Journalistisches Blog über das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal

Monat: Juni 2021 Seite 1 von 8

Bacharach hat einen Dachschaden und Osterspai geht wandern

Wer direkt vor dem historischen Gerbhaus am Bacharacher Holzmarkt steht, sieht es nicht auf Anhieb. Dem rund 200 Jahre alten Gebäude droht der Totalschaden, weil ein scheunentorgroßes Loch im Schiefer klafft und das Gebälk wegfault. In der Nachbarschaft hat sich eine Bürgerinitiative gebildet, um das Haus am Eingang des legendären „Malerwinkels“ zu retten.  Das Problem: Die Besitzerverhältnisse sind kompliziert, die Eigentümer unsichtbar und die Kommunalpolitiker machtlos. Zuständig ist eigentlich die Kreisverwaltung als Untere Denkmalschutzbehörde. Eine Online-Petition soll den Druck erhöhen. Laut rheinland-pfälzischem Denkmalschutzgesetz können die Behörden Sicherungsmaßnahmen anordnen, wenn die Besitzer schutzwürdiger Immobilien untätig bleiben. Open Petition (digitale Unterschriftenliste), Allgemeine Zeitung (Hintergrund)

Das historische Gerbhaus (M.) ist vom Verfall bedroht.

Dem historischen Gerbhaus (M.) droht der Totalschaden. Foto: Frank Zimmer / Mittelrheingold

Osterspai geht wandern

8 Kilometer Strecke und 350 Höhenmeter: Der neue „Langhalsweg“ bei Osterspai ist nichts für Adiletten-Träger. Am Sonntag wurde die neue Wanderroute eingeweiht. Sie führt von der Dorfmitte aus auf die Rheinhöhen, vorbei am Schloss Liebeneck und über die Kipplei-Spitze (mit Boppard-Blick), den früheren Steinbruch und das Hinnerschtbachtal nach Osterspai zurück. Laut „Rhein-Zeitung“ kamen über 100 Menschen zur Eröffnung, darunter Mittelrhein-Promis wie RLP-Innenminister Roger Lewentz und Rhein-Lahn-Landrat Frank Puchtler. Im neuen Rundweg stecken 600 ehrenamtliche Arbeitsstunden. Rhein-Zeitung, Facebook („Osterspai Aktuell“, mit Fotos)

Die Glocken von Wiebelsheim

Die Polizeiinspektion Boppard ermittelt in einem besonders bizarren Fall: In Wiebelsheim oberhalb von Oberwesel hatte sich jemand im Kirchturm zu schaffen gemacht, einen der Klöppel mit Folie umwickelt und die Glocke zu Schweigen gebracht. Wer immer ein paar Tage Ruhe genießen wollte: Ihm droht jetzt ein Strafverfahren wegen Hausfriedensbruch. Rhein-Zeitung, SWR

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Neue Gärten braucht das Land

Der weltweite Trend zum „Urban Gardening“ gilt als Großstadtphänomen. Urban Gardening steht für privates Grün auf kleinem Raum, also Küchenkräuter auf Hochhausbalkonen, Tomatenpflanzen auf Hinterhofgaragen oder Schrebergärten neben der S-Bahn. In Städten wie Hamburg ist die Mitgliedschaft im Kleingartenverein schon fast ein  Statussymbol wie die sanierte Stuckdecken-Altbauwohnung und das Lastenfahrrad mit Elektromotor. Die Wartelisten erinnern an die Zuteilung von DDR-Automobilen unter Honecker. Am Mittelrhein ist das weltweite Kleingarten-Comeback noch nicht ganz angekommen. Hier verlief der Trend zuletzt eher umgekehrt. In Bacharach etwa hatte noch in den 70er Jahren fast jede Familie ihr Gärtchen am Rheinufer, baute ihr eigenes Gemüse an, pflegte Obstbäume und pflanzte Blumen. Vieles davon ist verschwunden. Aus Beeten wurde Rasenflächen, aus Werkzeugschuppen Obi-Häuser, aus Nutzgärten Freizeitanlagen. In der Stadt selbst bemüht sich der Verschönerungsverein, wenigstens die beiden Gärten an der evangelischen Peterskirche zu erhalten. Dabei wird „Urban Gardening“ in den kommenden Jahrzehnten so wichtig werden wie noch nie. Eine gemeinsame Studie der Hochschulen Koblenz, Bingen und Geisenheim beschreibt, wie der Klimawandel in den kommenden Jahrzehnten das Tal aufheizt. Vor allem die eng bebauten historischen Ortskerne brauchen mehr Grün, mehr Bewusstsein für Urban Gardening und mehr Unterstützung für Kleingartenprojekte. Dabei sollte der Bewuchs eher anspruchslos-mediterran als altdeutsch-durstig sein: Die Wissenschaftler rechnen damit, dass die Durchschnittstemperatur am Oberen Mitttelrhein bis 2100 um bis zu 6 (!) Grad steigen könnte. Wiesbadener Kurier

Rheinufer bei Bacharach. Foto: Frank Zimmer

Rheinufer bei Bacharach. Foto: Frank Zimmer

BIN kochen

Apropos Grün: TV-Koch Markus Plein hat auf dem Binger Campingplatz von Winfried Bauer („Bauer Schorsch“) mit 2 experimentierfreudigen Gästen gebruzzelt. Pleins spontane Kochpartner waren Alex und Annika John aus Büdesheim. Das Paar wohnt zwar nur 2 Kilometer Luftlinie entfernt, verbringt den Sommer aber am liebsten im Camping-Paradies unweit des Rheinufers. Das Video ist in der SWR-Mediathek zu sehen. SWR

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Ein Burghotel für Kaub und fürstliche Tiny Houses für Bingen

Für PR- und Marketing-Profis ist ein wohlwollender Artikel der Deutschen Presse-Agentur (dpa) wie ein Sechser Im Lotto. Deutschlands größte Nachrichtenagentur verbreitet ihre Texte in zahllosen Zeitungen und Online-Portalen. Mehr Reichweite geht nicht. Der aktuelle dpa-Artikel „Mittleres Rheintal: Burgen, Riesling und Romantik“ ist ein gutes Beispiel. Er ist u. a. in der „Süddeutschen Zeitung“ erschienen und feiert das Welterbetal als Reiseziel mit großer Vergangenheit und verheißungsvoller Zukunft. O-Ton: „Die Kombination aus frühmittelalterlichen Bauwerken, malerischen Stadtbildern, steilen Weinbergen und dem kurvigen Flusslauf ist einzigartig.“ Erwähnt werden u. a. Sara Renzler vom Zweckverband, Marksburg-Chef Gerhard Wagner (Deutsche Burgenvereinigung), der Kauber „Pfalz“-Skipper Volker Ochs, Winzer Peter Bahles, Rheinstein-Besitzer Markus Hecher und die Schönburg-Hoteliers Hermann und Johann Hüttl. Apropos Hotel: Im Text ist eine interessante Neuigkeit versteckt. Laut „dpa“ soll auf der Kauber Burg Gutenfels ein „kleines, feines Garnihotel mit fünf Zimmern“ entstehen. Süddeutsche Zeitung

#wennrausdannrhein wirbt u.a. mit spektakulären Luftaufnahmen. Foto: Mahlow Media / Zweckverband Welterbe.

Burg Gutenfels über Kaub. Foto: Mahlow Media / Zweckverband Welterbe

Tiny Houses in Bingen

Spätestens zur Buga 2029 braucht das Tal mehr moderne Hotelbetten. Eine ungewöhnliche Variante plant der Binger Winzer Felix Prinz zu Salm-Salm am Rand des Welterbegebietes: Gegenüber von Rüdesheim am „Goethestein“ im Binger Stadtteil Kempten sollen bis zu 24 Mini-Häuschen im Format 7 x 3 Meter gebaut werden. Laut „AZ“ läuft das Projekt unter dem Arbeitstitel „Zum RHEINschlafen“. 60 Touristen könnten in den Binger Tiny Houses übernachten. Allgemeine Zeitung

About Schmidt

In Lorch bleibt es schwierig. Nach dem Kommunalwahl-Triumph der neu gegründeten „Liste Lorch“ (LiLo) im März sollte eigentlich Ruhe im Kommunalparlament einkehren, aber jetzt sorgt der sendungsbewusste LiLo-Newcomer Rolf Schmidt für Ärger. Schmidt will mit allem abrechnen, was mit dem umstrittenen Verkauf von Stiftungswohnungen und der Auflösung der Lorcher Wohnungsgenossenschaft zusammenhängt. Gegen die Verantwortlichen der dubiosen Wohnungs-Deals führt er schon länger Krieg, aber nun schießt er auch gegen Bürgermeister Ivo Reßler. Laut „Wiesbadener Kurier“ wirft Schmidt dem Verwaltungschef vor, die Aufklärung der Affäre „mit perfiden Methoden“ zu behindern und mutmaßt persönliche Befangenheit. Das Pikante daran: Schmidt ist nach dem Wahlsieg seiner Liste zum ehrenamtlichen „Ersten Stadtrat“ bestimmt worden. So heißen in Hessen die Ersten Beigeordneten, also die Stellvertreter des Bürgermeisters. Schmidts eigene Liste scheint not amused. Die „angespannte Situation im Magistrat“ bereiten den „allermeisten Mitgliedern … echte Bauchschmerzen“, heißt es in einer Pressemitteilung. Sie spiegele „definitiv nicht die Politik wider, für die Lilo steht.“ Die Liste war mit dem Ziel angetreten, parteipolitische Blockaden zu beenden und Gräben zu überwinden. Wiesbadener Kurier

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