Journalistisches Blog über das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal

Monat: Juni 2020 Seite 1 von 7

Ein Bürgermeister gibt auf und der Schwarze Baron will’s wissen

St. Goarshausen braucht einen neuen Bürgermeister. Rathauschef Matthias Pflugradt hat am Montagabend seinen Rücktritt erklärt. Er war erst im vergangenen Jahr gewählt worden, damals mit über 60 Prozent der Stimmen und als Kontrastprogramm zu den bisher üblichen Mittelrhein-Bürgermeistern. Der Pfarrersohn aus dem Höhenort Nochern ist bodenständig und bunt zugleich; er arbeitete als Bestatter, Event-Manager und Literaturagent, outete sich während seiner Amtszeit als Depressions-Patient und blieb auch sonst lieber Mensch als Manager. Meinungsverschiedenheiten über die Zukunft der Loreley-Bühne führten zum Bruch mit seinen Beigeordneten und dem Stadtrat. Zum Schluss war der Bürgermeister kaum noch handlungsfähig. Facebook (Rücktrittserklärung)

Matthias Pflugradt ist neuer Bürgermeister von St. Goarshausen. Foto: Privat.

Matthias Pflugradt wurde 2019 Bürgermeister von St. Goarshausen. Foto: Privat.

Boppards schwarzer Baron bricht mit der CDU

Während St. Goarshausen bald ohne Bürgermeister dasteht (und Bacharach noch immer keinen gefunden hat), sieht es in Boppard mindestens nach einen Dreikampf aus. Der Unterschied ist, dass der Bürgermeisterjob in Boppard kein Hobby sondern Hauptamt ist und darum anständig bezahlt wird. Das langjährige Stadtoberhaupt Walter Bersch darf 2021 aus Altersgründen nicht mehr kandidieren. Seine SPD schickt wohl Niko Neuser ins Rennen, während die CDU angeblich einen externen Profi antreten lassen will. Die Wählergruppe „Bürger für Boppard“ (BfB) unterstützt den unabhängigen Kandidaten Philipp von Loringhoven. Der „Schwarze Baron“ sitzt eigentlich für die CDU im Stadtrat, hat die Fraktion aber verlassen. Per Mail

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Boppard kämpft um das Weinfest und der Loreley geht das Geld nicht aus

Nach der Absage des Binger Winzerfestes sieht es auch für das Bopparder nicht gut aus. In seiner bisherigen Form kann es es 2020 nicht stattfinden, das ist klar. Jetzt wollen Bopparder Winzer und Wirte retten, was zu retten ist. Sie planen sie eine Art „Weinfest“ light. Es soll nicht zentral am Marktplatz stattfinden, sondern sich coronagerecht auf mehrere Winzerbetriebe verteilen. Mit dabei wären die Weingüter

  • Rolf Bach
  • Heilig Grab
  • Toni Lorenz
  • August & Thomas Perll
  • Walter Perll
  • Michael Schneider

Die Bopparder CDU will das Konzept heute im Stadtrat vorstellen. Das Weinfest ist für 2 aufeinander folgende Wochenenenden Ende September und Anfang Oktober geplant. Per Mail

Immer eine Reise wert: Boppard. Foto: Romantischer Rhein / Henry Tornow

Immer eine Reise wert: Boppard. Foto: Romantischer Rhein / Henry Tornow

Der Loreley geht das Geld nicht aus

Die Neugestaltung des Loreley-Plateaus ist am Mittelrhein nicht unumstritten. Vor allem in St. Goarshausen befürchtn Kritiker nicht nur irreversible Eingriffe in das Landschaftsbild, sondern auch unabsehbare Folgekosten für die Kommunen. Finanzielle Entlastung verspricht eine Finanzspritze des Bundes. Laut Deutscher Presse-Agentur gibt es 4,2 Millionen, u. a. für den Bau einer Glaskuppel über dem „Mythosraum“. Süddeutsche Zeitung

Eine Rheinbrücke für Radler

Rund um Bingen gibt es eine neue Brücken-Initiative. Ihre Unterstützer kämpfen aber nicht für die klassische Autobrücke, sondern für eine Konstruktion nur für Radfahrer. Initiator Stefan Schweitzer träumt sogar von einem Weinstand in der Mitte. Dort könnten halbe Schoppen aus allen 4 angrenzenden Anbaugebieten ausgeschenkt werden: Rheingau, Rheinhessen, Nahe und natürlich Mittelrhein. Für die Radlerbrücke gibt es einige gute Argumente: Sie wäre günstiger zu haben, schneller zu bauen und problemlos für die Umwelt. Schweizer will im Netz mindestens 12.000 Unterschriften sammeln. Allgemeine Zeitung, openpetition.de (digitale Unterschriftensammlung)

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Burg Lahneck#wennrausdannrhein#talderloreley#welterbebote#romantischerrhein#rlp#rheinromantik

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Der stille Abschied von den Krankenhäusern

Der Protest gegen die Schließung der Loreley-Kliniken war lang und laut, aber das Ende kommt fast unmerklich. In den aktuellen „Hunsrück-Mittelrhein-Nachrichten“, dem Amtsblatt der Verbandsgemeinde, findet sich auf Seite 15 oben ein kurze Mitteilung von Oberwesels Stadtbürgermeister Marius Stiehl. Demnach sind die letzten Verhandlungen mit potenziellen Krankenhausbetreibern gescheitert, und  im September werden die Krankenhäuser in Oberwesel und St. Goar stillgelegt. Für die Belegschaft sei ein Sozialplan vereinbart worden. Der kurze Absatz endet mit: „Auf diesem Weg darf ich mich bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für hervorragende geleistete Arbeit bedanken.“

Krankenhaus Oberwesel: Im September ist Schluss. Foto: Frank Zimmer / Mittelrheingold

Dem Vernehmen nach waren zuletzt noch Gespräche mit der Bad Kreuznacher Diakonie geführt worden. Sie betreibt u.a. das frühere Kreiskrankenhaus in Simmern. Die Diakonie äußert sich nicht dazu. Nach der Schließung der Krankenhäuser kann der katholische Mehrheitsgesellschafter Marienhaus seine Pläne für ein größeres Seniorenheim in die Tat umsetzen. Die kommunalen Partner Oberwesel, St. Goar und VG Hunsrück-Mittelrhein bleiben als Teilhaber an Bord.

Unklar ist, ob es zusätzlich ein Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) geben wird, das Teile der Krankenhaus-Aufgaben übernehmen könnte. Laut Stiehl hat die Berliner Unternehmensberatung GÖK Consulting dazu ein Konzept entwickelt. Es sollte den Gesellschaftern gestern vorgestellt werden. Hunsrück-Mittelrhein-Nachrichten

Zur Kasse, bitte

Bingens Oberbürgermeister Thomas Feser hat neuen Ärger mit der SPD-Opposition. Sie fordert, dass er 12.260 Euro aus seiner privaten Tasche an die Stadtkasse zahlt. Die Summe entspricht einer Gebühr für fehlende Stellplätze am Studentenwohnheim der TH. Feser hatte sie dem Bauherren eigenmächtig erlassen und war dafür vom Landesrechnungshof gerügt worden. Der Oberbürgermeister und seine CDU argumentieren, dass der Stadtrat sowieso zugestimmt hätte. Zuletzt hatte die SPD von Feser gefordert, dass er seine Amtsgeschäfte ruhen lässt. Das Binger Stadtoberhaupt war stark alkoholisiert am Steuer erwischt worden. Allgemeine Zeitung

Leerlauf auf dem Rhein

Die  Weiße Flotte fährt wieder, aber von Hochsaison kann keine Rede sein. Die „RZ“ hat sich bei mehreren Reedereien umgehört. Demnach laufen die Geschäfte mehr schlecht als recht. Wegen Corona darf nicht mit voller Passagierzahl abgelegt werden, und die Gäste aus dem Ausland fehlen immer noch. „Dieses Jahr können wir eigentlich abhaken“, zitiert die Zeitung Sonja Bruchof von der Loreley-Linie Weinand in Kamp-Bornhofen. Den Betrieben fehlt nicht nur der Umsatz im Tagesgeschäft. Mit den Großfeuerwerken „Rhein in Flammen“ fällen dieses Jahr auch die Schiffskorsos aus. Rhein-Zeitung

Boppard jetzt!

Bis zum 30. Juni läuft noch das Online-Voting zum Deutschen Waldpreis. Boppard ist in der Kategorie „Bester Waldbesitzer“ nominiert. Wer noch nicht abgestimmt hat: Hier entlang, bitte.

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