Journalistisches Blog über das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal

Monat: Januar 2020 Seite 1 von 2

Hohenzollern-Deal: „Der Vergleich ist voreilig und unüberlegt“

Die höchste Burgendichte der Welt täuscht darüber hinweg, dass das Obere Mittelrheintal eine fast adelsfreie Zone ist. Die französische Revolution vertrieb die Aristokratie, das napoleonische Code Civil sorgte für Gleichheit vor dem Gesetz, und es gibt schon lange keinen uradligen Großgrundbesitz mehr. Auch die Freiherren von Preuschen aus Osterspai stammen nicht von Rittern, sondern einem bürgerliche Beamten namens Georg Preusch ab, der Ende des 18. Jahrhunderts geadelt wurde und sich einen romanhaft klingenden Namen zulegen durfte: „Preuschen von und zu Liebenstein“. Spätestens seit dem Ende der Monarchie 1918 war das Rheinland so republikanisch und bürgerlich wie eine Hansestadt.

In St. Goar reden jetzt trotzdem wieder Blaublüter mit: Die frühere Kaiserdynastie Hohenzollern darf für mindestens 77 Jahre mindestens ein Fünftel der Eintrittsgelder von Burg Rheinfels für eine Stiftung abzweigen, die von ihr kontrolliert wird. So hat es am Dienstagabend die Mehrheit des Stadtrates auf Vorschlag von Bürgermeister Falko Hönisch beschlossen, der auch als Urheber der Idee gilt und laut „RZ“ im Februar „eine feierliche Veranstaltung“ zur Vertragsunterzeichnung plant. Der Stadtrat argumentiert, dass die von den Hohenzollern beanspruchte Burg damit endgültig im Besitz der Stadt sei. Allerdings ist fraglich, ob der „Chef des Hauses“ Georg Friedrich Prinz von Preußen auch nur den Hauch einer Chance gehabt hätte, nachdem er in erster Instanz krachend gescheitert war. Die Landesregierung in Mainz hatte 2019 klargestellt, dass sie keinen Anlass für Zugeständnisse und Vergleichsverhandlungen sehe. Sie wollte es durchziehen.  Bürgermeister Falko Hönisch hatte einen anderen Plan. Im Stadtrat hat sich u. a. Kerstin Arend-Langenbach von der CDU dagegen ausgesprochen. Arend-Langenbach ist im eigentlichen Beruf Finanzchefin eines mittelständischen Unternehmens. Sie ist es gewohnt, Zahlen und Fakten genau zu prüfen, ehe sie eine Entscheidung trifft. Ich habe sie um ihre Einschätzung gebeten.

Burg Rheinfels gehört der Stadt St. Goar. Foto: Romantischer Rhein Tourismus / Friedrich Gier

Burg Rheinfels gehört der Stadt St. Goar. Foto: Romantischer Rhein Tourismus / Friedrich Gier

Kerstin, du hast im Stadtrat von St. Goar gegen den Vergleich mit dem Prinzen von Preußen gestimmt. Warum?

Ich halte diesen Vergleich für voreilig und unüberlegt. Eile und Zeitdruck sind schlechte Berater. Nachdem im ersten Prozess am Landgericht ein Erfolg erreicht wurde, steht erst im April die Berufungsverhandlung an. Also Zeit genug, um in aller Ruhe zu prüfen, ob man tatsächlich einen Vergleich im Vorfeld schließen möchte und wenn ja, zu welchen Bedingungen.

Deshalb haben wir Vertagung im Stadtrat und Beratung in den betroffenen Ausschüssen der Stadt beantragt. Wir wollten zunächst mehr Informationen, um sorgfältig Chancen und Nachteile abzuwägen. Dabei hätten wir neben der Prüfung der rechtlichen und steuerrelevanten Aspekte vor allem gern die Meinung unseres Prozessbevollmächtigten gehört. Zumal in der Präambel des Vergleichsentwurfs nochmals darauf hingewiesen wurde, dass die anderen Beklagten im Prozess gute Aussichten sehen, dass die Berufung zurückgewiesen werden könnte.

Leider war unser Antrag, dem auch die FDP folgte, ohne Erfolg. Die SPD hat uns überstimmt und entschieden, dass der Stadtbürgermeister den Inhalt
des Vertrags mit Auswirkungen auf die nächsten Generationen unterzeichnen darf.

Der nun verabschiedete Vergleich läuft bis zum Ende des Erbbaupachtvertrags über 77 Jahre, also fast bis zum Ende dieses Jahrhunderts. Solange hat sich die Stadt nun verpflichtet, dass die Hohenzollern jeden unserer Burgbesucher abkassieren dürfen. Zunächst wird eine Erhöhung von 20 Prozent je Besucher fällig, alle 5 Jahre wird das Recht gewährt, diesen Aufschlag auf Angemessenheit zu überprüfen und anzupassen.

Das Geld, dass wir künftig ohne geklärte Rechtsanspruchsgrundlage an die Hohenzollern abführen werden, soll der Stiftung Prinzessin Kira von Preußen zukommen, die dann künftig entscheiden kann, wie das Geld verwendet wird.

Laut Vertrag soll das Geld für die Zwecke der Kinder und Jugendarbeit in und aus St. Goar, sowie zur Förderung von Kunst und Kultur verwendet werden. Leider ohne dass den Menschen vor Ort oder den städtischen Gremien eine Mitspracherecht im Vertrag eingeräumt wird. Das ist für mich nicht hinnehmbar.

Schon gar nicht, wenn man einen Blick in den Vermögensnachweis der Stiftung wirft. In den letzten beiden Jahren wurden weniger als 50 Prozent der Einnahmen für satzungsgemäße Leistungen verwendet. Aus all diesen Gründe hätte ich mir eine sorgfältigere Prüfung gewünscht, die Zeit für Nachfragen und Recherchen gelassen hätte.

Ganz nebenbei muss die Stadt auf der Burg den Hohenzollern nun auch noch die große Bühne für eine repräsentative Ausstellung bieten und die entstandenen Anwalts- und anteiligen Gerichtskosten übernehmen.

Wenn die Hohenzollern-Stiftung an den Eintrittsgeldern beteiligt wird: Welche Summe kommt pro Jahr ungefähr zusammen?

Diese Frage haben wir dem Bürgermeister auch gestellt, leider aber keine konkrete Antwort erhalten. Nach meiner Schätzung dürfte es sich um ca. 50.000-80.000 Euro handeln. Vor allem, weil damit zu rechnen ist, dass ab dem nächsten Jahr durch die Wiedereröffnung unserer Jugendherberge die Besucherzahlen wieder steigen werden.

Von wem stammt die Idee mit der Stiftung?

Laut persönlicher Erklärung des Stadtbürgermeisters im Stadtrat war der Vergleich keine Idee des Prinzen. Er selbst habe von der Stiftung gehört und deshalb vorgeschlagen, dass die Stadt kein Geld in die Hand nehmen würde, um die Burg zu kaufen, er sich aber vorstellen könnte, diese Stiftung zu unterstützen.

Juristisch scheint der Fall jetzt abgeschlossen. Gibt es ein moralisches Recht der Hohenzollern an die Burg?

Ich persönlich sehe keine moralische Verpflichtung, den Hohenzollern die Burg Rheinfels zu überlassen. Die Rheinfels ist das imposanteste Wahrzeichen unserer Stadt und Ihrer Bürger. Fast 100 Jahre hatte die Familie kein Interesse an Burg Rheinfels. Engagierte Bürger unserer Stadt  haben gemeinsam mit Stadt, Land und Bund die Burg wieder zu dem gemacht, was sie heute ist. Burg Rheinfels gehört den St. Goarern Bürgern!

 

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Malerisch liegt die Burg Rheinfels im Mittelrheintal – jetzt steht fest, dass das Denkmal in kommunalem Besitz bleibt. Die Erleichterung in St. Goar ist groß. Zunächst hatte sie ein Nachfahre des letzten deutschen Kaisers, Georg Friedrich Prinz von Preußen, zurückgefordert. Es gab eine außergerichtliche Einigung. Demnach erkennt das Haus Hohenzollern die Eigentumsrechte der Stadt an der Burg an. St. Goar werde künftig eng mit einer Hohenzollern-Stiftung zusammenarbeiten, die sozial benachteiligte Jugendliche fördert. . . . .#rheinfels #rheinfelscastle #rhein #hohenzollern #burg #burgen #medievalarchitecture ##mittelalter #rheinhunsrück #historical #denkmal #landscape #rheinlandpfalz #stgoar #swr #swraktuell

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Geschichten der Woche

1. Es gibt kein Geld auf der Loreley

Seit Jahren streiten sich die Stadt St. Goarshausen und der Pächter der Loreley-Bühne um ausstehende Zahlungen. Laut „RZ“ ist eine neue Eskalationsstufe erreicht: Der 1. Beigeordnete Heinz-Peter Mertens droht mit außerordentlicher Kündigung und Räumungsklage zum 30. November diesen Jahres. Mertens vertritt den erkrankten Bürgermeister Matthias Pflugradt, der sich um Vermittlung bemüht hatte. Der Vertrag der Stadt mit der „Loreley Venue GmbH“ unter Geschäftsführer Ulrich Lautenschläger läuft noch bis 2030. Offenbar hat das Berliner Unternehmen   seit 3 Jahren nicht mehr bezahlt. Der Konzertveranstalter argumentiert mit Bau-Mängeln und aufwendiger Eigenleistung auf dem Plateau. Rhein-Zeitung, Mittelrheingold (7 Fragen an Ulrich Lautenschläger, Mai 2019)

2. „Papa Rhein“ kommt im August

Das Binger Großhotel „Papa Rhein“ öffnet nach rekordverdächtig kurzer Bauzeit noch in diesem Sommer. Beim Richtfest wurde der Termin 28. August genannt. „Papa Rhein“ soll die Binger Hotel-Misere beenden und für die dringend benötigten Betten sorgen. Das Design-Hotel mit Rüdesheim-Blick umfasst 114 Zimmer und Suiten. Allgemeine Zeitung

3.  Die Luxus-Mühle von Lahnstein

Die „Löhnberger Mühle“ am Lahnsteiner Rheinufer gehört zu den markantesten Industriedenkmälern am Mittelrhein. Laut „RZ“ könnte der neoklassizistische Bau aus der Kaiserzeit saniert und als Standort für Luxuswohnungen und ein Hotel dienen. Der baden-württembergische Investor Activ Group wolle rund 70 Millionen Euro in die Hand nehmen, heißt es. Vorher muss allerdings noch ein Geruchsproblem gelöst werden: Das müffelnde Tanklager für Bitumen nebenan. Rhein-Zeitung

4. Ein Bornhofer Mädchen bei Bohlen

Deutschlands nächster Superstar könnte vom Mittelrhein kommen: Die Kamp-Bornhofer Hotelierstochter Paulina Wagner hat die „DSDS“-Jury um Dieter Bohlen überzeugt und ist weiter im Rennen.  Auf YouTube hat „RZ“.Redakteur Michael Defranceso ein Interview mit ihr veröffentlicht. Paulina Wagner ist 22 und studiert Journalismus in Köln. Rhein-Zeitung, YouTube (Video)

Ein Blick auf die Buga 2029

Im November wurde der parteilose Post-Manager Klaus Zapp überraschend zum Bürgermeister von Rüdesheim gewählt; jetzt hat er sein Amt angetreten. Unter seinem Vorgänger Volker Mosler galt die Stadt als heillos zerstritten und wenig effektiv. Zapp traut man u .a. zu, neue Ideen für die Bundesgartenschau 2029 auf die Straße zu bringen. Der hessische Welterbe-Beauftragte Karl Ottes freut sich schon auf die Zusammenarbeit: „Ich habe einen guten Eindruck von Ihnen“, zitiert ihn der „Wiesbadener Kurier“.

Video der Woche

Die Bopparder Wertholzversteigerung ist das Sotheby’s der Forstbranche. Hier kommt kein Ikea-Holz zum Verkauf, sondern das Beste, was die Wälder rund um den Mittelrhein hergeben. Generationen von Förstern haben die Bäume bis zu 200 Jahre lang gepflegt. Im SWR-Video erklärt Revierchef Johannes Nass die Besonderheiten. swr.de 

Zahl der Woche

Bingens Schuldenstand steigt und steigt und wird Ende des Jahrs rind 60 Millionen Euro erreichen. Der Stadt fehlt so viel Gewerbesteuer, dass die Aufsichtsbehörden jetzt ganz genau hinschauen. Das geplante Hildegard-von-Bingen -Zentrum in der „Würth’schen Villa“ in Bingerbrück ist ohne private Sponsoren illusorisch. Allgemeine Zeitung

Termine der Woche

Freitag in Dörscheid – „Pasta und Meer“ / Kochkurs im „Fetz“ – 31. Januar, 14 Uhr 30. loreley-touristik.de

Freitag in Oberwesel – Kino im Kulturhaus – 31. Januar, 19 Uhr (Einlass). oberwesel.de

Samstag in Bingen – „Die rote Linie – Widerstand im Hambacher Forst  – 1. Februar, 19 Uhr. bingen.de

Samstag in Bacharach – Klavierkonzert mit Christoph Soldan / Bacharacher Meister-Konzert – 1. Februar, 19 Uhr 30. rhein-nahe-touristik.de

Sonntag in Rüdesheim – Klostersteig-Wanderung mit Wolfgang Blum – 2. Februar, 10 Uhr 15. ruedesheim.de

Sonntag in Bingen – Öffentliche Führung zum „Binger Ärztebesteck“ – 2. Februar, 11 Uhr 15. bingen.de

Sonntag in Boppard – Nik Bärtsch – Klavierkonzert zur Eröffnung der Ausstellung „From Darkness into Silence“ – 2. Februar, 17 Uhr. museum-boppard.de

Montag in Bingerbrück – „Hildegard von Bingen historisch“ / Vortrag von Dr. Achim Geisthardt – 3. Februar, 19 Uhr. bingen.de

Dienstag in Bingen – Rocketman im Programmkino KiKuBi –  4. Februar, 17 Uhr 15 und 20 Uhr 15. bingen.de

Mittwoch in Bingen – Rocketman im Programmkino KiKuBi –  5. Februar, 20 Uhr 15. bingen.de

Donnerstag in Bingen – „The Guards“ / Spätschicht in der „Alten Wache“ – 6. Februar, 19 Uhr 30. bingen.de

Donnerstag in Lahnstein – „Tschik“ im Theater Lahnstein – 6. Februar, 20 Uhr. lahnstein.de

Freitag in St. Goar – „Sherlock Holmes und der Fluch der Ashtonburrys“ / Krimi-Dinner auf Burg Rheinfels- 7. Februar, 19 Uhr. st-goar.de

Freitag in Bingen – Rocketman im Programmkino KiKuBi –  7. Februar, 19 Uhr 30. bingen.de

Freitag in Lahnstein – „Tschik“ im Theater Lahnstein – 7. Februar, 20 Uhr. lahnstein.de

Foto der Woche

Das Beste zum Schluss

„Sonnenterrasse des Wispertals“ nennt sich der Lorcher Höhenort Espenschied. Das Dörfchen im grünen Nirgendwo zwischen Taunus und Rheingau gehört zu den entlegenste Vorposten des Oberen Mittelrheintals. Wein wächst dort nicht mehr, dafür aber Obstbäume auf Apfel-, Birnen- und Pflaumenbäumen auf Streuobstwiesen. Eine kleine Bürgerinitiative kümmert sich darum, dass es so bleibt. Wiesbadener Kurier

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Der Prinz und die Rheinfels: Ein bisschen was geht immer

Georg Friedrich Prinz von Preußen kommt mit einem blauen Auge aus seinem selbst angezettelten Rheinfels-Streit heraus. Der umstrittene Potsdamer Unternehmensberater beendet seinen wenig aussichtsreichen Prozess gegen die Stadt St. Goar und das Land Rheinland-Pfalz, bleibt aber nicht auf allen Kosten sitzen. Laut „RZ“ beteiligt sich die öffentliche Hand an Gerichtsgebühren und Anwaltshonoraren. Das ist der Preis dafür, dass der Prinz Ruhe gibt und die weitere Entwicklung der Burg nicht behindert. Zusätzlich soll in den nächsten 77 Jahren ein Teil des Rheinfels-Eintritts in eine Stiftung seiner Familie fließen, die sich um sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche kümmert. Dafür werden die Ticketpreise um 1 Euro bzw. 50 Cent (ermäßigt) angehoben. Die „Prinzessin Kira von Preußen-Stiftung“ werde das Geld ausschließlich für Projekte in St. Goar oder zugunsten von St. Goarer Kindern verwenden, heißt es. Es soll auch Benefizkonzerte geben. Stadtbürgermeister Falko Hönisch sorgte am Dienstagabend für die Zustimmung des Stadtrates. Die dortige CDU-Opposition beantragte vergeblich eine Vertagung, um den Vertrag noch einmal prüfen zu können.

Rheinfels gehört zu den Top-Adressen am Mittelrhein. Foto: Hotel Schloss Rheinfels.

Rheinfels gehört zu den Top-Adressen am Mittelrhein. Foto: Friedrich Gier.

Der Vergleich belohnt den so genannten „Chef des Hauses Hohenzollern“ dafür, dass er seit 2018 Druck auf Stadt und Land aufgebaut hat. Er muss zwar einen Teil der Gerichtskosten zahlen, sichert seiner Stiftung aber bis zum Ende dieses Jahrhunderts sichere Einnahmen, verbessert sein Image und bleibt V.I.P. mit besonderen Kontakten zur Verwaltung.

Georg Friedrich Prinz von Preußen hatte Anfang 2018 Ansprüche auf Burg Rheinfels und damit auch auf das Schlosshotel der Familie Ripp gestellt. Nach einer Abfuhr vor dem Landgericht Koblenz war er in Berufung gegangen. Die nächste juristische Runde hätte Anfang April beginnen sollen. Das Verfahren sorgte bundesweit für Aufsehen und löste u. a. den Verkauf des Schlosshotels aus. Rhein-Zeitung, Süddeutsche Zeitung

 

Groß denken: Wunsch und Wirklichkeit in St. Goarshausen

Die Verbandsgemeinde Loreley  steht für 100 Prozent Mittelrhein: Sie ist die einzige, die noch komplett im Welterbe-Gebiet liegt. Keine wäre besser geeignet, Taktgeber und Zentrum der Region zu sein. Es gibt auch schon Pläne: Auf der Loreley etwa soll eine Tourismus- und Marketing-GmbH entstehen, die wegweisend für das ganze Tal sein könnte. Auch die Idee einer Hotelanlage in einiger Entfernung vom Felsen ist noch nicht vom Tisch. Allerdings ist die Realität nicht halb so rosig wie die Powerpoint-Präsentationen mancher Regionalentwickler. Die Stadt St. Goarshausen fühlt sich von den VG-Touristikern vernachlässigt und geht eigene Wege, vielleicht mit der Schwesterstadt St. Goar zusammen. Zugleich probt die Feuerwehr in der Stadt den Aufstand. Sie arbeitet unter unzumutbaren Bedingungen und hat in einem offenen Brief aufgelistet, was schief läuft und was sie von ihrer Verbandsgemeinde erwartet. Am 15. März sind dort Bürgermeisterwahlen. Amtsinhaber Werner Groß will bestätigt werden und hat Mittelrheingold Fragen zur Zukunft seiner VG beantwortet.

Werner Groß will Bürgermeister der VG Loreley bleiben.

Werner Groß will Bürgermeister der VG Loreley bleiben.

2019 war das Jahr der Loreley. Ostern wurde auf dem Felsen der neu gestaltete Landschaftspark eingeweiht. Wie ist das neue Angebot angenommen worden?

Neben der offiziellen Eröffnung durch unsere Ministerpräsidentin Malu Dreyer verschaffte uns die Nachtveranstaltung „Rheinleuchten“ sehr viel Aufmerksamkeit und tausende Gäste. Schon in den Wochen vor der Eröffnung wurde das große Interesse bei den Bürgerinnen und Bürger überaus deutlich, weil immer mehr Menschen zu den Baustellenführungen kamen. Der Gipfel im positiven Sinne war ein Tag der offenen Tür mit extrem starker Beteiligung. Für die Gastronomie im Besucherzentrum war das gleichzeitig die erste Bewährungsprobe, die unser neuer Loreley-Wirt mit Bravour bestand. Insbesondere an den Wochenenden haben die Besucherzahlen das gehalten, was wir vor der Eröffnung nicht zu hoffen wagten.   

Was ist noch geplant und was wird es kosten?

Neben dem Umbau des ehemaligen Turner- und Jugendheimes zu einem weiteren Gastronomiebetrieb mit gehobener, aber nicht abgehobener Qualität und regionalen Produkten soll ab diesem Jahr mit der Herstellung des Mythosraums begonnen werden. Daneben machen 4 mythische Orte im Landschaftspark den Mythos Loreley erlebbar. Die Planungen sind soweit abgeschlossen und die Bewerbung um Fördermittel ist auf den Weg gebracht. Daneben soll die Ankunftssituation der Gäste verbessert werden. Dazu sollen insbesondere Busreisende und mobilitätseingeschränkte Menschen näher und komfortabel an den Eingang des neuen Kultur- und Landschaftsparks gebracht werden. Darüber hinaus werden mit weiteren Grundstücksankäufen die Voraussetzungen auf der Loreley geschaffen, um mit den Planungen für die Buga 2029 konkret beginnen zu können. Insgesamt sprechen wir dabei von einem Maßnahmenpaket mit einem Volumen von über 9 Millionen Euro, das nur mit finanzieller Unterstützung von Bund und Land realisierbar ist. 

In der „Rhein-Zeitung“ war von neuen Tourismus-Strukturen auf dem Felsen und in der VG die Rede. Bisher kümmert sich ein Verein um die Tourismus-Förderung. Was soll anders werden?

Damit die Investitionen auch professionell vermarktet werden, befindet sich eine Loreley Tourismus- und Betriebsgesellschaft in der Vorstufe zur Gründung. Aktuell wird am Gesellschaftsvertrag gearbeitet. Gesellschafter werden zunächst die Verbandsgemeinde Loreley sowie der Loreley-Touristik e.V., der heute schon mit hauptamtlichen Strukturen die Gäste auf der Loreley betreut und auch sonst die Aufgaben der Tourismusförderung in der VG wahrnimmt. Der Vorteil der Betriebsführung in der Rechtsform einer GmbH liegt ganz klar darin, dass die Flexibilität der Unternehmensorganisation durch die Ausgestaltung einer wirtschaftlichen und effizienten Aufgabenerledigung verbessert wird. Die Servicekette im Tourismus vom Marketing und der Buchung, über die Leistungen während dem Aufenthalt, bis hin zur Qualitätskontrolle nach der Reise, ist schon lange keine Aufgabe mehr, die allein in örtlichen Strukturen abgearbeitet werden kann. Mit der Loreley-Touristik e.V. gibt es in der VG Loreley bereits eine überörtliche Organisationseinheit, die als Gesellschafter in der GmbH künftig nochmals deutlich aufgewertet wird. Grundlage, um diesen Entwicklungsschritt zu gehen, ist eine Studie von Experten, die vor dem Hintergrund der Buga 2029 erstellt wurde.

In der Verbandsgemeinde Loreley existieren noch mehrere lokale Tourismus-Organisationen. Könnte man sie zu einer einzigen Organisation zusammenfassen, die vielleicht sogar das ganze Welterbe-Tal umfasst?

Das Tourismusgutachten schließt selbstverständlich die örtlichen Agenturen mit ein. Die GmbH, welche sich als Touristisches Service Center (TSC) sieht, bildet das Dach, unter dem sich die meist gemeindlichen Organisationen zu einer Destination versammeln. Und klar, diese Organisationsform muss an Gemeindegrenzen nicht halt machen. Der Gast will doch eine Region besuchen und diese sollten wir mit unserer einmaligen Kulisse im UNESCO Welterbe Oberes Mittelrheintal auch gemeinsam anbieten. Den besten Grund jetzt so zu agieren, liefert uns die Buga 2029. 

St. Goarshausen ist momentan das Sorgenkind der VG. Wie geht es jetzt ohne Bürgermeister Matthias Pflugradt weiter?

Hier muss ich ein wenig widersprechen, denn der Begriff gefällt mir nicht. Die Stadt Sankt Goarshausen ist absolut kein Sorgenkind der Verbandsgemeinde. Gerade als Familienvater weiß ich persönlich sehr gut, dass im echten Leben nicht immer alles nach Drehbuch läuft und es ganz normal ist, dass man auch mal herausfordernde Zeiten meistern muss. Die Verantwortlichen in der Stadt leisten in Vertretung des erkrankten Stadtbürgermeisters eine hervorragende Arbeit für die Stadt und die Menschen, die dort leben. Das erfüllt mich nicht mit Sorge sondern mit Stolz. Unabhängig davon wünsche ich natürlich, dass es Matthias Pflugradt bald wieder besser geht.

Die Erkrankung von Matthias Pflugradt und die Führungsprobleme in Bacharach deuten darauf hin, dass das System „ehrenamtlicher Bürgermeister“ an seine Grenzen stößt. Ab einer bestimmten Gemeindegröße ist der Job kaum noch zu stemmen. Wie würdest du das Problem lösen? 

Die Situation in Bacharach kann ich als Außenstehender nicht beurteilen. Auch bin ich kein Mediziner und kann daher nicht verbindlich die Ursachen von Erkrankungen per Ferndiagnose benennen. Ganz sicher kann ich aber feststellen, dass das Amt des ehrenamtlichen Bürgermeisters eine große Herausforderung darstellt. Unabhängig von der Größe der Gemeinde erfordert das Amt einen enormen zeitlichen und intellektuellen Einsatz. Sowohl an die jeweilige Person selbst, als auch an deren persönliches Umfeld. 

Leider ist es einfacher den herrschenden Zustand zu beschreiben, als das Problem zu lösen. Ich kann versichern, dass sich die von mir geleitete Verbandsgemeindeverwaltung als echten Dienstleister unserer 22 Gemeinden versteht und jederzeit ansprechbar ist, wenn dafür Bedarf besteht. Von Landesebene wünsche ich mir, dass die Attraktivität der kommunalpolitischen Ehrenämter dadurch gestärkt wird, dass endlich wieder mehr Gestaltungsmöglichkeiten für die Mandatsträger da sind. Damit meine ich ernsthafte Entscheidungskompetenzen auf der örtlichen Ebene und nicht zuletzt ausreichend Geld in der Gemeindekasse. Derzeit beobachte ich eine Politik, die es vorsieht, dass örtliche Aufgaben durch Landes-, Bundes-, oder EU-Projekte wahrgenommen werden. Wer an diesen hochdotierten Projekten teilnehmen will, muss die strengen und komplizierten Vorgaben der Fördermittelgeber einhalten. Die Politik wird also weitestgehend dort gemacht, wo das Projekt erfunden wurde. Ich glaube nicht, dass man im fernen Mainz, Berlin oder Brüssel besser weiß, welche konkreten Projekte man in Braubach, Kaub oder Lierschied für die dort lebenden Menschen umsetzen sollte. Kommunen sind für mich Weichensteller und keine Bittsteller. Wenn man nicht gestalten kann, dann fehlt die Motivation und das gibt manchmal sogar Frust. 

Im März sind Bürgermeisterwahlen in der VG Loreley, und du trittst wieder an. Was ist deine Vision für das Buga-Jahr 2029?

Ich will maßgeblich daran mitwirken, dass sich die Verbandsgemeinde Loreley im Wettbewerb der Regionen an vorderster Stelle positioniert, damit die Menschen von der Geburt bis ins hohe Alter bei uns leben, arbeiten und sich wohlfühlen können. Ohne Denkverbote müssen wir die Herausforderungen der sich verändernden Gesellschaft annehmen und intelligente Lösungen schaffen, um die Region zukunftsfähig zu positionieren. Nicht erst im Buga-Jahr, sondern so schnell wie möglich.

Im Einzelnen umfasst dieses Oberziel ganz viele Bausteine: Familienfreundlichkeit ist ein enorm wichtiger Standortfaktor. Bedarfsgerechte Betreuungsmöglichkeiten für Kinder und auch Senioren. Ich will, dass es möglich bleibt, dass man alle allgemeinbildenden Schulabschlüsse in der Verbandsgemeinde absolvieren kann. Der gesunde Mittelstand im Handel, Gewerbe und im Tourismus ist unverzichtbar. Dafür brauchen wir zwingend eine leistungsfähige Infrastruktur. Moderne digitale Netze und auch bestmögliche Verkehrswege. An allererster Stelle aber brauchen wir weiterhin die vielen Menschen in unseren einzelnen Ortsgemeinden, die sich weiterhin mit Herzblut für ihre Heimat einsetzen. Ohne die Überzeugungstäter, denen es wichtig ist, dass die Zukunftschancen für nachfolgende Generationen vorhanden sind, kann man nichts erreichen. Ich weiß aber aus meiner langjährigen Arbeit als Bürgermeister, dass es in jedem Ort der Verbandsgemeinde diese wertvollen Personen gibt. Ob in verantwortlicher Position oder eher still im Hintergrund. Es lohnt sich, dass wir uns gemeinsam für die Weiterentwicklung der Region einsetzen. Ich freue mich auf die Zukunft.

Geschichten der Woche

1. Der teuerste Parkplatz am Mittelrhein

Jürgen Rittweiler hat sich als Unternehmer, Arbeitgeber und Handwerksmeister  (Heizung und Sanitär in Rheindiebach) viel Respekt am Mittelrhein verschafft. Gegen einen prozessfreudigen Binger hat er trotzdem keine Chance. Der Mann verklagte Rittweiler, weil dessen Mitarbeiter kurz auf seinem Grundstück geparkt hatte. Es ging um eine Anlieferung in der Nachbarschaft. Vor dem Amtsgericht Bingen war der Immobilienbesitzer noch abgeblitzt – wenn es ihn wirklich so sehr gestört hätte,  wäre der Abschleppdienst die einfachste Lösung gewesen, argumentierte der Richter. Der Mann prozessierte weiter und bekam in der nächsten Instanz recht: Das Landgericht Mainz kassiert das Binger Urteil und lässt Rittweiler jetzt sämtliche Verfahrenskosten zahlen. Außerdem muss er sich per Unterlassungserklärung verpflichten, nie wieder eines seiner Firmenfahrzeuge auf dem Grundstück parken zu lassen. Rittweiler drohen sonst 250.000 Euro „Ordnungsgeld“ oder 6 Monate Haft. „Wir leben in einer verrückten Welt“, zitiert ihn die „AZ“. Allgemeine Zeitung, Mittelrheingold (1. Instanz, Mai 2019)

2. Bingen als Marketing-Baustelle

Seit fast 2 Jahren werkelt Georg Sahnen am Tourismuskonzept der Stadt Bingen. Der frühere „Handelsblatt“-Journalist und Lufthansa-Sprecher war 2018 kurzfristig angeheuert worden, nachdem sich ein schon ausgewählter Kandidat als Lebenslauf-Schwindler entpuppt hatte. Sahnen soll nicht nur den Tourismus voranbringen, sondern auch das städtische Event-Geschäft ankurbeln. In der „AZ“ schildert Redakteurin Christine Tscherner den Stand der Dinge, während ihr wie immer verwaltungsfreundlicher Kollege Erich Michael Lang kommentiert: „Wunder dürfen nicht erwartet werden.“ Allgemeine Zeitung

3. Tourismus-Krise in Rüdesheim

Apropos Tourismus: In Rüdesheim ist die Tourismus-Förderung komplett in privater Hand. Eine zentrale Rolle spielt die „Wirtschafts- und Tourismusförderung Rüdesheim und Assmannshausen“, kurz „WTF“ (kein Witz). Dort herrscht gerade dicke Luft. Ende des Jahres sind die beiden Vorsitzenden  Ralf Nägler und Birgit Berg Knall auf Fall zurückgetreten. Dem Vernehmen nach gab es „verschiedene Zukunftsvisionen und verschiedene Vorstellungen“ über den Verein. Im Mai soll die Nachfolge geregelt werden. Im vergangenen Jahr hatte Rüdesheim bereits den langjährigen Tourismuschef Rolf Wölfert verloren. Er arbeitet mittlerweile bei der Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz. Wiesbadener Kurier

Ein Blick auf die Buga

Boppard ist immer eine Reise wert, aber wer mit dem Zug kommt, sollte gut zu Fuß sein. Der zweitwichtigste Bahnhof im Welterbe-Tal (nach Bingen) mit immerhin 2000 Reisenden pro Tag ist immer noch ausgestattet wie eine Haltestelle in Kirgisien. Es fehlen Aufzüge und Bahnsteige auf modernem Zug-Niveau. Wer mit Rollstuhl oder Kinderwagen unterwegs ist, kann nur beten, dass ihm jemand hilft. Für die Bundesgartenschau 2029 ist das Szenario indiskutabel. Die Bopparder bemühen sich schon lange um eine Lösung, aber jetzt gibt es endlich die Bestätigung der Bahn: 2024 wird umgebaut. Der Staatskonzern saniert dann nicht nur der Hauptbahnhof, sondern auch den Bahnhof im Stadtteil Bad Salzig. Reisende werden aber auch in Zukunft beten müssen – und zwar dafür, dass die Aufzüge funktionieren. In Bingen und Bacharach gibt es immer wieder Lift-Probleme. Rhein-Zeitung (Boppard), rund-um-bacharach.de (Aufzug-Drama in Bacharach)

Video der Woche

Vor 25 Jahren ließ das bislang letzte große Mittelrhein-Hochwasser Straßen und Häuser absaufen. Der SWR-Fernsehen erinnert an die Januar-Flut. SWR

Zahl der Woche

Bis zu 20.000 Euro gibt es für kommunale und private Projekte, die das Mittelrheintal voranbringen. Das Geld stammt aus dem staatlichen Förderprogramm „Regionalbudget“ und wird von der Lokalen Aktionsgruppe Oberes Mittelrheintal  (LAG) mit Sitz in St. Goarshausen und Oberwesel verteilt. Allgemeine Zeitung

Termine

Freitag in Bingen – Burns Night in der Binger Bühne – 24. Januar, 19 Uhr. bingen.de

Freitag in Bingen – „Britt-Marie war hier“ im Programmkino KiKuBi – 24. Januar, 19 Uhr 30. bingen.de

Freitag in Boppard – „Parasite“ / Cinema in der Stadthalle – 24. Januar, 20 Uhr. boppard-tourismus.de

Samstag in Bornich – Rheinsteig-Glühweinwanderung – 25. Januar, 14 Uhr 30. 14 Uhr 30. loreley-touristik.de

Samstag in Boppard – „Die Region  kocht auf“ / Küchenparty im „Bellevue“ – 25. Januar, 18 Uhr 30. boppard-tourismus.de

Samstag in St. Goar-Biebernheim – Benefizkonzert zugunsten des Kinder- und Jugendhospiz – 25. Januar, 19 Uhr 30. st-goar.de

Samstag in St. Goar – Lalibella/ Konzert Inside Rebstock Garden – 25. Januar, 19 Uhr (Einlass). inside-garden.de

Sonntag auf der Festung Ehrenbreitstein – Kostproben aus dem „WeinReich Rheinland-Pfalz“ – 26. Januar, 13 – 16 Uhr 30. tor-zum-welterbe.de

Sonntag in Bingen – „Ailos Reise – Große Abenteuer beginnen mit kleinen Schritten“ im Programmkino KiKuBi – 26. Januar, 15 Uhr. bingen.de

Sonntag in Boppard – „Die Eiskönigin 2“ / Cinema in der Stadthalle – 26. Januar, 16 Uhr und 20 Uhr. boppard-tourismus.de

Sonntag in Bingen – Orgelkonzert aus Anlass des Gedenktages für die Opfer des Nationalsozialismus – 26. Januar, 19 Uhr. bingen.de

Montag in Boppard – „Das perfekte Geheimnis“ / Cinema in der Stadthalle – 27. Januar, 20 Uhr. boppard-tourismus.de

Dienstag in Boppard – „Lara“ / Cinema in der Stadthalle – 28. Januar, 20 Uhr. boppard-tourismus.de

Freitag in Dörscheid – „Pasta und Meer“ / Kochkurs im „Fetz“ – 31. Januar, 14 Uhr 30. loreley-touristik.de

Freitag in Oberwesel – Kino im Kulturhaus – 31. Januar, 19 Uhr (Einlass). oberwesel.de

Foto der Woche

Das Beste zum Schluss

Kopflose Ritter, blinde Schützen und die wahre Loreley: Alles das soll sich irgendwann auf einer App abspielen, die die Verbandsgemeinde Rhein-Nahe für die Besucher der Burgen Rheinstein, Reichenstein, Sooneck und Stahleck plant. Die digitalen Gruselgeschichten gehen auf historische Sagen aus dem Mittelrheintal zurück. Das Land Rheinland-Pfalz fördert das Projekt mit 135.000 Euro. Allgemeine Zeitung

 

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