Journalistisches Blog über das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal

Monat: Oktober 2019 Seite 1 von 10

„Der Verlust für die Region ist sicher ganz erheblich“

In Oberwesel geht es heute zur Sache: Um 18 Uhr wollen die Besitzer der Loreley-Kliniken in einer öffentlichen Versammlung in Oberwesel über die drohende Schließung informieren. Das Aus für die Krankenhäuser in St. Goar und Oberwesel wird vom kirchlichen Mehrheitsgesellschafter Marienhaus bereits als Tatsache dargestellt, obwohl die kommunalen Miteigentümer nur per Mail informiert wurden. Die 3 betroffenen Bürgermeister Thomas Bungert (VG St. Goar-Oberwesel), Marius Stiehl (Oberwesel) und Falko Hönisch (St. Goar) wollen heute auch über mögliche Alternativen sprechen. Alle 3 erklärten auf Anfrage von Mittelrheingold, „zeitnah“ den Einstieg eines neues Investors oder andere Möglichkeiten zu prüfen. Ihnen sei erst seit dem 11. Oktober bekannt, dass Marienhaus die Schließung der Kliniken erwäge, darum sei der wirtschaftliche Schaden für die Kommunen noch nicht zu beziffern. Aber der „Verlust für die Region“ sei „sicher ganz erheblich“. Nach einer von der „RZ“ verbreiteten Darstellung des langjährigen Chefarztes Matthias Psczolla sind nicht die Marienhaus-Manager, sondern die Krankenkassen für die Probleme verantwortlich. Psczollas Äußerungen darf man mit Vorsicht genießen, denn der pensionierte Orthopäde ist mittlerweile für den Marienhaus-Konzern tätig. Um 17 Uhr startet am Oberweseler Krankenhaus eine Demonstration. Über 9.000 Menschen haben bisher eine Online-Petition zum Erhalt der Krankenhäuser unterzeichnet. Falls Sie noch nicht dazugehören: Hier geht’s zur Unterschrift.

Blick auf Oberwesel. Foto: Romantischer Rhein Tourismus / Henry Tornow

Mittelrheinerin des Tages: Nicole Kierdorf

Die Sängerin aus Weiler bei Bingen wirbt als „Caritas-Botschafterin“ für das katholische Hilfswerk. Die „AZ“ hat sie gerade porträtiert. Anlass ist die Benefiz-Gala der Caritas am 9. November. Allgemeine Zeitung, caritas-mainz.de

Zahl des Tages

20.000 Tonnen fasst ein neues Tanklager des Stuttgarter Mineralöl-Händlers GKG am Lahnsteiner Hafen. Dort bunkert die Tochterforma der Tankstellenkette Jet aber kein Sprit, sondern Bitumen. Das klebrige Material, auch „Erdpech“ genannt,  wird u. a. als Straßenbelag verwendet. Den Anwohnern stinkt der neue Nachbar. Laut „RZ“ gingen Beschwerden über Geruchsbelästigungen ein. GKG gelobte Besserung: „Wir wollen eine gute Nachbarschaft“. Rhein-Zeitung

Termine des Tages

Donnerstag in Bingen – Halloween im KiKuBi – 31. Oktober, 18 Uhr. bingen.de

Donnerstag in Oberwesel – Demo gegen die Schließung der Loreley-Kliniken – 31. Oktober, 17 Uhr. Facebook(Demo-Aufruf in der Facebook-Gruppe „Du kommst vom Mittelrhein, wenn …“)

Donnerstag in Oberwesel Öffentliche Informationsveranstaltung zur Zukunft der Loreley-Kliniken – 31. Oktober, 18 Uhr. oberwesel.de

Donnerstag in Bingen – „Hallowein“ / Büdesheimer Winzer auf dem Rochusberg – 31. Oktober, ab 18 Uhr 30. bingen.de

Donnerstag ab Boppard – „Nacht und Nebel“ / Schifffahrt mit Illusionist Julius Frack – 31. Oktober, 19 Uhr. boppard-tourismus.de

Donnerstag ab Kamp-Bornhofen – „Nacht und Nebel“ / Schifffahrt mit Illusionist Julius Frack – 31. Oktober, 19 Uhr 15. boppard-tourismus.de

Donnerstag in Boppard – „Casablanca“ / Cinema in der Stadthalle – 31. Oktober, 19 Uhr 30. boppard-tourismus.de

Foto des Tages

Sonntags kommt Mittelrheingold mit der Post

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Ein Marsch auf Mainz und Krankenhaus-Fernsehen in Oberwesel

Für die einen ist er der Kennedy von Kastellaun, für die anderen der Mann, der die  Mittelrhein-Brücke verhindert. Marlon Bröhr, Zahnarzt, Politik-Quereinsteiger und Landrat des Rhein-Hunsrück-Kreises, polarisiert die Region. Jetzt sorgt er auch bundesweit für Aufsehen: Bröhr will Spitzenkandidat der CDU im Landtagswahlkampf 2021 und Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz werden. Ob seine Partei ihn an den Start lässt, ist fraglich, denn die Top-Funktionäre haben sich bereits auf den unauffälligen Oppositionsführer Christian Baldauf festgelegt. Bröhrs einzige realistische Chance wäre eine Urwahl durch die Parteimitglieder. Als größtes Risiko bei seiner Kampagne gilt Bröhr selbst: Der unorthodoxe Landrat hat zwar mehr Charisma als die CDU-Landtagsfraktion zusammen, neigt aber gelegentlich zu Selbstüberschätzung und Überinszenierung. Rhein-Zeitung, SWR (Video), Mittelrheingold (7 Fragen an Marlon Bröhr, November 2018)

Rheinfels-Fan: Marlon Bröhr hoch über St. Goar.

Marlon Bröhr hoch über St. Goar. Foto: Privat

Krankenhaus-Fernsehen in Oberwesel

Kurz vor der ersten Demonstration gegen die Schließung der Loreley-Kliniken (Donnerstag, 17 Uhr) hat sich das SWR-Fernsehen in Oberwesel umgehört. Zu Wort kamen Demo-Initiatorin Claudia Berres, Feuerwehr-Profi Christian Albrecht und die Bürgermeister Thomas Bungert (VG St. Goar-Oberwesel) und Falko Hönisch (St. Goar).

Die kommunalen Miteigentümer der Klinik fordern ein neues, neutrales Gutachten über die Wirtschaftlichkeit der bedrohten Krankenhäuser in Oberwesel und St. Goar. Sie halten zusammen 45 Prozent der Anteile. Ob sie juristisch in der Lage sind, den Mehrheitsgesellschafter Marienhaus von einer Schließung abzuhalten und ihn wegen geschäftsschädigenden Verhaltens aus der Krankenhaus-GmbH auszuschließen, ist weiterhin unklar. Der Gesellschaftsvertrag sieht offenbar vor, einen Teilhaber auch gegen dessen Willen auszuzahlen, wenn er die Interessen und den Zweck des Unternehmens mißachtet. Der vertraglich vereinbarte Zweck der Krankenhaus GmbH ist der Betrieb der Krankenhäuser. online-handelsregister.de (kostenpflichtige Informationen zur Krankenhaus GmbH)

Krankenhaus-Rettung: Jede Unterschrift zählt

Über 8000 Menschen haben bisher die Online-Petition für den Erhalt der Loreley-Kliniken in St. Goar und Oberwesel unterzeichnet. Je mehr mitmachen, desto stärker das Signal für den Zusammenhalt in der Region und die Verteidigung von Infrastruktur und Arbeitsplätzen. Hier geht’s zur Unterschrift

St. Goar und die Süddeutsche

St. Goar sorgt nicht nur wegen seiner Krankenhauses für Schlagzeilen. Der 2,1 Millionen Euro teure „Rheinbalkon“ ist wegen Kostenexplosion und zweifelhafter Sinnhaftigkeit erneut vom Bund der Steuerzahler angeprangert worden. Selbst die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet darüber. sueddeutsche.de

Der Landarzt kommt

Vor allem auf der rechten Rheinseite werden Landärzte zum Auslaufmodell. Rund um die Taunusgemeinde Nastätten ist der Mangel besonders akut; er trifft auch Teile der Verbandsgemeinde Loreley und die Lorcher Höhenorte. Kurzfristig kann der Rhein-Lahn-Kreis wenig tun, aber ein Stipendium für Medizinstudenten soll in einigen Jahren für Entlastung sorgen. Der Kreis zahlt 500 Euro monatlich, wenn sich die angehenden Ärzte zur Niederlassung in der Region verpflichten. Laut „RZ“ stößt die Aktion auf bundesweites Interesse. Mit einem Kandidaten wird bereits verhandelt. Rhein-Zeitung

Mittelrheiner des Tages: Matthias Dimmer

Der Architekt aus der Eifel kümmert sich um die Total-Sanierung der Jugendherberge in St. Goar. Das denkmalgeschützte Haus soll im Sommer 2020 nach langem Leerstand wieder eröffnet werden. Die Bauzeit blieb im Plan, die Kosten nicht ganz. Laut „RZ“ muss das Deutsche Jugendherbergswerk mindestens 5,5 Millionen Euro auf den Tisch legen. Vom Bund, dem Land und den Kommunen gibt es Zuschüsse. Im Internet können bereits Zimmer gebucht werden. Der Architekt war bereits bei der Jugendherberge in Kaub im Einsatz. Rhein-Zeitung, architekt-dimmer.de

Zahl des Tages

Mit bis zu 90 Dezibeln lärmt der nächtliche Zugverkehr im Rheintal. Eine Studie der Mainzer Uni-Klinik hat erstmals nachgewiesen, dass die Dauerbeschallung zu ernsthaften Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen kann. Für die Lärmschutz-Initiativen am Mittelrhein ist es eine Steilvorlage. SWR (Video)

Termin der Woche

Am Donnerstag (31. Oktober) geht das Mittelrheintal für den Erhalt der Loreley-Kliniken auf die Straße. Die Demo startet um 17 Uhr am Oberweseler Krankenhaus. Facebook

Foto des Tages

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Krankenhaus-Krise: Was können die Bürgermeister tun?

Wenige Monate vor der drohenden Schließung der Loreley-Kliniken in St. Goar und Oberwesel rollt eine Welle der Solidarität an. Bisher haben fast 7000 Menschen eine Petition gegen die Pläne des Krankenhauskonzerns Marienhaus unterzeichnet (hier geht’s zur Unterschrift). Marienhaus hält 55 Prozent am Klinik-Betreiber Krankenhaus GmbH St. Goar-Oberwesel mit Sitz in Oberwesel. Parteien, Bürgermeister, Kreistag, Bundes- und Landespolitiker stellen sich öffentlich hinter die rund 350 Mitarbeiter. Die Krankenhäuser machen keine Verluste, aber der selbst angeschlagene Marienhaus-Konzern hält eine Schließung für alternativlos. Er beruft sich dabei auf das Gutachten einer Kölner Unternehmensberatung. Die kommunalen Mitgesellschafter Oberwesel (25 Prozent), St. Goar (10 Prozent) und Verbandsgemeinde St. Goar-Oberwesel (10 Prozent) denken mittlerweile über ein 2. Gutachten nach. VG -Bürgermeister Thomas Bungert will in der Gesellschafterversammlung als „letztes, starkes Signal“ gegen die Schließung stimmen. Bisher ist unklar, ob Marienhaus über eine derart gravierende Änderung des Unternehmenszwecks wirklich allein entscheiden kann. Der Gesellschaftervertrag der Krankenhaus GmbH, der Mittelrheingold vorliegt, lässt  andere Interpretationen zu. Die 3 kommunalen Anteilseigner haben noch nicht erklärt, welche Rechte sie geltend machen könnten. Am Donnerstag startet um 17 Uhr eine Demo in Oberwesel. Anschließend äußern sich ein Vertreter des Marienhaus-Konzerns und die 3 Bürgermeister in einer öffentlichen Informationsveranstaltung. Der Oberweseler Kommunikationsdesigner und Grünen-Stadtrat Christian Büning hat ein Protest-Logo entworfen, das rechtefrei von jedermann genutzt werden kann. SWR, Facebook (Demo-Termin)Rhein-Zeitung

Tal Total macht Pause

In der Aufregung um die Loreley-Kliniken geht fast unter, was normalerweise eine kleine Sensation gewesen wäre: Der autofreie Sonntag „Tal Total“ wird vorerst nicht mehr stattfinden. Klima-Kapriolen hatten zuletzt für immer weniger Teilnehmer gesorgt; gleichzeitig wuchsen die bürokratischen Hürden. Der Ausbau der Radwege macht das Radeln am Rhein ohnehin zum alltäglichen Vergnügen. „Tal Total“ wurde 27 Jahre lang von den Touristik-Organisationen im Tal unter Leitung von Claudia Schwarz aus St. Goar gestemmt. Die Entscheidung über die kreative Pause fiel gestern mit großer Mehrheit. Nur Kamp-Bornhofen, Kestert und Brey wollten am bisherigen Konzept festhalten. Die Zeit der autofreien Fahrrad-Sonntage ist auch anderswo abgelaufen: 2017 fand zum letzten Mal „Happy Mosel“ statt. SWR

Der Preußenprinz versucht’s nochmal

Am 9. April verhandelt das Oberlandesgericht Koblenz über die Eigentumsverhälnisse an Burg Rheinfels. Der Potsdamer Betriebswirt Georg Friedrich Prinz von Preußen erhebt Ansprüche auf die Renaissance-Ruine und das damit verbundene Schlosshotel, das der Stadt gehört und an 4-Sterne-Hotelier Gerd Ripp verpachtet worden ist. In der ersten Instanz war der sogenannte „Chef des Hauses Hohenzollern“ abgeblitzt. Rhein-Zeitung

Mittelrheiner des Tages: Marko Schlegel

Der Gärtnermeister aus dem rechtsrheinischen Prath hat den ersten Baum für die Buga 2029 gepflanzt. Schlegel denkt groß: Er setzte eine Mammutbaum in die Vordertaunus-Erde und hofft auf jahrhundertelanges Wachstum. SWR (Video)

Zahl des Tages

5 Top-Absolventen der TH Bingen sind gerade von der Gesellschaft der TH-Freunde für außerordentliche Leistungen ausgezeichnet worden. Beste der Besten ist Karen Alexandra Eckart. Sie schaffte nicht nur hervorragende Abschlussnoten, sondern engagierte sich während der Studiums auch ehrenamtlich in der Sportförderung. Allgemeine Zeitung

Termin des Tages

Dienstag in Boppard – „Gut gegen Nordwind“ / Cinema in der Stadthalle – 29. Oktober, 20 Uhr. boppard-tourismus.de

Foto des Tages

 

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Unglaublich soo ein schöner Morgen herbstliche Grüße von der Burg!! CH jr #herbstliebe #herbstimtal #traumhafteaussicht #burgrheinstein #rheinstein

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