Anna Elisabeth Bach ist die Globetrotterin unter den Mittelrhein-Wirten. Die Bopparderin reiste durch den Himalaya, Indien, Amerika und Russland, ehe sie 2015 in ihrer Heimatstadt zurückkehrte und die Pension Haus Adams eröffnete. Von Boppard aus pflegt Bach intensive Kontakte nach Nepal und Tibet. Sie ist praktizierende Buddhistin, betreibt neben der Hotellerie eine Naturheilpraxis für Tibetische Medizin und bietet dort auch Kurse an.  7 Fragen an die Bopparderin vom Dach der Welt.

Anna Elisabeth Bach ist seit 2015 zurück in Boppard. Foto: Privat.

Anna Elisabeth Bach ist seit 2015 zurück in Boppard. Foto: Haus Adams.

Buddhismus und Boppard, das ist eine ungewöhnliche Kombination. Was hat dich in den Himalaya gezogen?

Die Kombination ist sehr passend, Boppard ist eine sehr kulturträchtige Stadt, und der Buddhismus kann als Bereicherung angesehen werden. Die Lehren des Buddha können in allen Kulturen und Nationen Fuß fassen, wenn die Menschen dafür offen sind. Wir betreiben keine Mission, es ist sehr wichtig, das hier zu betonen. Es ist eine Entwicklung zum Wohle aller fühlenden Wesen.

Jetzt bist du zurück in deiner Heimatstadt. Wie bist du dort aufgenommen worden? Als Exotin oder spielt das für die Bopparder alles keine Rolle?

Die deutsche Heimatstadt habe ich mir sehr bewusst wieder als „Basislager“ ausgesucht. Ich möchte einen Beitrag, wie auch immer, für Boppard leisten. Die Möglichkeiten und die Infrastruktur sind für unsere Aktivitäten sehr gut. Die Erreichbarkeit mit Auto, Bahn und Flugzeug waren wichtige Punkte bei meiner Entscheidung, die Pension Haus Adams wieder zu aktivieren.

Ja, es könnte sein, dass ich als Exotin betrachtet werde. Jemand, der so viele Jahre unterwegs war, wird vielleicht als Vagabund oder exotischer Vogel betrachtet. Da ich ja ein Leben führe, das nicht „normal“ ist. Das Reisen wird nicht aufhören, denn es gibt da eine weitere Heimat in dem Stadtteil „Swoyambhu“ in der Hauptstadt Kathmandu von Nepal.

Bach hat den Himalaya zu Fuß und zu Pferd erkundet. Foto: Haus Adams.

Bach hat den Himalaya zu Fuß und zu Pferd erkundet. Foto: Haus Adams.

Du betreibst mit „Haus Adams“ eine Pension in der Stadt. Wie wirkt sich deine Himalaya- (Nepal) Erfahrung darauf aus?

Die Himalaya-Berge in Nepal sind weltberühmt, und viele Menschen aus aller Welt reisen dorthin. Dadurch habe ich viele verschiedene Menschen kennengelernt. Diese Erfahrungen kann ich sehr gut für die Pension einsetzen. Auch, weil unsere Sherpa-Familie seit vielen Jahren ein Gästehaus in einem ruhigen Wohnviertel in Kathmandu betreibt.

Daneben bist du Heilpraktikerin für Tibetische Medizin und Tibetische Massagen. Was bedeutet das genau?

Die Tibetische Medizin ist ein über 4000 Jahre altes Heilwissen aus dem Himalaya und wird in verschiedenen Ländern dort praktiziert. Ich hatte das große Glück, einen Arzt-Lehrer in Kathmandu-Nepal zu finden, der mir dieses Wissen vermitteln konnte. Es basiert auf den Säulen „Ernährung“, „Verhalten“ (also „Lebensführung“), Anwendung von speziellen Kräutertees sowie äußeren Behandlungen wie speziellen Massagen und Wärmebehandlungen. Der Mensch wird rundum betreut, um die Harmonie und Stabilität von Körper und Geist wiederherzustellen. Seit 2013 besteht die Möglichkeit, eine Ausbildung als Therapeut oder Berater für die Tibetische Medizin bei mir zu machen, es gibt ein Weiterbildungsinstitut im Haus Adams.

Wie ist dein Verhältnis zur klassischen Schulmedizin und konkret zur Bopparder Ärzteschaft? Gibt es da Austausch und Berührungspunkte?

Das Verhältnis zur klassischen Schulmedizin geht so weit, dass ich als Heilpraktikerin immer diese Ebene berücksichtige und beispielsweise dem Patienten sage: „Bitte gehen Sie zu Ihrem Arzt und lassen dies und jenes abklären.“

In Bezug auf die Bopparder Ärzteschaft gab es jetzt eine gute Verbindung zum Krankenhaus Hl. Geist. Ich habe einem meiner Patienten die psychosomatische Abteilung unseres Bopparder Krankenhauses empfohlen. Er wurde dort behandelt und gleichzeitig von mir betreut. Diese Kooperation könnte ich mir für die Zukunft intensiver vorstellen.

Spätestens 2031 findet die Bundesgartenschau am Mittelrhein statt. Was möchtest du bis dahin erreichen?

Ich werde mich mit der Stiftung Sowa Rigpa – buddhistische Wissenschaft vom Heilen – und der Pension Haus Adams aktiv an der Mittelrhein-Buga beteiligen, und zwar in Form eines „Garten der Freude“.

Es wird ein Himalaya-Garten mit ca. 50 – 60 Heilpflanzen angelegt, zudem wird ein begleitendes Magazin erstellt, und wir bieten Führungen und Vorträge für die Buga-Besucher an. Die Menschen können sich im Garten aufhalten, um die Aussicht und Ruhe zu genießen. Also ein komplettes, feines Programm, das die Buga sehr unterstützen wird. Wir blicken auf Erfahrung mit drei „Gärten“ zurück; bei den Landesgartenschauen Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz sowie den Botanischen Garten der Stadt Linz in Österreich.

Basislager Boppard: Das Haus Adams.

Basislager Boppard: Das Haus Adams. Foto: Haus Adams.

Ich freue mich immer über Mittelrhein-Tipps. Welches Lokal, welchen Laden und welchen Aussichtspunkt kannst du im Welterbe-Tal empfehlen?

Meine persönlichen Tipps sind natürlich mehr in Boppard: Die Alte Burg mit dem neuen Lokal Richard von Cornwall, die Gaststätte Karmeliterhof, das Bistro Sixties, die Choco-Bar, das Café Hähn und die Pizzeria La Corona.

Laden: Da ich Bio-Fan bin, empfehle ich unseren Bioladen „Blenemeisje“.

Was die Aussicht angeht: Eine Fahrt mit dem Sessellift mit einem Spaziergang zum Gedeonseck und Vierseenblick, aber auch einen entspannten Spaziergang am Rhein entlang. Natürlich freue ich mich auch über einen Besuch bei uns in der Pension Haus Adams.

Schlussredaktion: Natascha Meyer

Bisher in der Reihe „7 Fragen an …“ erschienen:

Sebastian Busch (Landtagskandidat aus Lorch) – Christian Büning (Designer aus Oberwesel) – Sandra Bruns (Instagrammerin und Journalistin aus Emmelshausen) – Hasso Mansfeld (PR-Berater und Brücken-Aktivist aus Bingen) – Peter Theis (Gastronom und Shop-Betreiber in St. Goar) – Esther Pscheidt (Treibholzkünstlerin aus Lorch) – Wolfgang Blum (Wanderführer und Welterbe-Botschafter auf dem Rheinsteig) – Markus Fohr (Brauereibesitzer und Bier-Sommelier aus Lahnstein) – Christin Jordan und Lars Dalgaard (Journalisten und Winzer in Eltville und Oberdiebach) – Nadya König-Lehrmann (Welterbe-Managerin in St. Goarshausen) – Jörg Lanius (Winzer in Oberwesel) – Mario Link (Lebensmittel-Händler in Boppard) – Rolf Mayer (Kultur- und Event-Manager in Boppard) – Uwe Girnstein (Hotelier in Kamp-Bornhofen)  – Stefan Herzog (Tourismus-Berater und früherer Marketingchef für die Region Rheinhessen) – Horst Maurer (Welterber-Gästeführer aus Oberdiebach) – Gerd Ripp (Gastronomie-Unternehmer auf Schloss Rheinfels und Maria Ruh) – Niko Neuser (Kommunalpolitiker aus Boppard) – Christof A. Niedermeier (Krimi-Autor aus Frankfurt und Schöpfer von „Jo Weidinger“) – Stefan, Andreas und Markus Wanning (Gin-Macher aus Münster-Sarmsheim) – Christoph Bröder (Burgenblogger auf Sooeneck) – Hubertus Jäckel (Architekt aus Oberwesel) – Bernd und Marion Stahl (Gastronomen in Boppard) – Markus Hecher (Burgherr auf Rheinstein) – Timo Ahrens (Strandbar-Gründer aus Oberwesel) – Philipp Loringhoven (Kommunalpolitiker aus Boppard) – Carolin Riffel (Winzerin aus Bingen) – Sarah Hulten – Ex-Weinkönigin, Winzerin und Riesling-Influencerin aus Leutesdorf – Walter Mallmann (Politiker aus St. Goar) – Franziskus Weinert (Einzelhändler und E-Commerce-Experte aus Oberwesel) – Klaus Becker (Präsident der TH Bingen) – Marek Gawel (Hotelier aus Boppard) – Andreas Roll (Initiator der Bopparder „Stolpersteine“, Kommunalpolitiker und Verkehrsplaner) – Rolf Wölfert (Tourismuschef in Rüdesheim) – Joachim Noll und Susanne Pander (Reeder in Boppard) – Tanja Werle (Bloggerin im Rheingau)

Termine des Tages

St. Goarshausen – Loreley Fantasie- und Mittelaltermarkt – 30.September, 11 bis 19 Uhr. Facebook

Stolzenfels – „Zu Tisch – Essen und Trinken auf Schloss Stolzenfels“ / Sonderführung – 30. September, 11 Uhr 30. tor-zum-welterbe.de

Boppard – Weinfest mit Familienprogramm – 30. September, ab 12 Uhr. boppard-tourismus.de

Bacharach – Exkursion nach Hellenpütz / Wanderung mit dem Geschichtsverein zur römischen Siedlung – 30. September, 13 Uhr. VG Rhein-Nahe

Bingen – „Louis und Luca – Das große Käserennen“ im Programmkino Kikibi – 30. September, 15 Uhr. bingen.de

Boppard – „303“ / Kino in der Stadthalle – 30. September, 20 Uhr. boppard.de

Foto des Tages

 

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Lieblingszeit#frühherbst#mittelrhein #mittelrheingold

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