Journalistisches Blog über das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal

Monat: Januar 2019 Seite 2 von 11

Sorgen um den Rheinpegel und Suche in St. Goar

Ein Jahr nach dem Ende des Hochwassers fragt man sich am Mittelrhein, wann das nächste kommt. Die starken Schneefälle in den Alpen lassen eine Flut bei Tauwetter befürchten, aber laut Bundesamt für Gewässerkunde setzt die Schneeschmelze allein noch keinen Automatismus in Gang. Kritisch wird es nur, wenn es zeitgleich stark regnet, die Nebenflüsse anschwellen und zusätzlich noch die Kapazität des Bodensees erschöpft ist. Der größte deutsche See funktioniert für das Schmelzwasser wie ein Zwischenspeicher. Momentan ist der Wasserspiegel dort nur leicht erhöht. Rhein-Zeitung

Hochwasser in Spay. Foto: Iris Schäfer

Hochwasser in Spay 2018. Foto: Iris Schäfer

St. Goar sucht einen Kandidaten

Für die St. Goarer SPD hätte das Jahr 2019 kaum schlechter beginnen können. Anfang Januar präsentierte sie Partei-Senior Dieter Glogowski als Kandidaten für das Amt des Ortsvorstehers von St. Goar (Kernstadt), aber schon wenige Wochen später steht sie ohne Bewerber da. Glogowski habe alle seine Mandate niedergelegt und trete bei der Wahl im Mai nicht an, teilte SPD-Ortsvereinschef Peter Ockenfels der „RZ“ mit. Der Kandidat habe für seine Entscheidung „ausschließlich private Gründe angegeben“. In St. Goar kursiert ein 20 Jahre alter Zeitschriftenartikel über Glogowski. Der heute 77-Jährige wurde damals Objekt der Berichterstattung, weil sein jüngerer Bruder Gerhard Ministerpräsident von Niedersachsen war. Facebook (Post von Peter Ockenfels über Glogowskis Rückzug)

Mittelrheiner des Tages

Matthias Faulwetter kümmert sich im Förderverein Soziale Arbeit Bingen e.V. um „Klettern und Erlebnispädagogik“. Gerade hat er ein Soccer-Turnier mit 10 Jugendmannschaften auf die Beine gestellt. Allgemeine Zeitung, fsa-bingen.de (Website des Fördervereins)

Zahl des Tages

Über 700 Jahre alt ist die Alte Burg in Koblenz. Der Erzbischof von Trier ließ sie bauen, um die Koblenzer in Schach zu halten, aber das mittelalterliche Machtsymbol ist längst ein Denkmal-Pflegefall geworden. Laut „RZ“ muss so viel saniert werden, dass jetzt wohl ein Umzug des Stadtarchivs ansteht. Es war 1980 in die Burg verlegt worden – „provisorisch“, wie es damals hieß. Rhein-Zeitung. Wikipedia (über die Alte Burg)

Termin des Tages

Montag in Boppard – „100 Dinge“ / Cinema in der Stadthalle – 28. Januar, 20 Uhr. boppard.de

Foto des Tages

In eigener Sache: Mittelrheingold per Messenger

Die kleinste Tageszeitung am Mittelrhein gibt’s jetzt auch direkt aufs Handy. 1 x täglich wahlweise per Whatsapp, Facebook Messenger, Insta oder Telegram. Anmelden ist leicht, abmelden geht immer. Hier steht, wie’s geht.

„Ich dachte, das könnte doch auch hier funktionieren“ – 7 Fragen an Andreas Nick

Manchen Menschen kann die Hotellerie am Mittelrhein gar nicht komfortabel genug sein, aber der Bopparder Lehrer Andreas Nick geht den umgekehrten Weg: Er bietet in seinem „Hostel Bad Salzig“ günstige Übernachtungsmöglichkeiten für Radler und Rucksack-Touristen aus aller Welt. Daneben engagiert er sich in der Kommunalpolitik. 7 Fragen an ein Multi-Talent mit Bodenhaftung.

Andreas Nick. Foto: Privat

Andreas Nick. Foto: Privat

Andreas, du hast eine ungewöhnliche Job-Kombination: Du bist Grundschullehrer, und du bist Besitzer eines Hostels. Wie kam es dazu?

In erster Linie bin ich Grundschullehrer. Das Hostel ist für mich eher ein Hobby. Es sind ja nur 6 – 8 Betten. Als ich vor etwa zwei Jahren ein Haus im alten Ortskern von Bad Salzig gekauft habe, war dort deutlich mehr Platz als ich brauchte. Der Tourismus hat hier im Kurort eine lange Geschichte. Da ich auf Reisen selbst gerne in Hostels übernachte, dachte ich, das könnte doch auch hier funktionieren. Für diese Idee wurde ich anfangs von Vielen belächelt, aber schon das erste Jahr war sehr erfolgreich und hat sogar meine Erwartungen übertroffen. Es gibt offenbar viele Menschen, die eine einfache und günstige Unterkunft suchen, in der sie auch mal nur für eine Nacht bleiben können, was in vielen Ferienwohnungen oder Pensionen eher schwierig ist.

Bei Booking.com wird dein Hostel sehr gut bewertet. Was ist dir bei deiner Arbeit dort besonders wichtig?

Ich denke, es ist am wichtigsten, dass sich alle Gäste wohlfühlen können. Junge Backpacker genauso wie das 80-jährige Ehepaar, Radfahrer genauso wie Geschäftsreisende oder Familien. Das Konzept eines Hostels sieht vor, dass sich ganz verschiedene Menschen aus verschiedenen Teilen der Erde einen gemeinsamen Schlafraum, Küche und Bad teilen. Das klingt für viele gewöhnungsbedürftig, bietet aber auch großartige Chancen, mit den unterschiedlichsten Menschen ins Gespräch zu kommen. Für mich ist es noch wichtig, den Gästen wenn nötig mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, seien es Ausflugstipps oder auch nur die Information, wo es die beste Pizza gibt.

 

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#badsalzig #mittelrheintal #familienbesuch #familie #Wochenende

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Wie viel Zeit steckst du in dein Hostel-Projekt?

Das kommt ganz auf die Jahreszeit an. Jetzt im Winter ist es eher ruhig. Von Ostern bis Oktober gibt es aber natürlich mehr zu tun. Die meiste Arbeit hat dann allerdings die Waschmaschine mit der anfallenden Bettwäsche. Ich mache sauber, verwalte die Buchungen und kümmere mich um die Gäste.

Daneben bist du Lehrer und engagierst dich in der Kommunalpolitik. Wie sieht ein typischer Tag von Andreas Nick aus?

Naja, wie du dir denken kannst, kommt da selten Langeweile auf. Mein Job in der Grundschule steht für mich an erster Stelle. Die Arbeit mit den Kindern ist jeden Tag eine neue Herausforderung und macht dennoch oder auch gerade deshalb unglaublich viel Spaß. Als Lehrer habe ich aber auch das Glück, einen großen Teil meiner Arbeitszeit relativ frei einteilen zu können. Wenn ich nachmittags mit dem Hostel beschäftigt bin oder einen anderen Termin habe, sitze ich halt abends oder auch am Wochenende am Schreibtisch und plane meinen Unterricht.

Bei den Kommunalwahlen kandidierst du für das Amt des Ortsvorstehers von Bad Salzig. Was willst du in deinem Heimatort gerne ändern, und was würdest du darüber hinaus im Mittelrheintal ändern, wenn du es könntest? 

Bad Salzig ist ein wunderbarer Ort. Wenn ich nicht schon hier wohnen würde, würde ich hier her ziehen. Trotzdem gibt es einiges zu tun. Oberste Priorität hat es für mich, junge Menschen in Bad Salzig zu halten. Dafür braucht es die zügige Umsetzung des Neubaugebiets genauso wie ausreichend Kita-Plätze. Nachdem wir nun schon seit mehr als vier Jahren auf unser geliebtes Bad Salziger Heilwasser, das Börnchen, verzichten müssen, will ich alles daransetzen, dass das Wasser bald wieder läuft. Auch der Klimaschutz ist mir ein wichtiges Anliegen. Jede Kommune sollte genau prüfen, was sie im Kleinen dazu beitragen kann. Im Hinblick auf die Buga 2029 finde ich es wichtig, die Menschen hier vor Ort mitzunehmen. Hierzu haben wir eine Einwohnerversammlung beantragt, bei der alle ihre Ideen einbringen können. Auf jeden Fall realisiert werden sollten bis dahin die Neugestaltung der B 9 im Bereich der mittleren Ortseinfahrt sowie die Modernisierung des Bahnhofes mit Herstellung der Barrierefreiheit. Für den Mittelrhein insgesamt wünsche ich mir, dass die Gemeinden trotz der ungünstigen kommunalen Zuschnitte noch enger zueinander finden. Hierfür bietet die Buga eine super Chance.

Dein Lehrerkollegium ist neulich mit Landrat Marlon Bröhr aneinandergeraten. Ihr hattet sehr scharf gegen die Abschiebung von Asylsuchenden protestiert. Habt ihr das mittlerweile klären können oder steht immer noch die Strafanzeige des Landrates im Raum? 

Hierzu darf ich aus dienstrechtlichen Gründen leider nichts sagen.

Philipp Loringhoven von der Bopparder CDU ist zwar nicht dein Parteifreund, aber er hat hier zwei gute Punkte eingeführt, nämlich den besten Mittelrhein-Ort für das erste Date und die ideale Location für den Hochzeitstag. Was wäre deine Wahl? 

Der beste Ort fürs erste Date ist ganz klar der Bad Salziger Fünfseenblick. Über den Baumwipfeln hat man einen herrlichen Blick ins Tal und auf die angrenzenden Höhen. Übrigens ist der Fünfseenblick auch ein Fünfburgenblick. Hiermit könnte noch stärker geworben werden. Wo gibt es sowas schon? Über Hochzeitstage brauchte ich mir bisher noch keine Gedanken zu machen. Sollte es irgendwann mal soweit sein, könnte ich mir einen Abend in Fondels Mühle in Boppard gut vorstellen. Gemütliches Ambiente und unglaublich lecker.

 

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Himmel auf Erden in Bacharach und ein Buga-Konzept für die Burgen

„Wie ein kleiner Dom“: So beschreibt der SWR die rund 800 Jahre alte evangelische Peterskirche in Bacharach. Ein Film, der am kommenden Sonntag ausgestrahlt wird, zeigt die große Vergangenheit und die schwierige Gegenwart. In den 80er Jahren wurde die Kirche mit hohem Aufwand renoviert, aber es bröckelt schon wieder an allen Ecken und Enden. Menschen wie die ehrenamtliche Bau-Kirchmeisterin Silvia Seidler kümmern sich mit viel Einsatz, Fachwissen und Fingerspitzengefühl um das Meisterwerk aus dem Mittelalter. Für die schrumpfende Kirchengemeinde ist St. Peter nicht der einzige Pflegefall: In Steeg, Oberdiebach und Manubach gibt es noch 3 weitere denkmalgeschützte Kirchen. Der Film „Himmel auf Erden“ ist schon jetzt im Internet zu sehen. Spektakuläre Drohnenaufnahmen machen ihn noch sehenswerter. SWR (Video), Allgemeine Zeitung, Wikipedia (Geschichte der Peterskirche)

Ein Buga-Konzept für die Burgen

Nirgendwo auf der Welt gibt es so viele Burgen wie im Welterbe-Tal. Was fehlt, ist ein standortübergreifendes Konzept für Vernetzung und Vermarktung. Das will das rheinland-pfälzische Innenminsterium bis zur Buga 2029 ändern. Was möglich wäre, zeigt eine Studie des Wiesbadener Landschaftsbüros Bittkau-Bartfelder. Innenminister Roger Lewentz und Thomas Metz von der Generaldirektion Kulturelles Erbe präsentieren die Ergebnisse kommende Woche bei einem Pressetermin in Braubach. Dabei geht es um Burggärten, Parks und bessere Anbindungen an Ortschaften und Wanderwege. Per E-Mail

5 Jahre kein Möbelmarkt Bingen

Auch schon fast historisch ist die Diskussion um den Mega-Möbelmarkt in Bingen. Darf er gebaut werden und wenn ja, wie groß? Die Frage ist noch immer nicht geklärt, aber Erich Michael Lang von der Binger „AZ“ hat sich in das Thema verbissen und für die Samstagsausgabe 2 Artikel darüber geschrieben. Spoiler: Nichts Genaues weiß man nicht. Allgemeine Zeitung

Die beste Küche von Oberheimbach

Fachkräftemangel gehört zu den größten Probleme der Mittelrhein-Gastronomen. Clevere Wirte kümmern sich beizeiten um den Nachwuchs und werben schon bei Schülern für ihre Betriebe. Marc und Florian Lambrich vom Weinbergschlösschen in Oberheimbach haben sich mit der Binger Realschule vernetzt und gerade 5 Jugendliche in ihre Küche eingeladen. „AZ“-Mann Jochen Werner war dabei. Allgemeine Zeitung

Mittelrheiner des Tages: Sascha Horn

Der Leiter der Herberge Bingen kümmert sich mit seinem Team um Wohnungslose. Leser der „AZ“ haben für das Projekt gerade 30.000 Euro gespendet. Für Horn ist es „ein großer Vertrauensbeweis in unsere Arbeit.“ Im vergangenen Jahr wurde die Unterkunft in der Mainzer Straße 3730 Mal genutzt – Tendenz steigend. Allgemeine Zeitung

Zahl des Tages

Über 160 Grad Oechsle zeigte die Mostwaage bei der Eiswein-Lese von Jochen Ratzenberger. Der Steeger Winzer hat in der Lage Bacharacher Kloster Fürstenthal bei fast zweistelligen Minus-Temperaturen die letzten Trauben eingebracht. Rhein-Zeitung

Termine des Tages

Niederburg – Winterwanderung – 26. Januar, 11 Uhr 30. VG St. Goar-Oberwesel

Bornich – Glühweinwanderung auf dem Rheinsteig – 26. Janbuar, 14 Uhr 30. gastlandschaften.de

Boppard – Küchenparty im Bellevue / „Angrillen“ – 26. Januar, 18 Uhr 30. boppard.de

Bingen – „Dr. Strange“ / Jugendkino im Kikubi – 26. Januar, 19 Uhr. bingen.de

Bingen – Binger Meisterkonzerte: Annika Treutler in der Villa Sachsen – 26. Januar, 19 Uhr 30. bingen.de

Oberwesel – Ladies Night mit „Lousder mo“ / Hunsrück-Kabarett 26. Januar , 20 Uhr. kulturhaus-oberwesel.de(Ausgebucht!)

Foto des Tages

Mittelrheingold macht mobil

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