Journalistisches Blog über das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal

Monat: Januar 2018 Seite 2 von 9

Bingen wächst und Boppard schrumpft

Gibt es bald 30.000 Binger?

Bingen boomt: 27.667 Einwohner zählte das Einwohnermeldeamt in diesen Tagen. Die Nähe zu den Rhein-Main-Metropolen, die günstige Verkehrsanbindung und natürlich die Lage zwischen Rhein und Wein machen die Stadt zum attraktiven Wohnort. Oberbürgermeister Thomas Feser ist laut „AZ“ sogar schon „für mehr als 30.000 bereit.“ Zum Vergleich: Ende 2015 lebten in Bingen knapp 2700 Menschen weniger als heute.  Allgemeine Zeitung (Bingen-Boom)  statistik.rlp.de (Bingen-Daten des Statistischen Landesamtes).

Boppard hofft auf Marienberg und Hirzenach wird alt

Während Bingen deutlich wächst, ist stromabwärts in Boppard die Einwohnerzahl leicht geschrumpft. Die gute Nachricht: Demografen hatten eigentlich noch schlimmeres befürchtet und die Stadt schon unter der 16.000er Marke gesehen. Ende 2017 lebten exakt 16.056 Menschen in Boppard. Auf dem Weg zur Seniorenresidenz scheint der Stadtteil Hirzenach: Laut „RZ“ sind mitterweile 45 Prozent der Einwohner über 60 Jahre  und nur 11 Prozent unter 20. Für die Zukunft Boppards rechnet Bürgermeister Walter Bersch mit etwa konstanten Einwohnerzahlen. („Es gibt eine ganze Latte von Bauanträgen für hochwertige Wohnungen“). Helfen könnte auch die Sanierung des maroden Klosters Marienberg. Über die Pläne eines österreichischen Investors hat in der vergangenen Woche auch der SWR berichtet. Rhein-Zeitung (Boppard-Zahlen), SWR Aktuell (Kloster Marienberg, mit Video)

Die fliegende Säge von Koblenz

Die Piloten der Spritzhubschrauber am Mittelrhein sind echte Könner, das weiß man schon lange. (Wer es nicht glaubt: Hier ein Video aus dem Jahr 2015 mit der damaligen Burgenbloggerin Jessica Schober). Auch nicht langweilig ist der Job eines Koblenzer Fliegers, über den das SWR-Fernsehen berichtet: Jürgen Schütz sägt Baumwipfel ab – von oben. SWR (Video)

Foto des Tages: Das Morgenbachtal und der Rheingau

Hasso Mansfeld schoss das Foto am vergangenen Wochenende vom Binger Wald aus. Auf den Höhen der rechten Rheinseite ist noch etwas Schnee zu sehen.

Blick über das Morgenbachtal auf die rechte Rheinseite. Foto: Hasso Mansfeld.

Blick über das Morgenbachtal auf die rechte Rheinseite. Foto: Hasso Mansfeld.

Der Rheinpegel sinkt und in Rüdesheim wundert man sich

Das Hochwasser zieht nach Norden und kommt hoffentlich nicht wieder wieder

Im Tal der Loreley sinkt der Rheinpegel. Am Wochenende kann die B9 bei St. Goar wohl wieder freigegeben werden, vielleicht auch schon die Strecke bei Oberwesel.  In St. Goarshausen wird am Samstag schon über den Abbau der Stege und Reinigungsarbeiten gesprochen. Laut „RZ“ rechnen Hochwasser-Profis aber schon mit der nächsten Welle: „Bei erfahrenen Mittelrheinern heißt es: Das Hochwasser kommt dreimal“. Hinter Koblenz ist sowieso noch Land unter. Rhein-Zeitung (linksrheinisch), Rhein-Zeitung (rechtsrheinisch), SWR-Landesschau Rheinland-Pfalz (mit Video)

Iris Schäfer machte dieses Hochwasser-Foto aus Spay – mit der Marksburg im Hintergrund:

Hochwasser in Spay. Foto: Iris Schäfer

Hochwasser in Spay. Foto: Iris Schäfer

Neuer Ärger um die Brömserburg

Der Rüdesheimer Bürgermeister Volker Mosler hat in Sachen Brömserburg bisher keine besonders gute Figur gemacht. Auf seine Kappe geht u.a. die missglückte Ausschreibung, die demnächst wiederholt werden muss. Ein Pächter für die Burg aus dem 12. Jahrhundert ist nicht in Sicht, und in 2 Monaten geht die Saison los. Zwischendurch kam Mosler mit der Idee, die Rüdesheimer Tourist-Info in die Burg umziehen zu lassen – auch wegen der vielen Parkplätze dort. Das bringt nun den Rüdesheimer Unternehmer Alexander Lill auf die Palme, den jetzigen Vermieter der Tourist-Info in der Rheinstraße. Lill betreibt in der Nähe auch einen Kurzzeit-Parkplatz für 50 Autos. Wiesbadener Kurier, ruedesheim.de (Tourist-Info)

Rhens braucht einen Radweg

Die B9 zwischen Stolzenfels und Rhens ist für Radfahrer lebensgefährlich. Drei schwere Unfälle gab es seit 2009, zwei davon mit tödlichem Ausgang. Zuletzt starb im November vergangenen Jahres ein 63-Jähriger Rhenser. Laut „RZ“ verspricht der Landesbetrieb Mobilität jetzt einen anständigen Radweg. Rhein-Zeitung 

Hier spricht die Polizei

Einbruch in Weisel: Am Donnerstag zwischen 16 Uhr 15 und 23 Uhr drang jemand in ein Haus in der Freiherr-vom-Stein-Straße ein und stahl Schmuck und ein Notebook. Man habe bisher keine Hinweise auf den oder die Täter, teilt die Polizei St. Goarshausen mit und bittet um Informationen „im Bezug auf verdächtige Beobachtungen (Personen oder Fahrzeuge)“. Die Telefonnummer der Dienststelle ist die 06771/9327-0. Presseportal.de

Foto des Tages

Fensterln am Mittelrhein: In St. Goarshausen baute die Feuerwehr Hochwasserstege für betroffene Anwohner. Josef Dommershausen aus St. Goarshausen fotografierte eine fleißige Postbotin bei der Arbeit.

Hochwasser in St. Goarshausen: Eine Postbotin stellt Briefe durchs Fenster zu. Foto: Josef Schmitt.

Hochwasser in St. Goarshausen: Eine Postbotin stellt Briefe durchs Fenster zu. Foto: Josef Dommershausen.

Über Hochwasser und Blogger in Boppard und Bingen

Höhepunkt des Hochwassers

Das Hochwasser hat seinen Scheitelpunkt erreicht und sollte am Wochenende zurückgehen. Bei Oberwesel ist die B9 seit Mittwochabend gesperrt. Die Rheinanlagen stehen komplett unter Wasser. Schlimmer wird es aber wohl nicht mehr kommen: Die Mitarbeiter des städtischen Bauhofs denken schon ans Aufräumen in der kommenden Woche. Die Rheinschifffahrt ist bis auf wenige Ausnahmen eingestellt. In Bingen ist die Fähre weiter in Betrieb.  Im Rheingau musste die Feuerwehr einen Autofahrer retten, der eine gesperrte Straße befahren hatte und im Hochwasser stecken blieb. Stromabwärts geht zwischen Kaub und Kamp-Bornhofen nichts mehr. Rhein-Zeitung, SWR aktuell (mit Video), Hessenschau (mit Video)

Wie man sehr günstig ins Bopparder Luxus-Hotel Bellevue kommt

Marek Gawel, Juniorchef des Vier-Sterne-Hotels Bellevue in Boppard, geht mit der Zeit. In einem Artikel von Ex-Burgenblogger Moritz Meyer erklärt er, wie er mit so Influencern zusammenarbeitet –  also mit kleinen und großen Internet-Berühmtheiten, die zu Sonderkonditionen bei ihm wohnen dürfen und dafür über das „Bellevue“ berichten. Das so genannte „Influencer Marketing“ ist in der Werbe- und Medienbranche der letzte Schrei. Gawel schaut aber genau hin, bevor er jemanden einlädt. Er will keine Schnorrer, sondern seriöse Gastronomie- und Reiseblogger in seinem Hotel. Einer von ihnen ist Jens Glatz („Kochhelden TV“), der im vergangenen Jahr in Boppard war. „Dieser Austausch ist enorm wertvoll für uns“, sagt Marek Gawel. „Als Hotel muss man sich in dieser Szene heutzutage ein Netzwerk aufbauen.“ (Hinweis in eigener Sache: Moritz Meyers Artikel ist im Digitalmagazin LEAD erschienen, für dessen Münchner Verlag ich selbst arbeite). LEAD, bellevue-boppard.de (Website des Hotels), Instagram (Post von Kochhelden TV aus dem Bellevue).

Blogger in Bingen

„Influencer“ sind gerade auch in Bingen ein Thema – auch wenn „AZ“-Redakteur Erich Maria Lang den Ausdruck vermeidet und in einem kurzen Artikel lieber von „Bloggern“ spricht („Menschen also, die sich auf einer Seite im ‚www‘ über ein bestimmtes Thema verbreiten, in der Hoffnung, dass es Leser findet“). Laut „AZ“ ist auch die Touristinformation Bingen an Kontakt zu Bloggern / Influencern interessiert. Sie hat auch schon einen Blogger in Bingen gesichtet. Er werde am kommenden Samstag bei der Karnevalssitzung der „Schwarzen Elf“ dabei sein. Die Zeitung will „sehen und berichten“. Allgemeine Zeitung, bingen.de (Kontakt Touristinformation)

Lorch sucht einen Kita-Betreiber

Im Sommer will die Evangelische Kirchengemeinde Kaub-Lorch aus der Kita „Am Zauberwald“ auf dem Ranselberg aussteigen. Ein neuer Träger wird jetzt per EU-weiter Ausschreibung gesucht. Lokale Einrichtungen wie die katholische Pfarrei Heilig Kreuz und die Caritas hatten zuvor abgewunken. Die Stadt Lorch beziffert die Personalkosten mit rund 200.000 Euro jährlich. Wiesbadener Kurier

Trechtingshausen sammelt für Familie Helmen

Die Bürger von Trechtingshausen „stehen in der Not zusammen“, findet Ortsbürgermeister Herbert Palmes und ruft zu Spenden für die Familie Helmen auf. Ihr Haus in der Bahnhofstraße ist seit dem Brand am 16. Januar  unbewohnbar. Bis die Versicherung zahlt, dauert es wahrscheinlich Monate, und manches wird wohl auch nicht ersetzt. Die „AZ“ gibt folgendes Spendenkonto der Gemeindeverwaltung an:

„Wohnhausbrand Familie Heimen“
Sparkasse Rhein-Nahe
IBAN DE05 5605 0180 0030 0134 78
BIC MALADE51KRE.

Auf Wunsch werden auch Spendenquittungen ausgestellt. Allgemeine Zeitung, trechtingshausen.de (Website der Gemeinde mit Kontaktmöglichkeit zu Bürgermeister Palmes)

Foto des Tages: Hochwasser in Boppard

Die großartige Mittelrhein-Instagramerin Sandra Bruns schoss das Foto am Donnerstag, und ich habe es zuerst für St. Goar gehalten. Danke für den Hinweis, Marcel D’Avis 🙂

2. Januarhochwasser 2018 in St. Goar - fotografiert von Sandra Bruns.

2. Januarhochwasser 2018 in St. Goar – fotografiert von Sandra Bruns.

Seitenblick: Was der Rhein anderswo mit sich bringt

Auch wenn es beim besten Willen nicht mehr zum Oberen Mittelrheintal gehört: Im Historischen Museum Basel werden noch bis zum 4. März Funde aus dem Rhein gezeigt, angesammelt in mehreren Jahrtausenden – von römischen Münzen über mittelalterlichen Waffen, Kanonenkugeln aus dem 18. Jahrhundert und einem Hitler-Bild bis hin zu Revolvern, Gebissen und Fahrrädern. barfi.ch

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