Es gibt romantischere Mittelrhein-Bilder als die, die gerade bundesweit gesendet und gedruckt werden. Am Freitagmorgen ist der Pegel Kaub auf die historische Rekordmarke des Trockenjahres 2018 gesunken: 25 Zentimeter. Das extreme Niedrigwasser ist Thema für die „Tagesschau“ und überregionale Zeitungen. Der Frachtverkehr läuft weiter, wenn auch mit Einschränkungen. In der Fahrrinne ist noch Wasser unterm Kiel, zumindest bei reduzierter Ladung. Anders als bei Hochwasser sind keine amtlichen Fahrverbote vorgesehen. „Die Schifffahrt fährt, solange sie es für verantwortbar und wirtschaftlich hält“, zitiert die „RZ“ Claudia Thoma von der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt des Bundes. Die deutlich geringeren Frachtmengen bereiten der Industrie Sorgen. Laut Nachrichtenagentur Reuters hat z. B. der Chemiekonzern Evonik Mühe, die Logistik am Standort Marl im Ruhrgebiet wie gewohnt aufrechtzuerhalten. Der dortige „Chemiepark“, einer der größten Produktionsstätten der Branche, ist auf Lieferungen per Binnenschifffahrt angewiesen. Jetzt prüft Evonik Alternativen für die nächste Dürre – neben der Bahn sind Pipelines im Gespräch. Laut amtlicher Vorhersage ist noch keine Entspannung in Sicht. Für den kommenden Dienstag prognostiziert man in Kaub noch ein Zentimeter weniger. Rhein-Zeitung (€), Süddeutsche Zeitung (Reuters-Meldung), Elwis (amtliche Pegel-Prognose)
Bad Salzig an der Abbruchkante
Das abbruchreife frühere „Rhein-Hotel“ in Bad Salzig macht noch größere Probleme als gedacht. 3 Wochen nach dem Einsturz einer Decke brach am Mittwochabend ein weiteres Geschoss ein. Diesmal ist die Lage so ernst, dass 19 Anwohner ihre Häuser in der Nachbarschaft räumen mussten. Sie sind bis auf weiteres in Hotels untergebracht. Laut SWR dürfen momentan nur Bauexperten in die Nähe des Gebäudes. Wasser- und Stromversorgung der Ruine wurden vorsorglich abgeklemmt. Der Rhein-Hunsrück-Kreis drängt auf einen schnellen Teilabriss, um jede Gefahr für Anwohner auszuschalten. Wer am Ende alles bezahlt, ist unklar. Die aktuellen Besitzer haben sich mit dem Projekt offenbar übernommen. Ende 2021 war noch von Sanierung und Umwandlung in Eigentumswohnungen die Rede. SWR, Mittelrheingold (Hintergrund)
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