Ohne Mittelrheiner wie Jürgen Goedert wäre der Wander-Boom im Welterbetal nicht möglich. Der frühere Leiter des St. Goarer Bauhofes kümmert sich seit 40 Jahren um die Wege rund um seine Heimatstadt. Goedert („Ich bin Ur-St. Goarer. Ich bin hier geboren und in die Schule gegangen“) zieht auch als Rentner fast jeden Morgen sehr früh los, repariert Schilder, erneuert Markierungen, räumt Müll weg und schneidet Wege frei – wenn’s sein muss, mit der Kettensäge. Pro Tag kommt der gelernte Handwerker auf bis zu 15 Kilometer Fußmarsch. In Gesellschaft ist Goedert noch besser als allein – dann kann er wie kaum ein anderer über die Geschichte und Geschichten aus St. Goar erzählen. In der Rhein-Hunsrück-Ausgabe der „Rhein-Zeitung“ ist gerade ein lesenswertes Porträt über den „Rheinfels-Ranger“ erschienen. Goederts Lieblingsstrecke ist übrigens der 8,3 Kilometer lange Panoramaweg: „„Das ist für mich der Weg, der St. Goar auch wirklich zeigt“. Rhein-Zeitung (€), Rheinland-Pfalz-Tourismus (Panoramaweg St. Goar)
Foto: Dominik Ketz/Romantischer Rhein Tourismus GmbH (CC BY SA 4.0)
Gestern ein König
Im Vergleich zu Jorge Mario Bergoglio alias Papst Franziskus gehörte Boris Michailowitsch Skossyrew zu den weniger prominentenEinwohnern Boppards. Aber sein Lebenslauf war mit mindestens so ungewöhnlich. Der gebürtige Russe mit Vorliebe für Monokel legte sich nach nach dem Zusammenbruch des Zarenreichs und der Emigration nach Westeuropa mehrere Adelsprädikate zu („von Skossyrew“, „Graf von Oranje“), gab sich als Geheimagent aus und kämpfte angeblich als deutscher Major im Zweiten Weltkrieg. Seinen größten Coup landete er in im Pyrenäen-Zwergstaat Andorra: Dort er spielte er im Sommer 1934 als „Boris der Erste“ fast 2 Wochen lang die Rolle des Monarchen, ehe das tatsächliche Staatsoberhaupt 4 spanische Polizisten zu Hilfe rief und ihn außer Landes schaffen ließ. Skossyrews schillerndes Abenteuerleben endete friedlich am Mittelrhein. In den 50er Jahren ließ er sich der Fürst a. D. in Boppard nieder. Dort starb er 1989 im gesegneten Alter von vielleicht 89 Jahren – genauer weiß man es nicht, denn Skossyrew machte auch aus seinem Geburtsjahr ein Geheimnis. Ein in Boppard vorgestellter Dokumentarfilm und ein Podcast der „RZ“ erzählen die ganze Geschichte. YouTube (Podcast)
Waschmaschine Ahoi
In Zeiten wie diesen freut man sich noch mehr als sonst über erfolgreiche Unternehmen. Der „Wiesbadener Kurier“ berichtet über ein Beispiel aus Rüdesheim. Dort behauptet sich der Familienbetrieb Viertler („Die Küchenhelden“) seit Jahrzehnten gegen die E-Commerce- und Billig-Konkurrenz. Inhaber Ingo Viertler profitiert dabei von einem nicht alltäglichen Geschäftszweig: Neben dem handelsüblichen Geschäft mit Küchengeräten und Waschmaschinen bietet er Spezial-Services für Kreuzfahrtschiffe an. Viertler ist dafür in ganz Europa unterwegs. An Bord sind für den Austausch oder die Reparatur von Waschmaschinen besondere Profis gefragt – die Geräte sind oft so groß und die Gänge so eng, dass im Extremfall das Deck aufgeschweißt werden muss. Wiesbadener Kurier (€)
Foto des Tages
Jetzt den Mittelrheingold-Newsletter abonnieren
Mittelrheingold Auslese: Jeden Freitag die wichtigsten Mittelrhein-Themen auf einen Blick. Hier geht’s zum kostenlosen Abo.
