Journalistisches Blog über das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal

Monat: Mai 2020 Seite 2 von 9

Last Exit Lorchhausen

Hinter dem Lorcher Stadtteil Lorchhausen ist die hessische Welt zu Ende. Die bis 1971 selbstständige Gemeinde grenzt an Rheinland-Pfalz und galt lange Zeit als der schläfrigste Ort im Rheingau. Aber damit ist es spätestens seit der Eröffnung der „Wisper-Trails“ vorbei. Der boomende Wander-Tourismus bringt mehr Autos nasch Lorchhausen als den Einwohnern lieb ist. Der „Wiesbadener Kurier“ berichtet von fehlenden Parkplätzen, überlasteter Infrastruktur und genervten Bürgern. An manchen Sonntagen quälen sich über 100 Autos durch die engen Straßen. „Wir werden überrannt“, zitiert die Zeitung CDU-Ortsvorsteher Thomas Schott. Parkplätze am Dorfgemeinschaftshaus und bessere Beschilderung sollen helfen. Wiesbadener Kurier, wisper-trails.de (Infos zu den Wanderwegen)

Lorcher Weinberge mit Blick auf Bacharach. Foto: Romantischer Rhein Tourismus / Henry Tornow

Lorchhäuser Weinberge mit Blick auf Bacharach. Foto: Romantischer Rhein Tourismus / Henry Tornow

Wer soll das bezahlen?

Apropos Lorch: In der Kommunalpolitik herrscht wieder einmal dicke Luft. Die Stadtkasse ist auch ohne Corona so leer, dass saftige Steuererhöhungen drohen. Der neue Bürgermeister Ivo Reßler erklärt die Lage in einem „Bürgerbrief“, von dem sich Teile des Magistrats distanzieren. Der Hintergrund: Reßler ist parteiloser Newcomer und hat die Finanzpolitik der vergangenen Jahre nicht zu verantworten. CDU und SPD dagegen waren an den Entscheidungen beteiligt und fühlen sich auf den Schlips getreten. Wiesbadener Kurier, ivoressler.de (Bürgerbrief)

Die Marksburg unter Corona-Bedingungen

Die Marksburg kämpft sich langsam aus der Corona-Krise. Am ersten Tag nach der Wiedereröffnung kamen laut „RZ“ 2 (!) Besucher, am nächsten Tag 20 und am folgenden Samstag immerhin schon 120. Die Zeitung hat mit Gerhard Wagner gesprochen, dem Geschäftsführer der Deutschen Burgenvereinigung und Hausherren. Wagner rechnet mit einen schwierigen Jahr. Größere Probleme erwartet er aber erst, wenn sich die Besucherzahlen auch 2021 nicht erholen. Momentan können pro Führung maximal 12 Personen eingelassen werden. Rhein-Zeitung

Foto des Tages

Mittelrheingold gibt’s auch per Post

Der wöchentliche E-Mail-Newsletter bringt die wichtigsten Mittelrhein-Themen auf einen Blick.  Hier geht’s zum kostenlosen Abo.

Die Kreuzfahrer kommen und der Traum vom Rupertsberg

Bis zum Lockdown galt das Geschäft mit den Flusskreuzern als die größte Boom-Branche im Mittelrhein-Tourismus. Nicht jeder mag die langen, schlanken Schiffe, denn ihre Passagiere werden komplett an Bord versorgt und verlassen ihre Komfortzone nur für kurze Landausflüge. Trotzdem sind die schwimmenden Hotels immer auch Werbeträger für das Welterbe-Tal. Jeder Gast, der sich von der Landschaft begeistern lässt, erzählt zu Hause davon und teilt seine Fotos im Netz. Kommenden Monat schickt die Reederei A-Rosa ihre Kreuzer-Flotte wieder auf Reisen. Geld aus Mecklenburg-Vorpommmern macht es möglich: Das Unternehmen mit Hauptsitz in Rostock wurde mit Landesbürgschaft und einem Kredit der dortigen Sparkasse über Wasser gehalten. Zum neuen Hygiene-Konzept gehören u. a. separate Lüftungssysteme für jede einzelne Kabine.

A-Rosa-Kreuzer bei Bacharach. Foto: Unternehmen.

Der Traum vom Rupertsberg

Das ganz große Geschichtszentrum auf dem Gelände des früheren Hildegard-Klosters am Rupertsberg wird es wohl nicht geben, aber es zeichnet sich eine kleine Lösung ab: Die Stadt mietet sich beim neuen Eigentümer des Areals ein, bringt dort ihr Archiv unter und sorgt für eine Multimedia-Installation in der dortigen Villa. So könnte sie einen Eindruck vom früheren Kloster der Hildegard von Bingen vermitteln. Offen ist, ob auch das Archiv des Kreises Mainz-Bingen im Gebäude untergebracht wird. Eigentlich wollte Oberbürgermeister Thomas Feser die Immobilie für die Stadt kaufen. Jetzt arrangiert man sich mit dem geschichtsbegeisterten Binger Privatinvestor Gustav Eich. Er hatte die Villa übernommen und will dort Kommerz und Kultur unter einen Hut bringen. Allgemeine Zeitung, Mittelrheingold (Interview mir Museumschef Matthias Schmandt über die städtischen Rupertsberg-Pläne, Dezember 2019), Wikipedia (über das ehemalige Kloster Rupertsberg)

Foto des Tages

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Happy Weekend. Another awesome castle view in the Middle Rhine Valley ❤️ ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ Rheinsteig Kestert nach Kamp-Bornhofen, RLP, Mittelrein ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ Ich wollte mich auf die Spur der „feindlichen Brüder“ machen und habe daher die Rheinsteig Wanderung von Kestert Richtung Kamp-Bornhofen gemacht. Die „feindlichen Brüder“ werden, aufgrund ihrer außergewöhnlich nahen Lage und Geschichte, die beiden Burgen Sterrenberg und Liebenstein, genannt. Sie sind keine 500 Schritte voneinander entfernt. Mehr dazu findest du in meiner Hightlightstory „Kestert“. ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ [Unbezahlte Werbung da Empfehlung und Nennung] Am Startpunkt Bahnhof Kestert geht es erstmal lange bergauf war das anstrengend. Wenn man irgendwann oben ist kann man die Hindenburghöhe erreichen und den ersten Ausblick auf den Rhein und die Burgen aus der Ferne genießen. Es geht viel durch den Wald und über Wiesen bis nach Lykershausen auf dem Rhein-Hochplateau. Dann wieder Wiesen und Wald. Ein weiterer Aussichtspunkt (hätte ich fast übersehen) wartet und bietet diesen schönen Blick auf die @burgsterrenberg und die Burg Liebenstein. Kurze Zeit später erreicht man die Burg Liebenstein (im Privatbesitz und ein Hotel) und ein paar Schritte weiter dann mein Ziel die @burgsterrenberg. Hier bin ich eingekehrt. Ganz toll und sehr freundlich dort. Die Terrasse und das Burggelände haben ein modernes Lounge-Ambiente im historischen Gemäuer. Auf der Terrasse hat man einen herrlichen Rhein-Blick und sogar bei schönem Wetter Sonnenuntergang. Neben einem Biergarten, kann man ein romantisches Candlelight Dinner oder ein BBQ vorab reservieren. Achtung: Bargeld mitnehmen. Ich werde irgendwann mal das BBQ machen. Das hat mich angesprochen. Man bekommt einen eigenen Lotusgrill mit Grillgut und kann sich dann ein freies Plätzen auf dem Burggelände suchen. Der Abstieg auf dem Rheinsteig von der @burgsterrenberg ca. 900 m nach Kamp-Bornhofen ist dann wieder etwas steil. Von dort hätte ich mit dem Zug nach Kestert fahren können, bin aber die 4 km am Rhein zurück gewandert.

Ein Beitrag geteilt von Koblenz | GERMANY | TRAVEL (@mytravel_time) am

Mittelrheingold gibt’s auch per Post

Der wöchentliche E-Mail-Newsletter bringt die wichtigsten Mittelrhein-Themen auf einen Blick.  Hier geht’s zum kostenlosen Abo.

Die Marksburg nach dem Lockdown und Post vom Pixelhelper-Anwalt

Über 190.000 Gäste kommen jedes Jahr auf die Marksburg. Eigentlich. Corona wird die Bilanz 2020 deutlich drücken, aber die einzige vollständig erhaltene Höhenburg im Welterbe-Tal kann jetzt wieder besucht werden. Seit dem Wochenende ist auch die Burgschänke von Patrick Heßler wieder geöffnet. Heßler hatte eine besonders heftige Durststrecke zu überwinden – wegen der Höhenlage weit über Braubach konnte er noch nicht einmal Essen zum Mitnehmen anbieten. Weil das bisherige Selbstbedienungskonzept mit den neuen Hygiene-Regeln kollidiert, hat er kurzerhand auf klassischen Tisch-Service umgestellt. Rhein-Zeitung, marksburg-schaenke.de

Morgendämmerung über der Marksburg. Foto: Iris Schäfer

Morgendämmerung über der Marksburg. Foto: Iris Schäfer

Post vom Pixelhelper-Anwalt

In Oberwesel eskaliert der Streit zwischen der Verwaltung und der gemeinnützigen Organisation Pixelhelper. Pixelhelper will die Schließung der der Loreley-Kliniken durch ein Bürgerbegehren verhindern und hat ein ungewöhnliches Konzept vorgelegt:  Demnach soll sich das Krankenhaus Oberwesel u.a. als „Zentralversorger für Blut und Plasma in Rheinland-Pfalz“ finanzieren. Die Initiative von Pixelhelper-Gründer Oliver Bienkoswki hat in der Region bisher wenig Rückhalt und wird von Stadt und Verbandsgemeinde aktiv bekämpft: Beide Verwaltungen warnten im Amtsblatt und auf ihren Websites vor einem „nicht zulässigen“ Bürgerbegehren und vor „fragwürdigen“ Spendensammlungen. Jetzt wird der Konflikt juristisch ausgetragen: Bienkowski hat den Lahnsteiner Anwalt Harald Gerstenberg eingeschaltet und verlangt von den Bürgermeistern Marius Stiehl (Oberwesel) und Peter Unkel (Hunsrück-Mittelrhein) einen öffentlichen Widerruf. Laut Anwalt haben Verwaltungen hätten „in unzulässiger Weise Einfluss auf die Willensbildung der Gemeinde“ genommen. Dadurch seien weitere Unterschriften für das Bürgerbegehren verhindert worden. Nach der Veröffentlichung im Amtsblatt untersagten u.a. Rewe und Aldi die Unterschriftensammlung auf ihren Parkplätzen. Facebook (Seite der Initiative für das Bürgerbegehren), oberwesel.de (Warnung vor Pixelhelper)

Der Mittelrhein als Urlaubstipp

Das Internet-Portal Watson.de hat eine Liste mit 13 empfehlenswerten Urlaubszielen in Deutschland veröffentlicht. Das Welterbe-Tal ist mit dabei und steht in einer Reihe mit der Zugspitze, Helgoland und der Ostsee-Halbinsel Darß. watson.de

Foto des Tages

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Die Burgen am Oberen Mittelrhein Marksburg in Braubach Eine mittelalterliche Ritterburg wie aus dem Lehrbuch – die Marksburg ist die einzige nie zerstörte Höhenburg des Mittelrheintals und auch heute noch vollständig erhalten. Die eindrucksvolle Wehranlage aus dem 13. bis 15. Jahrhundert erhebt sich mit Bergfried, mehreren Gebäuden und Bastionen auf einem Felskegel 90 Meter über Braubach und ermöglicht heute eine wahre Zeitreise ins Mittelalter. Die imposante Festung, mitsamt historischen Innenräumen und Exponaten kann in regelmäßig stattfindenden Führungen zwischen 10 und 18 Uhr besichtigt werden – auf Grund der gegenwärtigen Situation können pro Tour nur 10 Personen durch die Burganlage geführt werden. Das Restaurant Marksburgschänke ist ebenfalls geöffnet. Beste Voraussetzungen also für einen Besuch der Marksburg. ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ #wennrausdannrhein © @mahlowmedia

Ein Beitrag geteilt von Welterbe Oberes Mittelrheintal (@welterbe_bote) am

Mittelrheingold gibt’s auch per Post

Der wöchentliche E-Mail-Newsletter bringt die wichtigsten Mittelrhein-Themen auf einen Blick.  Hier geht’s zum kostenlosen Abo.

 

Seite 2 von 9

Präsentiert von WordPress & Theme erstellt von Anders Norén

%d Bloggern gefällt das: