Journalistisches Blog über das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal

Monat: März 2021 Seite 1 von 9

Keine Lockerungen in Rüdesheim und Koblenz macht die Festung dicht

Die Rüdesheimer Pläne für eine kontrollierte Lockerungen à la Tübingen sind vorerst vom Tisch. Die hessische Landesregierung hat den Antrag von Bürgermeister Klaus Zapp abgelehnt und sich für 3 andere Kommunen abseits des Rheins entschieden: Baunatal bei Kassel, Alsfeld in Oberhessen und Dieburg bei Darmstadt. Dort sollen nach Schnelltests digitale Tagestickets ausgegeben werden. Sie ermöglichen den Besuch von Läden und Lokalen. In Rüdesheim befürchtet man bei schönem Wetter einen unkontrollierten Ansturm von Besuchern in die enge Altstadt. Davor schützt allerdings auch das Tübingen-Modell nicht: Die schwäbische Universitätsstadt hat gerade angekündigt, nur noch Tickets für Einwohner und für Bürger des umliegenden Landkreises auszugeben. Wiesbadener Kurier (Rüdesheim), SWR (Tübingen)

Rüdesheim-Perspektive mit Blick auf die Binger Rochuskapelle. Foto: Rüdesheim Tourist AG / Marlies Steinmetz

Rüdesheim-Perspektive mit Blick auf die Binger Rochuskapelle. Foto: Rüdesheim Tourist AG / Marlies Steinmetz

Koblenz macht dicht

Die Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz muss die Festung Ehrenbreitstein und Schloss Stolzenfels wieder schließen. Vom 1. April bis zum 11. April können keine Besucher eingelassen werden, weil die Stadt Koblenz die Corona-Notbremse zieht. Für bereits gebuchte Tickets gibt es das Geld zurück. In Koblenz ist die 7-Tage-Inzidenz auf 147,3 pro 100.000 Einwohner gestiegen. 13 Infizierte liegen auf den Intensivstationen der Stadt. Koblenz ist momentan der Hotspot im Oberen Mittelrheintal. Von den 5 Landkreisen mit Anteilen am Welterbetal melden MYK 142,7, SIM 96,9, Mainz-Bingen 100,3, EMS 105,5 und RÜD 83,4. Die Werte beziehen sich jeweils auf den gesamten Landkreis, nicht auf die jeweiligen Teilgebiete am oberen Mittelrhein. Pressemitteilung der GDKE (per Mail), zeit.de (Statistiken)

Nichts geht mehr bei Kestert

Der Felssturz von Kestert sorgt auf der rechten Rheinseite immer noch für Verkehrschaos. Weil die Bundesstraße weiter blockiert ist, quälen sich Lastwagen und andere Autos über die Höhen. Laut „RZ“ bleiben Bahnstrecke und B 42 bis mindestens 19. April gesperrt. Danach besteht Hoffnung auf zumindest eine freie Auto-Spur. Rhein-Zeitung

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Ein Bacharacher im Wein-Olymp und 5 Millionen für die Festung

Eine der wichtigsten Weinpersönlichkeiten Deutschlands kommt aus Bacharach. Das Fachmagazin „Vinum“ wählte Selfmade-Winzer und Biowein-Professor Randolf Kauer unter die Top 25 der Republik. Auf der Liste stehen herausragende Weinbau-Unternehmer wie Roman „Niewo“ Niewodniczansk (Weingut van Volxem) und Günter Jauch (Weingut von Othegraven), aber auch Influencer Dirk Würtz, Sekt-Guru Volker Raumland, Sommelier-Ultra Sebastian Georgi und der Sylter Promi-Gastronom Herbert Seckler („Sansibar). Kauer ist als „Prof. Ökowein“ dabei. „Vinum“ feiert ihn als den „Mann, der die einzige Professur für ökologischen Weinbau in Deutschland innehat.“ O-Ton: „Kauer ist pragmatisch und undogmatisch, dazu ein ruhiger, kluger Mann – und damit der beste Botschafter, den sich der Öko-Weinbau wünschen kann.“ Vinum, Hochschule Geisenheim (Kauer-Profil), Weingut Dr. Kauer (Website von Kauers Betrieb)

Randolf Kauer führt das Weingut seit 2020 gemeinsam mit seiner Tochter Anne. Foto: Privat

Randolf Kauer führt das Weingut seit 2020 gemeinsam mit seiner Tochter Anne. Foto: Privat

5 Millionen für die Festung

Koblenz hat mehr als Ehrenbreitstein. Im 19. Jahrhundert entstand am Mittelrhein eines der größten Befestigungssysteme Europas und machten die Stadt zum „preußischen Gibraltar“. Vieles davon ist fast vergessen. Spätestens zur Buga 2029 sollen auch weniger bekannte Bollwerke wie die „Feste Franz“ aus dem Koma geholt werden. Der Bund unterstützt das Großprojekt mit weiteren 5 Millionen Euro aus dem Programm „Nationale Projekte des Städtebaus“. Rüdesheim hatte sich für die Brömserburg beworben, ging aber leer aus. Rhein-Zeitung

Schwarze Kassen in Boppard

2 Tage nach dem CDU-Triumph bei den Bürgermeisterwahlen ist in Boppard der parteipolitische Alltag zurück. Laut „RZ“ haben Mandatsträger der Partei nicht nur in Bad Salzig, sondern auch im Höhenort Buchholz besondere Kassen geführt. Im Fall Bad Salzig ermittelt die Staatsanwaltschaft, in Buchholz ist von einer „rechtswidrigen Barkasse“ des Ortsvorstehers die Rede. Die Zeitung beruft sich auf die Kommunalaufsicht bei der Kreisverwaltung. Der Fall ist verwaltungsrechtlich brisant, weil sich beide betroffenen CDU-Ortsvorsteher als Mitglieder des Stadtrates quasi selbst entlasten konnten. Die Kommunalaufsicht hat die entsprechenden Abstimmungen im Stadtrat und im Rechnungsprüfungsausschuss für ungültig erklärt und verlangt eine Wiederholung. Rhein-Zeitung

Klein-Helsinki in Werlau

Thomas und Johannes Oelschläger sind Finnland-Fahrer aus Leidenschaft. Thomas hat sich vor Jahrzehnten in das Land verliebt, sein Partner Johannes stammt selbst aus Finnland. Vor 2 Jahren zogen sie in den St. Goarer Höhenort Werlau und brachten ihr Geschäft aus Frankfurt mit  – den „Finnkiosk“. Im Dorf verkaufen sie per Internet oder direkt im Laden finnische Spezialitäten. „RZ“-Redakteurin Denise Bergfeld hat sich im „Finnkiosk“ umgeschaut. Rhein-Zeitung

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Boppard ist das neue Schwarz

Boppards Langzeit-Bürgermeister Walter Bersch stand am Sonntag auf keinem Stimmzettel, aber abgestraft wurde er trotzdem. In der Stichwahl um seine Nachfolge setzte sich CDU-Mann Jörg Haseneier überraschend klar durch. Er holte 53,5 Prozent der Stimmen. Sein SPD-Konkurrent Niko Neuser kam auf 46,5 Prozent. Das Ergebnis hätte noch vor wenigen Wochen kaum jemand für möglich gehalten. Neuser galt als so etwas wie der Traum-Schwiegersohn der Bopparder Kommunalpolitik: Jung und trotzdem erfahren, hoch engagiert, in der ganzen Stadt vernetzt und seit 2019 als Ortsvorsteher der Innenstadt quasi Boppards inoffizielle Vizepräsident. Neusers Problem war, dass er für Kontinuität stand, oder wie die CDU-Opposition es nannte: „Das System Bersch“. Als Kronprinz des SPD-Bürgermeisters wurde Neuser u. a. für Berschs konfrontativen Politikstil in Haftung genommen, zuletzt für den Umgang mit dem beliebten CDU-Stadtrat Wolfang Spitz, der wegen chaotischer Kassenführung als Ortsvorsteher von Bad Salzig Ärger mit der Justiz hat. Bersch gab den Fall korrekt an die zuständige Behörde weiter, vermittelte dabei aber das Bild eines gnadenlosen Prinzipienreiters.

Foto: Romantischer Rhein Tourismus / Friedrich Gier.

Boppard am Rhein. Foto: Romantischer Rhein Tourismus / Friedrich Gier.

Die CDU profitierte von einer allgemeinen Wechselstimmung am Mittelrhein. 2019 und zuletzt bei den hessischen Kommunalwahlen im März 2021 hatte die Lust aufs Neue CDU-Bürgermeister und Stadträte zu Fall gebracht, aber diesmal traf es die SPD. Mit dem Nicht-Bopparder Jörg Haseneier schickte die CDU den passenden Kandidaten ins Rennen. Haseneier erschien als unbelasteter Experte von außen, trat dabei aber brav statt besserwisserisch auf. Dieselbe Bürgerlichkeit, die Neuser als Anpassung an das „System Bersch“ ausgelegt wurde, wirkte bei Haseneier gemütlich und jovial. Am Ende stand Haseneier für Neustart ohne Risiko. Der Rechtsanwalt aus der Verbandsgemeinde Montabaur übernimmt den Bürgermeisterposten im kommenden Herbst, dann tritt Bersch nach 24 Jahren in den Ruhestand. Haseneier ist für 8 Jahre gewählt, wird also noch während der Buga 2029 im Amt sein. Die Bopparder Kommunalpolitik ist übrigens weit besser als ihr Ruf: Bersch und Neuser gratulierten dem Wahlsieger unmittelbar nach Bekanntgabe des Ergebnisses und boten ihre Zusammenarbeit an. Die demokratische Geste ist am Mittelrhein nicht selbstverständlich; in Lorch und Rüdesheim verlief der Machtwechsel 2019 deutlich unfreundlicher. Rhein-Zeitung, Jörg Haseneier (Wahlkampf-Website)

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