung (€, Sanierung 2018)
Foto: Friedrich Gier / Romantischer Rhein

Der Traum von der heiligen Hildegard

Wer beim Marketing für Bingen nicht weiter weiß, hofft auf die heilige Hildegard. Die Kirchenlehrerin aus dem 12. Jahrhundert gilt als unterschätzte Wunderwaffe, deren Ruf Ströme von Touristen und Einkaufswilligen in die Stadt lenken könnte. Beim jüngsten „Zukunftsgipfel“ auf Burg Klopp argumentierten laut 3 Redner für mehr Hildegard-Marketing, darunter ImmobilientwicklerJan Rickel und Gastro-Funktionär Gereon Haumann. Das Problem ist, dass es in der Stadt fast nichts zu sehen gibt, was an die Heilige erinnert. Ihr früheres Kloster ist dem Erdboden gleichgemacht, sie selbst liegt auf der gegenüberliegenden Rheinseite in Rüdesheim begraben und ohnehin schwindet das Interesse an katholischen Heiligen so wie die Zahl der Kirchenmitglieder. Auch die Besucherstatistik des Binger Museums am Strom deutet nicht auf einen bevorstehenden Boom hin – die Nachfrage ist trotz Hildegard-Ausstellung und neuer virtueller Angebote („Fahrstuhl in die Vergangenheit“) rückläufig. Allgemeine Zeitung (€), Mittelrheingold (Hintergrund Museum)

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