Journalistisches Blog über das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal

Monat: Januar 2022 Seite 1 von 8

Trotzdem Landrat

Volker Boch hat die Landratswahl im Rhein-Hunsrück-Kreis unerwartet klar geworden. Er holte bei der Stichwahl am Sonntag 56 Prozent der Stimmen und beendet damit eine 42-jährige CDU-Ära. CDU-Kandidat Christian Klein kam nur auf 44 Prozent. Anders als von der „RZ“ prognostiziert, wurde die Wahl nicht am Mittelrhein entschieden. Dort lag Klein vorn, in Boppard schaffte er gut 55 Prozent. Den Ausschlag gaben Bochs starke Ergebnisse auf dem Hunsrück. In der Verbandsgemeinde Simmern-Rheinböllen etwa, Heimat beider Kandidaten, erlebte Klein ein Debakel, hier stimmten 62,7 Prozent für Boch. Am Mittelrhein dagegen hatte Boch nur in einzelnen Wahlbezirken die Nase vorn, darunter in den Kernstädten von Oberwesel (50,2 Prozent) und St. Goar (51,2 Prozent). Das Oberweseler Ergebnis ist bemerkenswert, denn die Stadt galt bisher als sichere CDU-Hochburg. Boch ist parteilos, wird aber von SPD und Grünen unterstützt. Der Journalist und langjährige „RZ“-Redakteur folgt auf einen anderen Quereinsteiger: Sein Vorgänger Marlon Bröhr, von Haus aus Zahnarzt, sitzt mittlerweile im Bundestag. Bröhr hatte im Rhein-Hunsrück-Wahlkampf seinen Parteifreund Klein unterstützt. Trotz der Skepsis vieler Mittelrhein-Wähler ist Bochs Wahl eine gute Nachricht für das Tal. Boch gilt als Mittelrhein-Enthusiast mit Ideen und starkem Interesse an der Bundesgartenschau. In Oberwesel hat Boch schon privat Hand angelegt und den neuen Kunstpfad im Oelsberg initiiert.  Rhein-Hunsrück-Kreis (Wahlergebnisse), Mittelrheingold (Interview mit Boch, Januar 2022)

Volker Boch im Bopparder Hamm. Foto: Arthur Lik

Volker Boch im Bopparder Hamm. Foto: Arthur Lik

Tofu aus Trechtingshausen

In den 80er Jahren hatte Lothar Stassen eine merkwürdige Idee. Er wollte Tofu herstellen, ein sojahaltiges Lebensmittel, das damals kaum jemand auf dem Speisezettel hatte. Die Produktion startete mit einer alten Traubenpresse und einer umgebauten Wäscheschleuder. Es funktionierte und die Veggie-Welle besorgte den Rest. Heute kann sich die Sojafarm in Trechtingshausen vor Aufträgen kaum retten. Werbung haben Stassen und seine Tochter Katharina nicht nötig, der Online-Shop genügt. „AZ“-Redakteurin Christine Tscherner hat den florierenden kleinen Familienbetrieb besucht und lernte dort u. a., dass Trexico-Tofu  mit eigenem Quellwasser produziert wird. Allgemeine Zeitung (€), Sojafarm (Website)

Ein Binger Schiffchen wird kommen

Corona hat die Personenfähre zwischen Rüdesheim und Bingen schon lange außer Gefecht gesetzt. Das „Binger Schiffchen“, wie es in Rüdesheim genannt wird, soll wieder fahren, wenn die Zeiten für die Reederei besser werden. Das verspricht Bingen-Rüdesheimer-Chef Oliver Pohl. Bis dahin bemüht man sich um eine Busanbindung an die Autofähre. Momentan ist sie nur für ausdauernde Fußgänger eine Alternative. Wer am Binger Hafen landet, braucht gut 20 Minuten bis zur Innenstadt. Das „Binger Schiffchen“ macht direkt am Kulturufer fest. Wiesbadener Kurier

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Mittelrhein statt nur dabei: Gänse im Anmarsch

Als fluffige Küken am Rheinufer sind sie noch herzerweichend, aber große, laute und dreiste Gänse nerven. Mittelrheingold-Kolumnist Christian Büning über ein besch…. Problem und die mittelrheinische Universal-Lösung.

Christian Büning ist Designer (Büro Büning, Wirkstoff Verlag), Mittelrheiner mit westfälischem Migrationshintergrund und Kolumnist bei Mittelrheingold. Foto. Privat

Es ist seit einiger Zeit eine regelrechte Kunst, am Mittelrheinufer entlang zu gehen, ohne in eine der kleinen dunkelgrünen Würste zu treten, die von den immer zahlreicher werdenden Gänsen als Geschenk hinterlassen werden. Dabei sind Gänse ähnlich gute Weidetiere wie Kühe, sie halten das Gras tatsächlich schön kurz. Manche Landwirte verfluchen die einfallenden Schwärme, die aus einer guten Heuwiese in wenigen Tagen so etwas wie feinen englischen Rasen machen, allerdings nicht ganz so fein, wenn man genauer hinsieht. Gänse fressen den lieben langen Tag und können sogar beim Gehen einfach unter sich lassen. Sie müssen dafür nicht einmal anhalten oder kurz überlegen, sie werden einfach los, was weg muss. Sie sind echte Rasenmäher. Am Mittelrhein gibt es viele Wiesen, die eigentlich für Menschen gedacht waren und immer mehr zur Gänseweide geworden sind. Die Intelligenz der Gänse hilft ihnen dabei. Sie lernen schnell, dass von gewöhnlichen Fußgängern keine Gefahr ausgeht und lassen diese bis auf einen Meter an sich vorbeilaufen, ohne nervös zu werden. Bei wilden Gänsen wäre das undenkbar.

Ausgewachsene Gänse haben wenig echte Feinde außer vielleicht der freilaufenden Stoßstange oder Wilderern, die sich eine Gänsebrust holen wollen. Tiere, die den Gänsen gefährlich werden könnten sind rar. Wölfe sind selten am Rhein, Adler offenbar auch, ebenso sind Braunbären gerade Mangelware. Alle Augen schauen hoffnungsvoll auf die Füchse, dass sie sich doch bitte die Gans holen sollen, aber die Füchse gehen ungern über stark befahrene Bundesstraßen und nachts schlafen die Gänse gerne auf Inseln im Rhein oder unzugänglichen Uferstreifen. Die Füchse können da nur gucken und träumen.

Der stärkste Feind der Gans ist momentan die Gans selber. Oder vielmehr die Nilgans, die den Graugänsen zeigt, wer zuerst sein Handtuch auf dem Liegestuhl hatte. Nilgänse kommen – wenig überraschend – aus Afrika, können einen mit den roten Augen sehr böse anfunkeln und sind sehr meinungsstark. Nilgänse gehen auch früher in den Angriff über als Graugänse.

Weil es also keine natürlichen Fressfeinde gibt, können die Gänse fleißig brüten, bis im April die niedlichen graugelben Küken auf dem Rhein zu sehen sind, die piepsend ihren Eltern hinterherschwimmen. So niedlich, wie die fluffigen Küken auf dem Wasser auch sind, die Blicke der Leute werden feindseliger, wenn im Sommer die fauchenden Gänseeltern ihre Brut verteidigen und das Rheinufer für sich beanspruchen. Keine Konkurrenz, wachsende Gruppen? Das ist wie ein Frühstücksbuffet ohne Aufsicht.

Die Hoffnungen, dass sich die Gänsepopulationen irgendwie selber regeln, haben sich nicht erfüllt. Im Frühsommer hab ich ein Gänsepaar gesehen, das mit sage und schreibe zwölf Küken auf dem Rhein schwammen. Die Kücken schwammen adrett zwischen den Eltern, alle wohlgenährt, alle unfassbar flauschig und niedlich. Das einzige, was offenbar wirklich gegen eine Gänseinvasion wirkt ist offenbar nur der gezielte Abschuss. Oder wenn man es etwas weniger martialisch mag, kann man ihre Eier durch Gipseier austauschen und nimmt in Kauf, dass die Gänse irgendwann etwas desillusioniert vom Brüten ablassen und versuchen, es nicht dem Ganter anzukreiden. Das eine geht schnell, macht aber traurige Kinderaugen, das andere wirkt im Hintergrund, ist aber teurer. Gipseier haben auch den Nachteil, dass man im Frühjahr keine Gänseküken sehen kann, was für manche ja doch zum Frühling dazu gehört. Dafür könnte die Osterdekoration um eine neue Größenordnung an Eiern erweitert werden.

Als sich vor ein paar Jahrhunderten die Römer hier am Mittelrhein breit machten, hatten vermutlich die hier lebenden Kelten ähnliche Gedanken über die Römer, wie wir heute über die Gänse. Überall laufen sie rum, stehen dauernd im Weg, keiner kann sie unterscheiden und sie sind sowieso furchtbar laut und dreist. Und natürlich nehmen sie die schönsten Plätze in Beschlag. Dass die schönsten Plätze begehrt sind, ist allerdings eine Konstante am Mittelrhein.

Die enge Bebauung in den einst prachtvollen Rheinstraßen zeigt, dass die Lösung manchmal ganz einfach ist: man rückt einfach etwas zusammen und teilt sich den schönen Blick auf den Rhein. Dieses Zusammenrücken und Teilen ist so typisch für den Mittelrhein geworden, dass sich keiner vorstellen kann, wie es ohne ginge. Ein Blick in eine beliebige (Vor-Corona oder jetzt 2Gplus oder 2G Booster oder wie auch immer sichere)-Straußwirtschaft bestätigt dass. Dort können sich eine nach oben offene Anzahl von Leuten einen Tisch und zwei Bänke teilen und den guten Ort zusammen genießen. Teilen macht glücklich – den Wirt und die Gäste.

Nun dürfte es etwas schwierig werden, mit den Gänsen zum Katasteramt zu gehen, um die Eigentumsfragen um das Rheinufer endgültig zu klären. Manche Gänse leben auch nicht lange genug, um die Post von der Behörde zu erleben. Also braucht es andere Tricks. Man könnte zum Beispiel den Gänsen bisher ungenutzte Uferbereiche etwas außerhalb der Ortschaften bereit stellen. Mit Falken oder Drohnen oder Laiendarstellern in Fuchskostümen macht man dann die Rheinwiesen von der Rumhäng-Gegend zur hektischen Scheuchzone, bis es den Gänsen zu unbequem wird und sie genervt, voller schlechter Gedanken und vorformulierten schlechten Bewertungen zu den anderen Uferbereichen umziehen.

Oder man kann einfach hoffen, dass sich irgendwann die lustigen grünen Alexandersittiche ansiedeln, die jetzt schon in Köln, Düsseldorf und Mainz wild leben und die Anwohner morgens um halb fünf daran erinnern, dass anderswo gerade die Sonne aufgeht. Diese possierlichen Sittiche könnten doch das Geräusch von sich anschleichenden Füchsen nachmachen und damit die Gänse nervös halten und schließlich in die Flucht schlagen? Wer weiß schon, was helfen wird? Vielleicht sind die Gänse auch irgendwann vollkommen enttäuscht von uns und ziehen wortlos weiter?

Egal ob sie irgendwann einfach gehen oder wir die Eier durch Gipseier austauschen – die Gänse werden nicht die letzten sein, die die schönen Plätze am Mittelrhein haben wollen. Sie sind einfach die nächsten in einer langen Reihe von Genießern, die den Mittelrhein wollen. Und vermutlich wird man es am Mittelrhein lösen wie so oft: man rückt ein wenig zusammen, teilt sich die schöne Aussicht und sagt, dass die Flasche einfach auf dem Tisch stehen bleiben kann.

Christian Büning ist Mittelrheiner mit innerdeutschem Migrationshintergrund: Der Kreative aus Münster lebt und arbeitet seit 2017 in Oberwesel. Dort führt er sein Designbüro „Büro Büning“, engagiert sich im Stadtrat und hilft bei vielen Initiativen im Welterbetal. Nebenbei saniert er alte Häuser und vermietet gemeinsam mit seinem (Ur-)Oberweseler Lebenspartner Marcel D’Avis gut eingerichtete Ferienwohnungen. Schreiben kann er auch noch. Seit 2021 ist regelmäßiger Kolumnist bei Mittelrheingold. Danke, Christian!

Bisher erschienen:

Grenzenlos gut (über eine Mittelrhein-Grenze, die jederzeit ignoriert werden muss)

Ein Dach ohne Gaube ist ein Irrtum (über das Paradies der Ecken, Winkel und Dachgauben)

Was ist schon Zeit? (über Zugfahren am Mittelrhein)

Eine Ziege, ein Kohl und ein Wolf (über Brücken und Fähren)

Gude, Moin und Guten Tag (über die Kunst des richtigen Grüßens)

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Überflieger mit Bodenkontakt: 5 Fragen an Christian Klein

Prädikatsexamen mit 25, Promotion mit 30, Richter auf Lebenszeit mit 32 und wenn es nach der CDU im Rhein-Hunsrück-Kreis geht, Landrat mit 34: Der Lebenslauf von Christian Klein aus Rheinböllen ist wie eine schnurgerade Autobahn. Klein will am Sonntag die Stichwahl gegen den unabhängigen Kandidaten Volker Boch gewinnen, der von SPD und Grünen unterstützt wird. Im ersten Wahlgang waren Kleins Parteifreundin Rita Lanius-Heck aus Oberwesel und der Linke Roger Mallmenn ausgeschieden. Das Amt ist über die Kreisgrenzen hinaus für alle am Mittelrhein von Bedeutung, denn der Landrat des Rhein-Hunsrück-Kreises entscheidet in wichtigen Gremiem für das Welterbegebiet mit. Was würde Klein für das Mittelrheintal tun und – last but not least – wie lange? 5 Fragen an den Kandidaten der CDU. 

Christian Klein kandidiert für die CDU. Foto: CDU RHK

Christian Klein kandidiert für die CDU. Foto: CDU RHK

Rita Lanius-Heck hat öffentlich erklärt, Sie am Sonntag zu unterstützen. Sind die Reihen in der CDU damit wieder geschlossen?

Über die Unterstützung von Rita Lanius-Heck habe ich mich sehr gefreut. Wir haben all die Jahre gemeinsam für die gleichen Ziele gekämpft und tun dies immer noch. Als Konkurrenten sind wir fair miteinander umgegangen. Ich danke ganz besonders ihr für ihre Unterstützung. Ich finde es wunderbar, dass Rita Lanius-Heck sich weiter engagiert und ihr Amt als 1. Beigeordnete weiter ausüben wird. Sie weiß, mit welchen Themen sich der Chef der Kreisverwaltung auseinandersetzen muss und von welcher großen Bedeutung es ist, wenn dieser nicht nur kommunalpolitische Erfahrung mitbringt, sondern auch fachliche Kompetenz. Ich freue mich auf eine enge Zusammenarbeit mit ihr. Ich bin mir sicher, dass wir uns gut ergänzen!

Die „RZ“ vermutet, dass die Wahl am Mittelrhein entschieden wird. Dort sind die meisten „Rita“-Stimmen neu zu vergeben,. Wie möchten Sie die Menschen am Mittelrhein überzeugen?

Ich habe mit sehr vielen Bürgerinnen und Bürgern am Mittelrhein persönlich sprechen können, und es gibt viele Themen, die ich zeitnah angehen werde. Die Mittelrheinbrücke muss kommen! Ich werde mit dem Land an einer konstruktiven und zeitnahen Lösung arbeiten, die auch die Anbindung an den überörtlichen Verkehr berücksichtigt. Klar ist: Der Kreis allein hat nicht die Mittel, sie zu bauen und zu unterhalten. Bis die Brücke steht, muss der Fährbetrieb mit Unterstützung des Kreises zeitlich ausgeweitet werden. Wir müssen uns intensiv auf die Bundesgartenschau 2029 vorbereiten. Das heißt, den Mittelrhein als Tourismusregion nachhaltig ausbauen und wichtige Infrastrukturprojekte angehen. Wir brauchen ein Angebot vielfältiger, auch kleiner Attraktionen, um die Schönheit von Hunsrück und Mittelrhein und unsere Region insgesamt bekannt zu machen. Zudem müssen wir nachhaltig Bewegung in das Thema Bahnlärm bekommen. Ich werde mich auf allen politischen Ebenen für spürbare Verbesserungen einsetzen. Darüber hinaus gibt es noch viele weitere Themen: eine gute medizinische Versorgung, ein bürgernaher öffentlicher Nahverkehr, eine digitale Infrastruktur auf Top-Niveau sowie Maßnahmen zum Katastrophen- und Hochwasserschutz, die für die Bürger sowohl im Hunsrück als auch am Rhein wichtig sind. Dafür werde ich mich stark machen.

Viele Orte im Tal haben Schulen, Behörden und andere wichtige Einrichtungen verloren. In Oberwesel ist das Krankenhaus geschlossen worden und die Verbandsgemeindeverwaltung ist nur noch eine Außenstelle. Was würden Sie gegen eine weitere Demontage von Mittelrhein-Einrichtungen tun?

Für die Menschen der Region, auch für die engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, ist die Schließung ein Schock gewesen. Die kommunalen Gesellschafter haben seitdem große Anstrengungen unternommen, um das Blatt noch zu wenden bzw. ein alternatives, zukunftsfähiges Konzept auf die Beine zu stellen. Ich bin froh, dass sich der Gesundheitscampus Oberwesel auf einem guten Weg befindet. Das Seniorenzentrum ist wichtig. Die renommierte Fachklinik für konservative Orthopädie bietet ein hervorragendes Angebot. Aus Gesprächen vor Ort weiß ich, dass mit einem wichtigen strategischen Partner verhandelt wird, um das derzeitige Konstrukt zu stärken und weitere medizinische Angebote zu schaffen. Die Verbandsgemeindeverwaltung hält in Oberwesel weiterhin eine Verwaltungsstelle bereit, insbesondere ein Bürgerbüro. Mich freut es im Übrigen sehr, dass die Buga-Zentrale in Oberwesel ihren Sitz haben wird.

Das Tal ist politisch zersplittert und manche Grenzen sind nur schwer nachvollziehbar, zum Beispiel die Kreisgrenzen zwischen Spay und Boppard und zwischen Bacharach und Oberwesel. Sehen Sie eine Chance für mehr gemeinsame Verwaltungsräume am Mittelrhein?

Über die Verwaltungsreformen wird in Rheinland-Pfalz schon lange diskutiert. Verwaltungen müssen effizient und bürgernah arbeiten. Sicherlich brauchen unsere Verwaltungen an einigen Stellen auch ein Update ins 21. Jahrhundert. Sie müssen modernisiert werden, Prozesse auf den Prüfstand gestellt und Angebote auch digitalisiert werden. Diese Herausforderungen erscheinen mir drängender als neuerliche Gebietsreformen.

Mit 34 Jahren wären Sie der jüngste Landrat in Rheinland-Pfalz. Marlon Bröhr drängt es nach einigen Jahren zu anderen Ämtern. Welche Ziele haben Sie noch?

Mein Ziel ist klar: Ich möchte mich als Landrat mit aller Kraft dafür einsetzen, unsere Region zukunftsfit zu machen, lebens- und liebenswert für alle Menschen, die hier wohnen und arbeiten. Meine Heimat liegt mir schon immer am Herzen. Ich engagiere mich seit meiner Jugend: Mit 21 Jahren wurde ich Vorsitzender unseres Pfarreienrates. Seit über 12 Jahren gestalte ich aktiv im Stadtrat vor Ort mit. Seit über sieben Jahren im Verbandsgemeinderat. Jetzt möchte ich meine kommunalpolitische und auch meine berufliche Erfahrung als Verwaltungsrichter mit Weitblick im Kreis einbringen. Mein Platz ist in der Kommunalpolitik. Ganz klar, mit Herzblut – und langfristig!

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