Journalistisches Blog über das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal

Schlagwort: Bingerbrück Seite 3 von 12

Der Sanierungsfall auf der Loreley und eine Zeitreise ins Jahr 1817

Was auf der Loreley vor einigen Jahren abgerissen wurde, war architektonisch entbehrlich. Die Neugestaltung des Plateaus überlebte nur das frühere Turnerheim, ein zweigeschossiger Bau aus den 20ern im Stil einer Landvilla. Das pittoreske Gebäude sollte eigentlich erhalten werden, aber die Sanierung scheint aus dem Ruder zu laufen. Laut „RZ“ waren 2,9 Millionen Euro für den Umbau zum Restaurant veranschlagt. Jetzt werden es mindestens 3,1 Millionen – aber auch nur, wenn die Wunschliste abgespeckt wird und keine unangenehmen Altbau-Überraschungen auftreten. Verbandsbürgermeister Mike Weiland denkt bereits über eine radikale Lösung nach: Abbruch und Neubau für geschätzte 3,5 Millionen. Als Pächter ist seit 2018 Mittelrhein-Multi-Gastronom Muzaffer Oguz vorgesehen. Er bewirtschaftet auf der Loreley bereits das Bistro im Besucherzentrum und das Forsthaus Heiliggkreuz im Binger Wald. Oguz soll noch an mindestens einer weiteren 1a-Lage im Welterbe-Tal interessiert sein. Rhein-Zeitung, Mittelrheingold (über Oguz‘ Einstieg auf der Loreley, November 2018)

Neugestaltung des Loreley-Plateaus 2018. Foto: Ministerium des Inneren RLP.

Neugestaltung des Loreley-Plateaus 2018. Foto: Ministerium des Inneren RLP.

Eine Zeitreise ins Jahr 1817

Das Turnerheim auf der Loreley hat rein gar nichts mit dem englischen Maler zu tun, aber der Übergang ist so schlecht, dass man ihn nicht ignorieren kann. Also: Apropos Turnerheim. In der „FAZ“ schreibt Feuilletonistin Ursula Scheer über William Turners legendäre Rheinreise 1817. Im Artikel ist auch von der touristischen Turner-Route der Gegenwart die Rede. Der Zweckverband Welterbe hat Turners damalige Perspektiven rekonstruiert und ergänzt die Aussicht des Jahres 2021 mit digitalen Informationen über den Meister und sein Werk. Frankfurter Allgemeine Zeitung, turner-route.de

Bingerbrück sehen und parken

Nach der Pandemie kommt die große Pendelei zurück. Am Binger Hauptbahnhof entsteht gerade ein Park-&-Ride-Parkplatz für 178 Autos. Im Herbst soll er fertig sein. Laut „AZ“ kostet die Jahreskarte rund 50 Euro Die Anlage für rund 2,5 Millionen Euro soll das Wild-West-Parken in Bingerbrück beenden. Allgemeine Zeitung

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Bingens beste Adresse

Wer Bingerbrück auf Hauptbahnhof und Durchgangsstraße reduziert, kennt nicht einmal die halbe Wahrheit. Bingens westlichster Stadtteil steckt voller Überraschungen und verfügt mit dem Mäuseturm über das bekannteste historische Bauwerk der Stadt. Eine Etage höher, auf der Elisenhöhe hoch über dem Ort, zeigt Bingerbrück seine Luxus-Seite. In den 70er Jahren entstand hier eine Art Beverly Hills von Bingen: Wer es sich leisten konnte, baute auf großzügig bemessenen Panorama-Grundstücken mit traumhaftem Blick bis zum Rheingau. Eines der Anwesen aus der ersten Reihe steht gerade zum Verkauf. Der fast 200 Quadratmeter große Bungalow mit rund 1500 Quadratmeter Grund soll 2,2 Millionen Euro kosten. Es dürfte das teuerste Einfamilienhaus der Stadt sein. Gegenüber am Rochusberg steht zwar eine noch kostspieligere Immobilie zum Verkauf, aber angesichts von 3 Wohneinheiten auf 490 Quadratmetern sind die dort aufgerufenen 3,5 Mio im Vergleich zur Elisenhöhe fast schon ein Schnäppchen. immobilienscout24.de (Elisenhöhe), immobilienscout24.de (Rochusberg)

Blick auf Bingerbrück und die Elisenhöhe (oben rechts). Foto: Rüdesheim Touristik / Karlheinz Walter

Blick auf Bingerbrück und die Elisenhöhe (oben rechts). Foto: Rüdesheim Touristik / Karlheinz Walter

„Luxus ist derzeit nicht so gefragt“

Zurück auf den Boden der Tatsachen. Im Herzen des Welterbe-Tals, weitab vom Immobilienboom, kämpfen Kreative wie Detlev Kleinen mit der Corona-Krise. Der 65-Jährige hat sich mit Kunstwerken aus Rheinkieseln einen Namen gemacht. Sein Atelier in St. Goarshausen lief so gut, dass er 2 Mitarbeiter beschäftigen konnte. Dann kam die Pandemie. Weil es kaum Events gab, auf denen er Kontakte knüpfen konnte, brach das Geschäft ein. „Kunst ist Luxus“,  zitiert ihn die „RZ“, und sei „derzeit nicht so gefragt.“ Rhein-Zeitung, atelier.detlevkleinen.de (Website des Künstlers)

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Hildegard light in Bingerbrück und das Nachtleben von Steeg

Bingen träumt weiter vom historischem Hildegard-Kloster in Bingerbrück. Für das gesamte Areal samt „Villa Herter“ fehlt das Geld, aber laut „AZ“ soll eine kleine Lösung her: Der neue Eigentümer Gustav Eich würde für eine Million einen Teil des Grundstücks abgeben. Dort könnte u.a. ein Archiv für Stadt und Landkreis samt Kräutergarten und „Edutainment-Angeboten“ entstehen, zitiert die Zeitung aus einer Vorlage für den Stadtrat. Erd- und Kellergeschoss der Villa würde man mieten. Dort sind 5 mittelalterliche Bögen aus der ehemaligen Klosterkirche zu sehen. Das Kloster der Hildegard von Bingen am so genannten Rupertsberg unweit der Nahemündung wurde im 17. Jahrhundert zerstört und die letzten Reste gut 200 Jahre später beim Bau der Eisenbahn abgeräumt. Für den neuen Hildegard-Plan spricht, dass die Stadt nur die Hälfte des Kaufpreises zahlen müsste, wenn der Landkreis mitmacht. Allerdings sind die Folgekosten noch nicht abzusehen. Ein Gegenargument ist, dass das Areal an der viel befahrenen Bingerbrücker Straße mit Blick auf „Kik“ und „Netto“-Discounter auch nach Millionen-Investment wenig attraktiv sein wird. Selbst „AZ“-Redakteur und Hildegard-Euphoriker Erich Michael Lang warnt in einem Kommentar, dass gar keine Engagement besser sei als ein halbherziges. Allgemeine Zeitung

Kloster Rupertsberg zur Zeit Hildegards. Visualisierung Faber Courtial / Stadt Bingen

Kloster Rupertsberg zur Zeit Hildegards. Visualisierung Faber Courtial / Stadt Bingen

Das Nachtleben von Steeg

Nachts ist im Bacharacher Stadtteil Steeg mehr los in der Rüdesheimer Drosselgasse. Das kleine Weindorf beherbergt eine der größten Fledermauskolonien Deutschlands. Rund 2000 leben im Turm der evangelischen Annakirche und gehen bei Dunkelheit auf Insektenjagd im Hunsrück. Fledermaus-Expertin vor Ort ist die Winzerin und Pensionswirtin Sonja Theobald-Zahn. Sie hat sogar ihr Weingut nach ihren Schützlingen benannt: „Zur Fledermaus“. In der „AZ“ ist gerade ein Artikel über die Steeger Luftwaffe erschienen. Fledermaus-Kolonien gibt es auch in den Kirchen von Niederheimbach und Oberdiebach. Allgemeine Zeitung

Digitaler Frühschoppen in Boppard

SWR3-Profi Josh Kochhann moderiert am 27. September eine digitale Weinprobe aus dem Bopparder Hamm. Das Programm ist für Hartgesottene – angestoßen wird ab 11 Uhr morgens. Es gibt 7 Weine der Bopparder Weingüter Michael Schneider, Rolf Bach, Toni Lorenz. Königshof, Heilig Grab, Walter Perll und August Perll. Das Probierpaket mit 7 Flaschen und 1 x Rhenser Mineralwasser als Zugabe kostet 55 Euro plus Versandkosten. Probiert wird live auf Facebook und YouTube. Rhein-Zeitung

Der 80-Jährige, der aufs Fahrrad stieg und verschwand

Von Basel bis ins niederländische Arnheim sind es rund 800 Kilometer. Dass man dafür weder Auto noch Flusskreuzer braucht, zeigt der pensioniere Düsseldorfer Professor Joachim Schipke. Der 80-Jährige fährt die Strecke gerade mit dem Fahrrad ab. Am Montag passierte er St. Goar. Rhein-Zeitung

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