Journalistisches Blog über das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal

Monat: September 2021 Seite 1 von 8

B-Day in Boppard: Bersch geht von Bord

16 Jahre Angela Merkel sind nichts gegen die Amtszeit von Walter Bersch. Boppards SPD-Bürgermeister hatte 24 Rathaus-Jahre auf dem Buckel, als er am Montag seine letzte Stadtratssitzung leitete. Philipp Loringhoven und Niko Neuser, die sich beide vergeblich um seine Nachfolge beworben hatten, wussten es beim Abschied noch genauer. Sie kamen auf exakt 8817 Tage. Mitte Oktober übernimmt CDU-Mann Jörg Haseiner. Er hatte sich in der Urwahl Ende März durchgesetzt. Bersch selbst durfte aus Altersgründen nicht mehr kandidieren. Die Bürgermeister-Bilanz klingt nicht schlecht: Anders als andere Mittelrhein-Kommunen hat Boppard weit weniger Einwohner verloren als prognostiziert. In der Stadt leben immer noch rund 16.000 Menschen, gleichzeitig wurden über 600 neue Gebäude gebaut. Berschs letzte große Projekte sind die Neubaugebiete in Bad Salzig und Buchholz, die vom Stadtrat gerade abgesegnet wurden. Wie immer hat der Bürgermeister sein Ding gegen Widerstände durchgezogen. Die Bopparder Grünen kritisieren die Pläne. Sie warnen vor Landschaftsversiegelung und Waldverlust. Rhein-Zeitung

Walter Bersch ist seit 1997 Bürgermeister von Boppard.

Walter Bersch ist seit 1997 Bürgermeister von Boppard.

Keine Ruhe auf der Loreley

In der Wintersaison wird auf der Loreley wieder gewerkelt. Laut SWR werden u. a. Geländer mit Informationstafeln installiert und am Besucherzentrum entstehen zusätzliche barrierefreie Parkplätze. Außerdem startet ein Wettbewerb für eine neue Loreley-Statue. Allein das Land Rheinland-Pfalz hat bisher fast 8 Millionen Euro in die Neugestaltung des Plateaus gesteckt. SWR

Schülerinnen an die Macht

19 Jahre nach ihrem Abitur am Wilhelm-Hofmann-Gymnasium in St. Goarshausen kehrt Janina Wolf an ihre alte Schule zurück – als Direktorin. Die Mathe- und Deutschlehrerin war zuletzt Vize am Gymnasium in Dietz. An ihrer alten Schule am Rheinufer wird sie Chefin von fast 60 Lehrkräften. Einige davon unterrichteten bereits, als Wolf selbst noch Schülerin war. Rhein-Zeitung

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Strandbar in Rüdesheim und bezahlbar in Bingen

Strandbars gibt es am Rhein einige, aber nur eine „Strandperle“. Der Geisenheimer Beachclub ist die Nr. 1 zwischen Mainz und Koblenz, weil er Gastronomie und Standup-Paddling kombiniert.  Bis jetzt. Ende Oktober muss Inhaber Dietmar Tietze den kompletten Betrieb abbauen, weil der Pachtvertrag nicht verlängert wurde. Tietzes Pech könnte für die benachbarte Welterbe-Kommune Rüdesheim ein Glücksfall sein. Die Stadt würde Tietze und seine „Strandperle“ liebend gern aufnehmen. Allerdings sperrt sich die Kreisverwaltung, weil das vorgesehene Areal als Überschwemmungsgebiet ausgewiesen ist. Bis der Fall entschieden ist, kommt die „Strandperle“ trotzdem ins Welterbetal – laut „Wiesbadener Kurier“ wird der gesamte Beachclub im demontierten Zustand in Bingen zwischengelagert. Wiesbadener Kurier, Strandperle

Blick auf Rüdesheim und Bingen. Foto: Romantischer Rhein Tourismus / Henry Tornow

Blick auf Rüdesheim und Bingen. Foto: Romantischer Rhein Tourismus / Henry Tornow

Bezahlbar in Bingen

Der Immobilienboom ist längst in Bingen angekommen. Wegen der Nähe zum Rhein-Main-Gebiet gilt die Stadt als teuerstes Pflaster am Oberen Mittelrhein. Weil der Markt nicht alles regelt, wollen Verwaltung und Stadtrat wieder in kommunales Wohneigentum investieren. Dazu wurde gerade die „Entwicklungsgesellschaft Bingen“ (EGB) reaktiviert. Die städtische Firma war für die Landesgartenschau 2010 gegründet worden. Jetzt soll sie als gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft dienen und für bezahlbaren Wohnraum sorgen. Allgemeine Zeitung

Bio-Wein made in GOA

Bisher gab es im Welterbetal nur 4 Bio-Weingüter: Kauer in Bacharach, Scherer in Manubach, Mohr in Lorch und Christ in Rüdesheim. Jetzt steht Nr. 5 fest: Die St. Goarer Brüder Martin und Thomas Philipps sind mit ihrem Weingut Philippsmühle dem Branchenverband Ecovin beigetreten. Zertifizierten Öko-Wein made in St. Goar gibt es aber erst 2024. Bis dahin läuft die Phase der Umstellung. Rhein-Zeitung, Ecovin, Weingut Philippsmühle

Die 4 von der Fähre

Manchmal sind Fähren lebenswichtig. Ende Dezember 2020 verlor ein Wohnmobilfahrer zwischen Bacharach und Oberwesel die Kontrolle über sein Fahrzeug und kippte in den Rhein. Zum Glück war die Kauber Fähre in der Nähe. Der Schiffsführer manövrierte so geschickt, dass das Wohnmobil zwischen Ufer und Schiffsrumpf gehalten wurde und weder unterging noch abtrieb. Von der Fähre aus kletterten 3 spontane Helfer auf das Dach des Fahrzeugs und zogen den Fahrer heraus. Die 4 von der Fähre sind gerade mit der Rettungsmedaille des Landes Rheinland-Pfalz ausgezeichnet worden: Dustin Kern aus Dörscheid, Kevin Kilp und Andre Kimpel aus Kaub und Benedict Simon aus Nochern. Rhein-Zeitung

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Eklat in Lorch und Energiewende in Presberg

Lorchs Bürgermeister Ivo Reßler hatte mit seinen Stellvertretern bisher wenig Glück. Als er Anfang 2020 ins Amt kam, fand er einen Buddy seines Vorgängers Jürgen Helbig vor. Nach der Kommunalwahl 2021 folgte der sendungsbewusste Rolf Schmidt im Amt des „Ersten Stadtrats“ – so heißt in Hessen der Erste Beigeordnete, also Vize-Bürgermeister. Schmidts großes Thema ist die umstrittene Privatisierung von sozialem Wohnraum in Lorch, die von Ex-Bürgermeister Helbing vorangetrieben worden war. Der Deal mit einem kommerziellen Immobilienunternehmen aus Limburg betrifft die mittlerweile aufgelöste örtliche Wohnungsbaugenossenschaft und die gemeinnützige Maria-Kaufmann-Stiftung, beides privatrechtliche und keine städtischen Einrichtungen. Schmidt verbiss sich in die Idee, gerichtlich gegen den Verkauf vorzugehen und wälzte selbst Gesetzestexte, obwohl ein Jurist des hessischen Städte- und Gemeindebundes eine Klage für aussichtslos hielt. Bald richtete sich Schmidts Furor auch gegen Reßler, der einen Rechtsstreit ohne Erfolgsaussichten ablehnte. Der Streit eskalierte und Schmidts Fraktionskollegen von der „Liste Lorch“ (LiLo) gingen zu ihren Ersten Stadtrat auf Distanz.  Jetzt hat Schmidt hingeschmissen. In einer Mail, die Mittelrheingold vorliegt, erklärt er seinen Rücktritt und spricht von „Machenschaften“ und „wabernden Geruch der Korruption“. Laut Schmidt ist der „frische Wind in Lorch abgeflaut, der alte Mief der Lorcher Politik steigt wieder hoch.“  Presseerklärung von Rolf Schmidt

Maria Kaufmann dreht sich im Grabe um“: Protest gegen die Immobilien-Deal in Lorch. 

Energiewende in Presberg

Im Rüdesheimer Höhenort Presberg stockt das geplante Solarfeld-Projekt. Laut „Wiesbadener Kurier“ hat sich das Karlsruher Ökostrom-Unternehmen Altus bisher erst 4,7 Hektar Land gesichert. Bis zu 25 Hektar wären möglich. Im Ort ist die Umwidmung von Agrarland in Industrieflächen umstritten, mehrere Grundstücksbesitzer wollen ihr Land nicht hergeben und der Jagdpächter sperrt sich ebenfalls. Die Stadt Rüdesheim würde vom Strom-Umsatz allerdings profitieren, wenn auch nicht bombastisch. Sie könnte nach heutigem Stand mit rund 11.000 Euro im Jahr rechnen. Wiesbadener Kurier

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