Journalistisches Blog über das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal

Monat: Mai 2021 Seite 1 von 7

Bezahlbar wohnen in Bacharach und ein KD-Denkmal in Boppard

Eigentlich zählt der Kreis Mainz-Bingen zu den teuersten in Rheinland-Pfalz. Wegen der Nähe zum Rhein-Main-Gebiet ist der durchschnittliche Mietpreis auf 8,43 Euro pro Quadratmeter gestiegen. In der Verbandsgemeinde Bodenheim liegt er sogar schon über 9 Euro. Bezahlbar bleibt es ausgerechnet dort, wo der 1969 zusammengestückelte Kreis am schönsten ist: Im Welterbe-Abschnitt zwischen Bacharach und Bingen. Das Immobilienportal Immobilienscout24 weist für die Verbandsgemeinde Rhein-Nahe die niedrigsten Mieten im Landkreis aus – 6,84 Euro. Bacharach liegt mit 6,23 Euro sogar noch darunter und den Rekord hält das kleine Breitscheid mit 6,17 Euro. Deutlich teurer ist Bingen. Hier zahlen Mieter im Schnitt 7,94 Euro. Bingen übertrifft damit sogar die Großstadt Koblenz (7,58 Euro). Allgemeine Zeitung

Blick auf Bacharach, 2019.

Blick auf Bacharach, 2019.

Denkmalschutz für Boppards ältesten Kiosk

Apropos Immobilien: Nicht im Mietindex enthalten, aber unbezahlbar ist das Häuschen der Köln-Düsseldorfer Reederei in Boppard. Laut „RZ“ soll es unter Denkmalschutz gestellt werden. Es sei „ein interessantes Überbleibsel aus der Epoche der ersten Nachkriegsjahrzehnte“ zitiert die Zeitung Roswitha Kaiser von der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz. Die Initiative geht auf den Geschichtsverein Mittelrhein zurück. Er hatte Denkmalschutz für die gesamten Bopparder Rheinanlagen beantragt, kam aber nur mit dem KD-Kiosk und einem weiteren Pavillon durch. Die KD ist seit mindestens 1882 in Boppard vertreten; nach dem Krieg verkaufte man die Tickets noch in einer Wellblechhütte. In den 50er Jahren wurde der heutige Kiosk gebaut. Seit 1992 ist Jürgen Ehses Pächter und KD-Agent. Rhein-Zeitung

Der Wassermann von St. Goarshausen

Michael Krämer ist in der oberste Wasserwerker der VG Loreley. Die „RZ“ porträtiert den Werkleiter und beschreibt die Herausforderungen der kommenden Jahre. Auf Krämers To-Do-Liste stehen u. a. ein Hochbehälter für Braubach, die Erweiterung der Kläranlage in Osterspai und Sanierungsarbeiten in Kaub und Kestert. Rhein-Zeitung

Ehrenbreitstein in 200 Sekunden

Noah Lisson absolviert ein Freiwilliges Soziales Jahr bei der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz auf der Festung Ehrenbreitstein. Warum der Ort so besonders ist und wie er sich über Jahrtausende hinweg von der antiken Befestigung zum „preußischen Gibraltar“ entwickelte, zeigt er in nur 3 Minuten und 20 Sekunden auf YouTube. Der Rheinreisende (GDKE-Blog mit Video)

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Der Mann für die Mittelrhein-Zukunft: 5 Fragen an Michael Kloos

Michael Kloos ist als Experte für Welterbestätten international gefragt. Der Aachener Architekt berät Regierungen und Kommunen bei der Weiterentwicklung von Unesco-Regionen. Kloos ist auch am Mittelrhein im Einsatz. Hier entwickelt er gerade den „Managementplan“, ein Konzept für die welterbeveträgliche Zukunft im Tal. Im Mittelrheingold-Interview erklärt er, wer für den Welterbe-Status wirklich zuständig ist, warum einzelne Landesregierungen wenig zu entscheiden haben und wieso die Brückenfrage überschätzt wird. 

Welterbe-Profi Michael Kloos ist Architekt und Stadtplaner. Foto: michael kloos planning & heritage consultancy

Professor Kloos, Sie arbeiten am Managementplan für das Welterbetal. Was ist am Mittelrhein die größte Herausforderung?

Der komplexe Arbeitsprozess, welcher die Einbindung sehr vieler unterschiedlicher AkteurInnen voraussetzt.

Teil des Managementplans ist eine Art digitaler Zwilling des Oberen Mittelheintals. Ein virtuelles Modell soll Eingriffe in die Landschaft visualisieren. Bei welchen Projekten kommt es zum Einsatz?

Das virtuelle 3D-Modell des Welterbes Oberes Mittelrheintal soll zunächst zur Einschätzung der Welterbeverträglichkeit geplanter Projekte dienen, die dem Unesco-Welterbezentrum im Rahmen sog. „State Of Conservation Reports“ bereits gemeldet wurden.

Das umstrittenste Projekt ist die Brücke zwischen St. Goar und St. Goarshausen. Wie stehen Sie dazu?

Es wäre aus meiner Sicht hilfreich, die Frage der Mobilität im Oberen Mittelrheintal nicht auf einzelne Projekte zu konzentrieren, sondern intensiv über ein integriertes Verkehrskonzept nachzudenken, das eine enge Vernetzung des Welterbes, insbesondere auch der Hochebenen und des Tals, ermöglicht.

Medienberichte über die geplante Brücke werden oft mit einem Entwurf bebildert. Er zeigt ein elegant geschwungenes und verhältnismäßig niedriges Bauwerk. Wie realistisch ist das?

Die Frage, ob ein Bauwerk als „elegant geschwungen“ oder eher als „störend“ wahrgenommen wird, wird immer zu subjektiven Antworten führen. Ich bitte um Verständnis, dass ich als Verfasser des Mangementplans mich an solchen Diskursen nicht beteiligen kann.

Für die Regierungsparteien in Rheinland-Pfalz ist der Welterbestatus des Tals nicht verhandelbar. Wer entscheidet eigentlich konkret über diesen Status und wie laufen die Entscheidungsprozesse bei der Unesco ab?

Die Bundesrepublik Deutschland ist 1976 der Welterbekonvention als Vertragsstaat beigetreten. Gemäß der Welterbekonvention werden alle auf der Welterbeliste eingetragenen Stätten der Weltgemeinschaft überantwortet, um sie für kommende Generationen zu erhalten. Die Bundesrepublik Deutschland hat sich als Vertragstaat verpflichtet, alle Welterbestätten in Deutschland  also auch das Obere Mittelrheintal – zu schützen. Die Zuständigkeit für die Umsetzung dieser Verpflichtung liegt bei den beiden Bundesländern Rheinland-Pfalz und Hessen. Die beiden Länder können nicht von sich heraus entscheiden, den Welterbestatus aufzugeben. Entscheidungen über den Status von Welterbestätten obliegen ausschließlich dem Unesco-Welterbekomitee.

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„Es wäre ein echtes Leuchtturmprojekt“

Nach dem Aus für die Autobrücke zwischen Rüdesheim und Bingen bringt Fahrrad-Aktivist Stefan Schweitzer sein Alternativprojekt wieder ins Spiel: Eine Querung nur für Radler und Fußgänger. Schweitzer und seine Initiative „Grüne Welle“ verweisen auf deutlich geringere Eingriffe in Landschaft und Umwelt, wesentlich niedrigere Kosten und den touristischen Mehrwert. Die 500 Meter lange Brücke wäre laut Schweitzer „ein echtes Leuchtturmprojekt“ mit überregionaler Ausstrahlung. Sein Problem: Es fehlen Unterstützer, um das Thema landesweit auf die Tagesordnung zu bringen. Für eine Einsatz des rheinland-pfälzischen Bürgerbeauftragten braucht es 12.000 Unterschriften. Aktuell sind erst knapp 2.700 beisammen. Das Projekt hat auch damit zu kämpfen, dass viele Brückenfans immer noch auf die große Lösung hoffen: Bingens OB Thomas Feser und Autobrücken-Aktivist Hasso Mansfeld wollen trotz des politischen Desinteresses noch einmal die Medien mobilisieren. Am kommenden Freitag soll ein Interview mit den beiden im Regionalprogramm von Sat.1 erscheinen. Wiesbadener Kurier, Open Petition (Unterschriftensammlung für die Fußgängerbrücke), Stadt Bingen (Mansfeld-Initiative)

Fußweg mit Aussicht: So könnte die geplante Öko-Brücke aussehen. Visualisierung: Grüne Welle

Fußweg mit Aussicht: So könnte die geplante Öko-Brücke aussehen. Visualisierung: Grüne Welle

Die Rheinfels-Saga kommt zurück

Apropos Landespolitik: Katharina Binz ist die neue Kulturministerin in Malu Dreyers Ampelkoalition. Sie startet mit einer guten Nachricht: Es wird in diesem Jahr einen „Kultursommer“ mit rund 200 Veranstaltungen geben. Im Welterbetal zählt die „Rheinfels-Saga“ dazu. Die 2020 abgesagten Aufführungen in St. Goar sollen laut Deutscher Presse-Agentur „im August möglich sein“. Süddeutsche Zeitung

Das Buga-Team geht steil

Welterbe Mittelrhein ist ein bisschen wie EU, nur mit noch mehr Akteuren. Schon die Auswahl eines „Buga-Weinbergs“ braucht Fingerspitzengefühl. Kein Winzer und kein Ort sollte sich benachteiligt fühlen. Die Lösung fand sich in der Steillage „Schloss Fürstenberg“ in Rheindiebach. Es ist laut Buga-Blog die einzige Weinlage im Tal, die nicht nach einer Gemeinde (z. B. „Bacharacher Posten“), sondern nur nach einer Burg benannt ist. („Schloss Stahleck“ oder „Burg Reichenstein“ sind Groß- und keine Einzellagen, also außer Konkurrenz). Winzer Jochen Ratzenberger hat insgesamt 36 ar (= 3600 Quadratmeter) an die Buga-GmbH verpachtet, darunter eine Junganlage mit innovativer Querterrassierung. Das Buga-Team kümmert sich selbst um die Bewirtschaftung. Know-how gibt es genug: Buga-Projektmanagerin und Ex-Weinkönigin Sarah Hulten ist seit Jahren die wahrscheinlich bekannteste Nebenerwerbswinzerin am Mittelrhein. Buga-Blog

Das Team BUGA 2029 baut seinen eigenen Wein an

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