St. Goarshausen arbeitet am Ruf als Chaos-Kommune am Mittelrhein. Laut „RZ“ dauerte die jüngste Sitzung des Stadtrates keine 9 Minuten. Es gab auch niemanden aus der Verwaltung, der sie hätte leiten können – der Bürgermeisterposten ist seit über einem Jahr vakant und von den beiden ehrenamtlichen Beigeordneten war der eine krank und der andere verschnupft. Daniel Daum, der nach dem Rücktritt von Stadtbürgermeisterin Anna Maria Ledwinka die GOH-Geschäfte kommissarisch führt, hatte demonstrativ abgesagt, weil ihm seine Aufwandsentschädigung nicht pünktlich ausgezahlt worden war. „Ich empfinde das als respektlos gegenüber dem Ehrenamt, dass man nicht bezahlt wird für die Leistung, die man erbringt“, zitiert ihn die Zeitung. Daum und der zweite Beigeordnete Harald Steil teilen sich die Aufgaben des Bürgermeisters, darum haben sie Anspruch auf insgesamt 1159 Euro monatlich. Die Aufteilung der Summe richtet sich nach den jeweiligen Arbeitsstunden. Offenbar gab es bei der zuständigen Verbandsgemeindeverwaltung im April Probleme, die korrekten Anteile zu ermitteln, zu berechnen und fristgerecht zu überweisen. Weil Daum und Steil nicht immer greifbar sind , würde man in St. Goarshausen gerne einen weiteren Beigeordneten wählen. Bisher hat sich aber auch hierfür noch niemand gefunden. Rhein-Zeitung (€)
Foto: Romantischer Rhein / Friedrich Gier
Das Leben ohne Fähren
Wer glaubt, dass es am Mittelrhein auch ohne Fähren geht und eine Brücke alle Probleme löst, sollte sich einmal in Boppard umsehen. Dort ist die Verbindung zur rechten Rheinseite nun schon 2 Monate unterbrochen und niemand kann sagen, wie es weitergeht. Im März hatte ein Tanker die Ufermauer und den Fähranleger beschädigt, seitdem ist der Betrieb eingestellt. Für Pendler und Schulkinder ist die Lage fatal, ihnen bleibt nur der mühsame Umweg über St. Goar und St. Goarshausen oder über die Koblenzer Südbrücke. Die Stadt Boppard kann sich nur um die Reparatur der Ufermauer kümmern, alles andere ist die unternehmerische Entscheidung des privaten Fahrbetriebs Hewel – er ist nicht Teil des Öffentlichen Nahverkehrs, erhält keine Subventionen und kann darum tun und lassen, was er für wirtschaftlich hält. Die Bopparder Fährkrise ist ein Vorgeschmack auf das, was nach dem Bau einer Mittelrheinbrücke kommen könnte: Eine logistischer Flaschenhals zwischen Fellen und Wellmich und ein Welterbetal ohne Fähr-Alternative. Rhein-Zeitung (€)
Rheinauen ahoi
Erleichterung in Bingen und Rüdesheim: Das geplante Wassersportverbot im Naturschutzgebiet „Inselrhein“ ist vom Tisch. Nach Informationen der „Interessengemeinschaft Inselrhein“ darf das Gebiet am Eingang des Welterbetals in den Sommermonaten weiterhin mit Motorbooten, Kajaks und SUPs befahren werden. Naturschützer und rheinland-pfälzische Landesbehörden hatten zuvor versucht, das geltende Verbot für die Winterperiode auf das gesamte Jahr auszudehnen. Später stellte sich heraus, dass nicht das Land, sondern der Bund zuständig ist. Wiesbadener Kurier (€), IG Inselrhein
Foto des Tages
Jetzt den Mittelrheingold-Newsletter abonnieren
Mittelrheingold Auslese: Jeden Freitag die wichtigsten Mittelrhein-Themen auf einen Blick. Hier geht’s zum kostenlosen Abo.
