Journalistisches Blog über das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal

Monat: März 2020 Seite 1 von 4

Boppard liefert besser

Schön ist die Website der Stadt Boppard nicht gerade, aber sie erfüllt in schwierigen Zeiten ihren Zweck. Anders als in Bingen, Lahnstein oder Rüdesheim wirbt die Stadtverwaltung schon auf der Startseite für die Liefer- und Abholdienste ihrer Gewerbetreibenden. Das städtische Tourismus-Büro hat eine Liste mit Betrieben zusammengestellt. Kostenlose Lieferungen bieten u. a. der Bopparder Buchladen von Dagmar Reitz, das Modehaus Stammer und das Haushaltswarengeschäft Brockamp an. Eine private Website präsent weitere Bopparder Angebote und vermittelt lokale Gutscheine: wer-bringts.de

Blick auf Boppard. Im Hintergrund das Kloster Marienberg. Foto: Stefan Rees.

Blick auf Boppard. Im Hintergrund das Kloster Marienberg. Foto: Stefan Rees.

Alles auf Grün

Apropos Boppard: Die dortige CDU denkt schon an die Zeit nach Corona und möchte spätestens zur Bundesgartenschau 2029 einen Kur- und Heilwald nach Lahnsteiner Vorbild ausweisen. Der mutmaßliche SPD-Bürgermeisterkandidat  Niko Neuser hatte im vergangenen Jahr vorgeschlagen, Boppard zum „Bad“ zu erklären. Rhein-Zeitung

Der Rheinsteig im Corona-Modus

Wandern tut in Corona-Zeiten besonders gut – vorausgesetzt, man läuft nicht nicht in Rudeln durch die Natur, sondern hält sich an die Einschränkungen. Auf dem Rheinsteig ist das nicht immer möglich. In Lahnstein gelten darum für die Ruppertsklamm einige neue Regeln. Rhein-Zeitung

Telemedizin in Wesel

Oberwesels Digital-Doktor Axel Strähnz hat erste Erfahrungen mit seiner virtuellen Sprechstunde gesammelt. Laut „RZ“ konnte er bisher 15 Patienten am Bildschirm behandeln. Die digitale Praxis ersetzt nicht den persönlichen Kontakt und soll nicht zum Regelfall werden. Strähnz will das Angebot aber auch nach Corona aufrechterhalten und denkt dabei u. a. an Patienten mit eingeschränkter Mobilität. Rhein-Zeitung

Foto des Tages

Yoga-Grüße aus Bingen und Lasten in Lorch

Zur Yoga-Stunde mit Roberta Campanile muss man eigentlich nach Bingen. Die gebürtige Italienerin („Ich bin Roberta aus Rom“) lehrt in normalen Zeiten an der Volkshochschule in der Innenstadt. Weil aber gerade nichts normal ist, unterrichtet sie jetzt wie viele anderen VHS-Dozenten im Internet. Einen kleinen Vorgeschmack gibt es jeden Morgen um 8 kostenlos auf Facebook. „AZ“-Redakteurin Christine Tscherner hat weitere Beispiele für kreative Corona-Lösungen zusammengetragen. Binger Einzelhändler helfen sich gegenseitig. Die Konditorei Röthgen aus der Kapuzinerstraße etwa verkauft ihre Osterartikel in den Filialen der Bäckerei Stamm. Allgemeine Zeitung

Blick auf Bingen. Foto: Stadt Bingen / Torsten silz.

Blick auf Bingen. Foto: Stadt Bingen / Torsten Silz.

Lasten in Lorch

Eigentlich hat die chronisch klamme Stadt Lorch nichts zu verschenken, aber wenn es den Gewerbetreibenden an den Kragen geht, nützt das das niemandem. Die Lorcher CDU regt darum an, vorübergehend auf städtische Pachteinnahmen zu verzichten. Das käme u. a. den Gastronomen im Hilchenhaus und im Bürgerhaus („Etna“) und dem KD-Kiosk zugute. Außerdem sollen weitere Fördermöglichkeiten für lokale Mittelständler geprüft werden. Wiesbadener Kurier

Carolins neue Seite

Apropos Lorch: Carolin Weiler gehört zu den großen Weinbau-Talenten im Welterbe-Tal. Alles, was ihr noch fehlte, war eine angemessene Website. Das ist jetzt auch erledigt. Den neuen Auftritt inklusive Online-Shop gibt’s auf weingut-weiler.de.

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Wenn der Fährverkehr absäuft

Die Corona-Krise legt gerade gnadenlos offen, was seit Jahren versäumt wird: Die Rheinfähren staatlich zu unterstützen und dadurch zu kontrollieren. Alle 5 Betriebe zwischen Boppard und Rüdesheim müssen privatwirtschaftlich über die Runden kommen; sie erhalten anders als Bus- oder Bahnlinien keine Zuschüsse. Das rächt sich gerade. Wegen Corona sind deutlich weniger Autos unterwegs. Vor allem der Pendlerverkehr ist drastisch eingebrochen. Rein kommerzielle Fähre können auf die gesunkene Nachfrage nur betriebswirtschaftlich reagieren – sie reduzieren ihr Angebot und verzichten auf unrentable Fahrten am Abend. Systemrelevante Schichtarbeiter wie Pflegepersonal oder Supermarkt-Mitarbeiter müssen zeitraubende Umwege in Kauf nehmen.

Die Loreley-Fähre vor der Kirche von St .Goarhausen. Foto: Fähre Loreley GmbH & Co. KG

Die Binger-Rüdesheimer Fähre ist ohnehin schon gebeutelt, weil neben der Fähre auch leere Ausflugsschiffe zur Flotte gehören. Die Betreiberfirma wollte gerade ihren Fahrplan ausdünnen, rudert nach einem Schrei der Entrüstung aber zurück. Ohne Geld vom Staat wird es aber nicht funktionieren: „Damit wir auch weiterhin diese Fahrzeiten anbieten können, sind wir auf eine staatliche Unterstützung angewiesen“, heißt es auf der Facebook-Seite des Unternehmens.

In St. Goarshausen will Fährmann Klaus Hammerl am Montag einen „Covid-19-Notfahrplan“ in Kraft setzen, dann ist um 19 Uhr Schluss, und an Wochenenden geht’s erst um 10 Uhr vormittags los (werktags um 5 Uhr 30).

In Kaub und zwischen Niederheimbach und Lorch wird am Wochenende überhaupt nicht mehr gefahren, und auch in Boppard gibt es Einschränkungen.

Seit Jahren wird am Mittelrhein darüber diskutiert, Fähren zu subventionieren und dadurch den Betrieb auch spätabends und in der Nacht zu ermöglichen – bislang ohne Ergebnis. Befürworter eines Brückenbaus zwischen St. Goar und St. Goarshausen reagieren auf das Thema allergisch. Sie halten die Brücke für alternativlos und befürchten, dass 24-Stunden-Fähren das Projekt überflüssig machen könnten. Mit der Fertigstellung einer Brücke wird nicht vor den 30er Jahren gerechnet.

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