Journalistisches Blog über das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal

Monat: Juli 2021 Seite 1 von 5

Loreley-Boss gesucht

Tourismus-Marketing ist am Mittelrhein immer ein bisschen komplizierter als anderswo. Zur üblichen Zersplitterung der Region – 2 Bundesländer, 5 Kreise, ein Fluss mittendurch – kommt die besondere rheinland-pfälzische Kommunalverfassung mit der Zwischeninstanz „Verbandsgemeinde“. Das Nebeneinander von Kommunen und VG-Verwaltung spiegelt sich auch beim Tourismus-Marketing wider. Städte wie St. Goar und Oberwesel etwa betreiben wie in alten Zeiten eigenständige Tourist-Infos. Gleichzeitig gibt es Tourismus-Marketing bei der übergeordnete VG Hunsrück-Mittelrhein. Anderswo, in Rüdesheim zum Beispiel, herrscht ein Nebeneinander von privaten und staatlichen Initiativen. Die ultimative Lösung wird es nie geben. Kleine kommunale Einheiten sind ebenso wenig perfekt wie die Idee des großen touristische Zentralstaats, von der am Mittelrhein manche träumen. Wichtig für Austausch und Vernetzung ist die Tourismusgemeinschaft „Tal der Loreley“, ein Zusammenschluss aller touristischen Akteure und Instanzen im Welterbetal mit Sitz in St. Goar. Gegenüber in der Verbandsgemeinde Loreley setzt man auf ein neues Modell. Dort hat die VG gerade eine eigene Tourismus-GmbH gegründet, die bisherige Vereinsstrukturen ablösen und die Vermarktung professionalisieren soll.

Die „Loreley Touristik GmbH“ bündelt nicht nur die Tourismus-Werbung an der Rheinfront von Braubach bis Kaub, auf den Höhen und in Seitentälern bis Sauerthal. Sie ist auch die Hausherrin auf der Loreley und zuständig für deren Bewirtschaftung. Darum wird sie direkt auf dem Plateau angesiedelt. Der frühere Osterspaier Bürgermeister Helmut Bündgen führt übergangsweise die Geschäfte. VG-Bürgermeister Mike Weiland sucht parallel nach einem Vollzeit-Manager. Auf der Website der VG ist der Loreley-Job ausgeschrieben. Gesucht wird ein Tourismus-Profi, der „die strategische und operative Ausrichtung des Unternehmens“ verantwortet und ein bis zu 9-köpfiges Team führt. Der oder die künftige Chef:in kann sich nicht allein auf Zuschüsse aus der VG-Kasse verlassen. Der Business-Plan sieht u. a. Einnahmen aus Merchandising und Parkplatzbewirtschaftung vor. Die Stelle ist zunächst für 5 Jahre befristet. Bezahlt wird nach den Regeln des Öffentlichen Dienstes. Rhein-Zeitung, VG Loreley (Ausschreibung)

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Chillen am Ufer und das teuerste Schieferdach von Bingen

Alex Ott und Max Meyer haben es geschafft: Die beiden Binger dürfen ab sofort und an 16 Saison-Tagen wieder ihren „Ankerplatz“ am Binger Rheinufer eröffnen. Zwischen Museum und Alter Stadthalle gibt es Wein, kleine Leckereien, Live-Musik und Picknick-Möglichkeiten. 70 Liegestühle stehen schon bereit. Ein Stück stromaufwärts bewirtschaften das „Zollamt“ und die „Vinothek“ bereits einen ebenfalls musikberieselten Freiluft-Abschnitt namens „Sunset Walk“. Der „Ankerplatz“ von Ott und Mayer war nicht unumstritten. Im ersten Corona-Sommer 2020 landeten die beiden Pop-up-Unternehmer einen gastronomischen Sommerhit am Alten Kran. Anwohnern und Konkurrenten ging die spontan entstandene Party-Meile allerdings schnell auf den Geist. 2021 verweigerte die Stadt zunächst die Erlaubnis, dann versuchte sie, den „Ankerplatz“ in den abgelegeneren Park am Mäuseturm zu bugsieren. 16 Tage an 4 verlängerten Wochenenden direkt an der Kernstadt-Promenade sind der Binger Kompromiss. Allgemeine Zeitung, Facebook („Ankerplatz Bingen“)

Binger Rheinufer mit 2 Schiffen.

Binger Rheinufer. Foto: Stadt Bingen / Dominik Ketz

Das teuerste Schieferdach von Bingen

Apropos Bingen: Die katholische Basilika St. Martin ist die Hauptkirche der Stadt und den Bingern lieb und teuer. So teuer, dass 4,3 Millionen Euro für ein neues Schieferdach aufgebracht werden müssen. Das ergab ein Gutachten des Bopparder Dachdeckermeisters und Handwerkskammer-Sachverständigen Lothar Henzler. Demnach würde der eigentliche Schiefer noch ein paar Jahre durchhalten. Trotzdem sollte die Sanierung bald starten, weil schon Teil der Bleiabdeckung abfallen und Menschen gefährden. Allgemeine Zeitung, Henzler Boppard (Website des Sachverständigen, nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen Bopparder Dachdeckerfirma von Michael Weitzsch)

Boppard und der Fledermaus-Sound

Fledermäuse gelten als äußerst kommunikativ. Allerdings bekommen Menschen nichts davon mit, weil sich die fliegenden Quasselstrippen mittels Ultraschalltönen verständigen. Am Bopparder Rheinufer kann trotzdem mitgehört werden: Dort überträgt neuerdings ein „Fledermausdetektor“ auf Knopfdruck die Tierlaute in die passende Hörfrequenz. Das Gerät, das an einen Parkscheinautomaten erinnert, soll Fledermaus-Forscher unterstützen und interessierte Laien ansprechen. Zur Einweihung kam Umweltministerin Anne Spiegel vorbei.  Rhein-Zeitung, Nabu (Pressemitteilung)

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Wirte kämpfen sich zurück und Winzerinnen kommen ins Kino

Nach dem Virus kommt die Pleiteweile, fürchteten spätestens im 2. Lockdown viele Wirte und noch mehr Gäste. Aber zumindest der Rhein-Hunsrück-Kreis scheint von der ganz großen Krise verschont zu bleiben. Josef Mayer, Kreisvorsitzender des Branchenverbandes Dehoga und Seniorchef des „Eisernen Ritter“ in Boppard, hat bisher nur von einem einzigen Betrieb erfahren, der wegen Corona schließen musste. Entwarnung gibt Mayer aber nicht. Das ganze Ausmaß des Schadens werde erst nach der Wintersaison sichtbar sein, heißt es. Ein verregneter Herbst oder die 4. Welle könnte das Aus bedeuten. Laut „RZ“ befürchtet Mayer, dass noch „10 bis 20 Prozent“ aufgeben. Momentan herrscht bei den Mittelrhein-Wirten eher Optimismus als Angst. Sie denken nicht an Rezession und leere Gasträume, sondern haben ein ganz anderes Problem: Personalmangel. Peter Gödert aus St. Goar-Biebernheim („Landgasthof Rebstock“)  etwa hat während des Lockdowns jede dritte Aushilfskraft verloren. Teile des Teams sind in vermeintlich sicherere Branchen gewechselt. Das Stammpersonal konnte er halten, trotzdem fehlen Fachkräfte. Aktuell sucht Gödert u. a. 2 Köche. Zu tun gibt es genug: Neben dem Stammbetrieb auf der Höhe bewirtschaftet er auch den Biergarten am St. Goarer Rheinufer. Rhein-Zeitung, Landgasthof Rebstock

Burg Rheinfels gehört der Stadt St. Goar. Foto: Romantischer Rhein Tourismus / Friedrich Gier

Blick auf St. Goar. Foto: Romantischer Rhein Tourismus / Friedrich Gier

Open-Air in Oberwesel

Der Kinofilm „Wein Weiblich“ dokumentiert Leben und Arbeit von 4 Winzerinnen, darunter 2 Mittelrheinerinnen: Carolin Weiler aus Lorch und Theresa Breuer aus Rüdesheim. Wegen Corona ging der Deutschland-Start von „Wein Weiblich“ 2020 ein bisschen unter. Jetzt gibt es den Film in perfekter Kulisse: Am 13. und 14. August zeigt ihn das Kulturhaus Oberwesel im historischen Klostergarten. Regisseur Christoph Koch und mindestens eine seiner Hauptdarstellerinnen sind dabei. Zum Ticket gibt es natürlich Secco, Wein und einen Imbiß.  Kulturhaus Oberwesel

28 Millionen für die Binger Unterwelt

Mit dem Wasserbau ist es wie mit der Virologie: Früher interessierte das Fach fast keinen Menschen, aber große Krisen verändern alles. Spätestens seit der Flutkatastrophe an Ahr, Erft und Lenne sorgen sich die Deutschen um ihre Kanalisation. In Bingen war die Unterwelt gerade Thema im kommunalen Werksausschuss. Demnach muss die Stadt in den kommenden 20 Jahren rund 28 Millionen Euro in ihr Kanalnetz investieren. Das unterirdische System umfasst laut „AZ“ insgesamt 180 Kilometer Rohre und 5.000 Leitungen. Es ist rund eine Viertel Milliarde Euro wert. Allgemeine Zeitung

Ein altes Kloster in Rüdesheim

In Rüdesheim hat sich ein Förderverein „Altes Hildegardiskloster Eibingen“ gegründet. Die Aktivisten wollen das Gelände rund um die Eibinger Wallfahrtskirche neu gestalten und an den Standort des früheren Hildegard-Klosters erinnern. Die Geschichte des Baus reicht bis ins Mittelalter zurück, heute sind nur noch Reste erhalten. Anfang des 20. Jahrhunderts entstand weiter oberhalb die neue Abtei St. Hildegard. Wiesbadener Kurier, Wikipedia

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