Das „Obst- und Weingut Lemler“ ist am Mittelrhein eines der letzten Mischbetriebe alten Stils. Der Familienbetrieb aus Osterspai bewirtschaftet neben seinen Obstwiesen am Ort auch Steillagen in Kaub und Dörscheid. Verkauft wird direkt an der B 42 – in einem Pavillon, in einem seit den 70er Jahren gepachteten Pavillon. Damit wird es damit wohl bald vorbei sein: Das Gebäude stört bei der Sanierung der Bundesstraße und dem Neubau des Radweges, jetzt soll es nach längerem Rechtsstreit abgeräumt werden. Laut „RZ“ setzte sich die rheinland-pfälzische Straßenbauverwaltung („Landesbetrieb Mobilität“) beim Oberverwaltungsgericht Koblenz gegen die privaten Grundstückseigentümer durch; der Rhein-Lahn-Kreis soll bereits den Abriss angeordnet haben. Theoretisch könnte nach dem Abschluss der B42-Sanierung ein neuer Bauantrag eingereicht werden. Nach „RZ“-Informationen war der Lemler’sche Hofladen in den vergangenen Jahrzehnten nur geduldet. Es habe keine dauerhafte Genehmigung für das Gebäude gegeben, heißt es unter Berufung auf die Kreisverwaltung. Das Obst- und Weingut selbst rechnet laut Website mit dem Schlimmsten. O-Ton: „Auch nach Beendigung der Baumaßnahme werden die Nachteile und Schädigungen vermutlich so schwerwiegend sein, dass eine Weiterführung unseres gesamten Betriebes nicht mehr möglich sein wird.“ Rhein-Zeitung (€), Obst- und Weingut Lemler (Website des Betriebes)
Foto: Henry Tornow / Romantischer Rhein
Halbe Sachen im Hahn
Der klassische Rotweinort am Mittelrhein ist eigentlich Assmannshausen, aber guten Spätburgunder gibt es auch anderswo im Welterbetal. Zum Beispiel in der Lage „Bacharacher Hahn“, wo Cecilia Jost ganz bewusst halbe Sachen macht. In einem aktuellen Weinlese-Video des SWR zeigt die VDP-Winzerin u. a., warum sie immer nur einen Teil der Traube mit nach Hause nimmt und den Rest als Kompost im Hang lässt. Die Konzentration auf Klasse statt Masse ermöglicht die höchste Qualitätsstufe „Großes Gewächs“ – und Preise von bis zu 41 Euro pro Flasche. ARD-Mediathek (Video)
Die Buga kommt vorbei
Kommende Woche geht die Bundesgartenschau 2029 wieder auf Tour. Das Buga-Team macht mit seinem mobilen Holzhaus an 4 Orten Station: Am 14. September in Braubach (am KD-Gebäude), am 15. in Boppard (Marktplatz), am 16. in Assmannshausen (Rheinanlagen) und am 17. in Kamp-Bornhofen (Rheinvorgelände/Schwimmbad). Jeweils von 16 bis 19 Uhr werden Pläne gezeigt, Projekte erklärt und Fragen beantwortet. Laut Pressemitteilung ist „Neugier ausdrücklich erwünscht“. Bundesgartenschau 2029
(Bewegt-)Bild des Tages
Jetzt den Mittelrheingold-Newsletter abonnieren
Mittelrheingold Auslese: Jeden Freitag die wichtigsten Mittelrhein-Themen auf einen Blick. Hier geht’s zum kostenlosen Abo.
