Journalistisches Blog über das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal

Monat: Januar 2022 Seite 1 von 6

Lage unbezahlbar, Sanierung auch

Rüdesheim bleibt noch längere Zeit ohne Jugendherberge. Wegen fehlender Einnahmen in der Corona-Krise kann sich das Deutsche  Jugendherbergswerk (DJH) keinen Neubau leisten. Eigentlich sollte das marode Gästehaus in den Weinbergen abgerissen und durch einen modernes Gebäude ersetzt werden. Die Rüdesheimer Jugendherberge ist seit 2019 geschlossen, eine Sanierung gilt als unbezahlbar, ein Antrag auf Denkmalschutz scheiterte. Laut „Wiesbadener Kurier“ wartet das Jugendherbergswerk jetzt auf bessere Zeiten. Die Immobilie mit Panoramablick will man trotz der aktuellen Finanzprobleme nicht hergeben. „Ein so tolles Grundstück werden wir nicht veräußern, das möchten wir selbst nutzen“, zitiert die Zeitung DJH-Landeschef Timo Neumann. Apropos tolles Grundstück und leere Kassen: Gegenüber auf der Binger Seite wird im Spätsommer eine weitere Ausnahmeimmobilie frei: Das Oblatenkloster am Rochusberg löst sich mangels Nachwuchs auf, momentan leben dort nur noch 2 Padres. Das Gebäude fällt an Bingens katholischen Kirchengemeinde zurück, die schon jetzt nicht weiß, wie sie ihre historischen Liegenschaften unterhalten soll und eine Million für die Sanierung der Basilika braucht. Von einem Verkauf will Pfarrer Markus Lerchl trotzdem nichts wissen. Wiesbadener Kurier (€), Allgemeine Zeitung (€)

Die Rüdesheimer Jugendherberge stammt aus den 20er Jahren. Foto: Wikipedia / Creative Commons / Marion Jüngst

Die Rüdesheimer Jugendherberge stammt aus den 20er Jahren. Foto: Wikipedia / Creative Commons / Marion Jüngst

Lahnstein macht auf

Unter Oberbürgermeister Peter Labonte gehörte die Lahnsteiner Verwaltung zum Team (Über-)Vorsicht. Im Herbst hatte man sämtliche städtischen Veranstaltungen auf unbestimmte Zeit abgesagt und das Theater geschlossen. Der neue OB Lennart Siefert will den Lahnsteiner Sonderweg beenden und sich an den Corona-Regeln des Landes Rheinland-Pfalz orientieren. Kommende Woche öffnet das Jugendkulturzentrum wieder und im März geht es im Theater weiter. Stadt Lahnstein

Der Sound von St. Goarshausen

Frank Reichert ist am Wilhelm-Hofmann-Gymnasium in St. Goarshausen eine Institution. Der Musiklehrer betreut die schuleigene Big Band seit ihrer Gründung 1992 (!). Zum Jubiläum gibt es im Mai ein Konzert in bester Mittelrhein-Lage auf der Loreley-Freilichtbühne. Rhein-Zeitung (€)

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Der Neue in Niederheimbach

Die Heimburg über Niederheimbach hat einen schillernden neuen Eigentümer. Die Binger „AZ“ beschreibt Käufer Alexander Dragilev als „israelischen Multimillionär mit ukrainischen Wurzeln.“ Er selbst bezeichnet sich als „jüdischen Schriftsteller und Übersetzer.“ Dragilev widmet sich nach einer internationalen Unternehmerkarriere spirituellen Lehren aus Indien; er gilt als Freund der Hare-Krishna-Bewegung. 2020 hatte er versucht, die Burgen Treis und Wildburg an der Mosel zu kaufen. Der Vertrag über knapp 1,7 Millionen Euro war schon unterschrieben, dann stellte sich die Ortsgemeinde quer und nutzte ihr Vorkaufsrecht. Bürgermeister und Gemeinderat befürchteten laut regionalem Anzeigenblatt „Wochenspiegel“ einen Treffpunkt für Esoteriker; selbst die „Bild“-Zeitung berichtete über den „Sekten-Alarm“ an der Mosel.  Zuvor hatte Dragilev ein Meditationszentrum auf Burg Mockmühl bei Heilbron finanziert. Ein Redakteur der „Stuttgarter Zeitung“ traf ihn dort und notierte damals: „Rosa Gewand, stabile Ringe als Ohrschmuck, eine Rolex GMT Master II aus 18 Karat Gelbgold.“ In Niederheimbach ist man auf den Neubürger gespannt. Gesehen und gesprochen hat ihn noch niemand. Nach „AZ“-Recherchen kaufte Dragilev die Heimburg schon vor einem Jahr von der Familie Bachmann-Thurn, die die Immobilie seit 1987 besessen und viel investiert hatte. Die Heimburg in Niederheimbach. Foto: Alexander Hoernigk / Wikipedia / Creative Commons.

Die Heimburg in Niederheimbach. Foto: Alexander Hoernigk / Wikipedia / Creative Commons

Gelangweilt haben sich die Niederheimbacher mit der Burg und ihren Bewohnern selten. In der Kaiserzeit und während der Weimarer Republik galt die Heimburg als Refugium für Wirtschaftsbosse.  Die Hausherren waren nacheinander Robert Müser, Chef des Ruhr-Konzerns Harpener Bergbau AG, und der noch reichere Großindustrielle Hugo Stinnes. Allerdings kam auch Gesellschaft auf die Burg: Aus der der Nazi-Zeit ist mindestens ein Besuch von Hermann Göring überliefert. Allgemeine Zeitung (€), Wochenspiegel (Interview mit Dragliv 2020), Wochenspiegel (über den gescheiterten Kauf in Treis, 2020), Bild-Zeitung („Sekten-Alarm“,2020),  Stuttgarter Zeitung (Treffen mit Dragilev, 2015)

Vorteil Klein

Am kommenden Sonntag entscheidet sich, wer Landrat im Rhein-Hunsrück-Kreis wird. Zur (Stich-)Wahl stehen CDU-Mann Christian Klein und der unabhängige Kandidat Volker Boch, der von SPD und Grünen unterstützt wird. Die im ersten Wahlgang ausgeschiedene Oberweselerin Rita Lanius-Heck hat mittlerweile eine Wahlempfehlung abgegeben: Sie will Klein unterstützen und unter ihm Erste Beigeordnete im Kreis bleiben. Damit sind die Reihen in der CDU wieder geschlossen., Lanius-Heck ist Parteimitglied, hatte aber auf eigene Faust kandidiert. Rhein-Zeitung (€)

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Beste Lage in in Bingen und dicke Dinger in Boppard

Ein Bio-Winzer aus Ingelheim hat Bingens bekanntesten Weinberg übernommen. Laut „AZ“ ist Gerhard Huf neuer Pächter des städtischen Steilhangs an der Burg Klopp. Zusammen mit seinem Sohn Rüdiger legt er den 1 Hektar große Schieferboden-Wingert über der Innenstadt gerade neu an. Rodung und Neupflanzung lassen sich die Hufs rund 50.000 Euro kosten, berichtet Christine Tscherner in der „AZ“. Die Familie ist seit Generationen in Nieder-Ingelheim ansässig und bewirtschaftet dort mittlerweile 12 Hektar nach den Regeln des Bio-Verbandes Ecovin. dem am Mittelrhein auch Weingüter wie Dr. Kauer in Bacharach, Mohr in Lorch und Philippsmühle in St. Goar angehören. Huf kam in Bingen zum Zug, nachdem einheimische Winzer abgewunken hatten. Zuletzt wurden die Binger „Kronjuwelen“ („AZ“) von Steffen Bischof bewirtschaftet, dem früheren Pächter der Binger „Vinothek“. Die Hufs denken weit voraus. Für sie ist der städtische Weinberg Premium-Lage und Präsentationsfläche zugleich. Zur Buga 2029 wollen sie dort u. a. unterschiedliche Arten der Reberziehung zeigen. Allgemeine Zeitung (€), Weingut Huf

Blick auf Bingen. Foto: Stadt Bingen / Torsten silz.

Blick auf Bingen. Foto: Stadt Bingen / Torsten Silz.

Dicke Dinger aus Boppard

Das Forstrevier Boppard II ist in diesen Tagen so etwas wie das Sotheby’s unter den Waldbetrieben. Bei der jährlichen Wertholzversteigerung kommt nur das Beste aus den Forstämtern der Umgebung unter den Hammer, u. a. uralte Eichenstämme im XXL-Format. Im SWR-Video erklärt Förster Johannes Nass, warum die alten Riesen so begehrt sind und was ein Möhrenschäler damit zu tun hat. SWR

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