Journalistisches Blog über das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal

Monat: Juni 2021 Seite 2 von 8

Bauen am Mittelrhein: In Koblenz und Bingen boomt es

Geografisch gesehen liegen Koblenz und Bingen am Rand des Welterbetals, aber wirtschaftlich sind es die beiden Dreh- und Angelpunkte. Wie es dort trotz Corona-Krise floriert, zeigen einige große Bauprojekte. In Koblenz hat die „Rhein-Zeitung“ Infos über die geplanten neue Hotels zusammengetragen. Das Ergebnis: Die 2 größten Innenstadt-Projekte laufen wie geplant. Im Commerzbank-Haus in der Clemensstraße öffnet Ende des Jahres ein „Super 8“-Hotel mit 115 Zimmern, und in der Löhstraße entsteht ein 177-Zimmer-Komplex für die Hotelkette „Motel One“ mit einer „Skybar“ inklusive Festungsblick im 5. Stock. Ende 2023 könnte die ersten Gäste anreisen. Umstritten ist ein weiterer Hotelbau in der Altstadt – aber nicht wegen zweifelhafter Rentabilität, sondern weil sich Anwohner um Stadtbild und Grünflächen sorgen. Weiter südlich, schon auf dem Weg nach Boppard, sollen weitere Hotelkapazitäten geschaffen werden: Der bayerische Investor Christian Seitz lässt das Hochhaus der Koblenzer Brauerei umbauen. Auf dem Gelände sollen außerdem bis zu 400 Wohnungen entstehen. Laut „RZ“ läuft alles nach Plan. Die Zeitung bezieht sich auf Bauamtschef Frank Hastenteufel.

Koblenz von oben: Die Seilbahn wurde für die Buga 2011 gebaut. Foto: Henry Tornow / Romantischer Rhein Tourismus

Spätestens zur Buga braucht das Tal mehrere 1000 neue Hotelbetten. Stromaufwärts in Bingen gilt das 2020 eröffnete „Papa Rhein“ am Hafen als Maß aller Dinge. In Bingen konkurrieren potenzielle Hotel-Investoren allerdings mehr und mehr mit Bauherren und Projektentwicklern für Wohnimmobilien. Wegen der Nähe zum Rhein-Main-Gebiet gilt die Stadt als teuerstes Pflaster am Mittelrhein. Der Binger Immobilien-Unternehmer Jan Rickel arbeitet darum an einem ganz großen Ding: Er will das frühere Racke-Gelände zwischen Innenstadt und Nahe in den kommenden Jahren zum Wohnquartier umbauen. Platz ist vorhanden. Laut „AZ“ könnten auf dem 8350 Quadratmeter großen Industrieareal in attraktiver Lage bis zu 12.000 Quadratmeter Wohnfläche entstehen. Rickel ist seit 2019 Eigentümer der Immobilie. Unterhalb des Rochusberges ist eine ähnliche Umnutzung im Gespräch. Dort denkt man über Wohnungen in der ehemaligen St.-Ursula-Kellerei nach. Rhein-Zeitung (Koblenz), Allgemeine Zeitung (Bingen), Wirtschaftsgeschichte RLP (über das Schicksal der Firma Racke)

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Eine S-Bahn für das Welterbetal und die Rückkehr der Asbach-Flaschen

Buga-Geschäftsführer Berthold Stückle tourt durchs Tal, um den Fahrplan für die Bundesgartenschau 2029 vorzustellen. In der Koblenzer Ausgabe der „Rhein-Zeitung“ ist ein Bericht über Stückles Auftritt vor Oberbürgermeister David Langner und dessen Stadtrat erschienen. Demnach denken die Buga-Macher an eine Art S-Bahn, die durch das Tal pendelt und über Shuttle-Bussen mit Parkplätzen an den Autobahnausfahrten verbunden wird. Das Auto soll nicht länger im Mittelpunkt der Verkehrsplanung stehen. Für viele Ortsdurchfahrten heißt das:  Mehr Grün und weniger Beton, Tempo 30 statt Rennstrecke und höhere Sicherheit beim Überqueren der Straße. Rhein-Zeitung

Asbach-Comeback in Rüdesheim

In ihren besten Jahren beschäftigte die Marke Asbach Uralt in Rüdesheim mehrere 100 Menschen. Die Glanzzeiten sind lange vorbei. Nach dem Rückzug der Gründerfamilie landete Asbach zuerst bei einem britischen Konzern und  schließlich bei der niederrheinischen Sprit-Dynastie Underberg. Zum hochprozentigen Underberg-Imperium gehören neben dem gleichnamigen Magenbitter u. a. Pitu und Grasovka. Laut „Wiesbadener Kurier“ wollen die Underbergs jetzt wieder in Rüdesheim investieren. Bisher lassen sie in der Stadt vor allem Weinbrand unterschiedlicher Herkunft zusammenmixen, bald wird hinter dem Asbach-Besucherzentrum auch wieder abgefüllt. Es entstehen rund 30 neue Arbeitsplätze. Wiesbadener Kurier

Was macht eigentlich St. Ursula?

Wo wir gerade beim Alkohol sind: Gegenüber in Bingen wartet die frühere St. Ursula-Kellerei noch immer auf eine zündende Idee. Von den chinesischen Investoren, die dort ein Hotel mit Weinmuseum eröffnen wollten, ist nichts zu hören oder zu sehen. Das Gelände wird übergangsweise von mehreren Gewerbemietern genutzt. In der Stadt hofft man mittlerweile auf den Umbau zur Wohnimmobilie mit Rheinblick. Die Lage am Fuß des Rochusbergs ist attraktiv und die Nachfrage in Bingen hoch. Allgemeine Zeitung

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Tiefergelegt in Rüdesheim und Picknick-Terror in Trexico

Kommenden Monat blickt die Unesco nach Rüdesheim, genauer gesagt auf die letzte deutsche Bundesstraße mit Bahnschranke. Bei der Sitzung des Welterbekomitees wird entschieden, wie das Verkehrsproblem gelöst werden kann. Vermutlich gibt es ein klares Votum gegen eine Überführung. Damit wären sich die Hüter der Welterbes mit den Rüdesheimern einig, denn eine monströse Bahn-Brücke will niemand – außer das Verkehrsministerium von Andi Scheuer, das damit Geld sparen könnte. Wenn die Unesco die Brücke ablehnt und stattdessen eine landschaftsschonende Unterführung fordert, wird der Bund vermutlich nachgeben. Wiesbadener Kurier

Seilbahn in Rüdesheim. Foto: RÜD Tourismus AG / Moritz Kertzscher

Seilbahn in Rüdesheim. Foto: RÜD Tourismus AG / Moritz Kertzscher

Feierbiester in Trexico

Nach den ersten heißen Wochenenden liegen in Trechtingshausen wieder die Nerven blank. Alle Versuche, das Strand- und Partychaos in diesem Jahr in den Griff zu bekommen, scheinen gescheitert. Die kleine Gemeinde kämpft wie 2020 mit Bergen von Müll. „Die Probleme sind jetzt schon so gravierend wie im August 2020“, schreibt „AZ“-Mann Jochen Werner. Trexico gilt seit einiger Zeit als „Geheimtipp“ für Picknick-Proleten aus dem Rhein-Main-Gebiet und dem Kreis Bad Kreuznach. Orts- und Verbandsgemeinde sind machtlos, weil der Uferbereich dem Bund gehört. Allgemeine Zeitung

Ein Hotel unterm Hammer

In Bad Salzig ist das marode „Rhein-Hotel“ unter den Hammer gekommen. Laut „Rhein-Zeitung“ wurde für den 4-geschossigen Altbau an der Uferpromenade deutlich mehr gezahlt als gedacht. Das Mindestgebot lag bei 250.000 Euro, der tatsächliche Kaufpreis bei 405.000 Euro zzgl. 7,14 Prozent Provision. Was aus dem früheren Vorzeige-Hotel wird, ist unklar. Der bisherige Eigentümer plante die Umwandlung in Eigentumswohnungen. Rhein-Zeitung, Westdeutsche Grundstücksauktionen (Unterlagen mit Bildern)

Air Bambi in Biebernheim

Alexandra und Marko Weber gehen für Mittelrhein-Tiere zwar nicht selbst in die Luft, aber sie lassen eine Drohne fliegen. Ihre Initiative „Wildtierhilfe an der Loreley“ spürt mit Hilfe einer Wärmebildkamera Rehe und Hasen auf, bevor die Mähmaschine kommt. Rehkitze sind besonders gefährdet. Weil sie nach der Geburt noch keine Fluchtreflexe haben, laufen sie vor dem Lärm der Maschine nicht weg, sondern bleiben wie gebannt an Ort und Stelle. Im vergangenen Jahr konnten die Webers innerhalb von 4 Wochen132 Jungtiere ausmachen. Wer seine Wiese mähen will ohne Wildtiere zu gefährden: Auf der Website der Wildtierhilfe können Landwirte sogar Online-Termine buchen. Wildtierhilfe an der Loreley, Rhein-Zeitung

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