Journalistisches Blog über das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal

Monat: Dezember 2020 Seite 2 von 5

Rüdesheim klärt auf und Bingen geht stiften

Die Bundesgartenschau wird über 100 Millionen Euro und unzählige neue Besucher ins Tal bringen. Trotzdem ist sie für viele Mittelrheiner noch eine Blackbox. Es gibt zwar gut aufbereitete Informationen über Voraussetzungen, Strukturen und Visionen. Auch der Kontakt zwischen Buga-Betreibern und Kommunen funktioniert. Aber in den einzelnen Orten wissen noch zu wenige Einheimische, was vor ihrer Haustür passiert, was man plant und was 2029 möglich wäre. Im schlimmsten Fall entscheiden nichtöffentliche Ausschüsse ohne Diskussion über Dinge, die alle angehen. Das beste Mittel gegen Hinterzimmer-Runden und Herrschaftswissen ist Transparenz. Wie das funktioniert, zeigt die Stadt Rüdesheim. Sie hat die ruedesheim-gestalten.de ins Netz gestellt, eine Plattform für Bürgerbeteiligung. Dort gibt es Informationen über aktuelle Projekte und die Möglichkeit, eigene Ideen einzubringen. Die Website beschränkt sich nicht auf die eigentliche Buga. Sie präsentiert Programme zur Stadtentwicklung und lichtet den Dschungel aus Konzepten, Richtlinien und Fördervorschriften, die bisher nur Insider überblicken. Wiesbadener Kurier, ruedesheim-gestalten.de

Blick auf Rüdesheim. Foto: Rüdesheim Tourismus / Karlheinz Walter

Bingen geht hoffentlich stiften

Über die Stiftungen im Welterbe-Tal könnte man gleich mehrere Bücher schreiben. Viele von ihnen reichen bis ins Mittelalter zurück. Der Bacharacher Hospitalfonds zum Beispiel stammt aus dem Jahr 1288 und wird heute noch von einer Verwaltungsgemeinschaft verwaltet, die es eigentlich gar nicht mehr gibt: Den „Viertälern“, einem historischen Verbund der ehemals kurpfälzischen Kommunen Bacharach, Steeg (inkl. Breitscheid), Oberdiebach und Manubach. Manche Stiftungen sind erst wenige Jahre oder Jahrzehnte alt. Unter ihnen ist die Krafft-Stiftung in Bingen. Sie geht auf einen Mitarbeiter des Binger Bauamts zurück, der allein lebte, keine Kinder hatte und der Stadt 1987 seine Eigentumswohnung vermachte: Albert Josef Krafft. Seinem Wunsch gemäß floss der Verkaufserlös in eine Stiftung ein, die jedes Jahr bedürftige Binger Senioren beschenkt. In guten Jahren gab es jeweils 150 Euro, aber wegen der niedrigen Zinsen wirft das Kapital immer weniger ab. Laut „AZ“ konnten dieses Jahr nur 50 Euro pro Person ausgezahlt werden. Die Stadt Bingen, die die Stiftung verwaltet, ist selbst zu klamm, um Geld zuzuschießen. Wer unterstützen und etwas für sein Karma tun möchte: Bingens Kämmerer Werner Pfeifer freut sich über einen Anruf oder eine Mail potenzieller Spender und Stifter (06721/184-235, werner.pfeifer@bingen.de). Allgemeine Zeitung

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Rheinstein knipst das Licht an

Mit ihrer märchenhaft beleuchteten „Weihnachtsburg“ hat es Familie Hecher sogar in die Londoner Presse geschafft. 2018 nahm der renommierte „Daily Telegraph“ Burg Rheinstein in eine Liste europäischer Top-Reiseziele auf. Die spektakuläre Advent-Aktion verlängert den Hechers seit einigen Jahren die Saison. Nur diesmal müsste es eigentlich zappenduster bleiben. Rheinstein ist zum zweiten Mal im Lockdown und bringt kein Geld; Umsatz kommt nur durch den Online-Shop herein. Trotzdem drehen die Besitzer auch jetzt wieder das Licht an. Bis zum 2. Weihnachtsfeiertag wird die Mutter aller Rheinromantik-Burgen weithin sichtbar illuminiert. Die Familie lässt sich das mehrere 100 Euro auf der Stromrechnung und eine Menge Arbeitsstunden kosten. Markus Hecher und sein Sohn Marco sind die Könige der Kundenbindung. Sie bringen sich auf Facebook, Instagram und YouTube auch dann in Erinnerung, wenn es eigentlich gar nichts zu verdienen gibt. Auf die Zwangspause im Frühjahr reagierten sie mit einer eigenen Video-Serie, auf den dunklen Dezember mit einem digitalen Adventskalender. Die Rheinstein-Besitzer setzen sich seit Jahren für ganzjährigen Mittelrhein-Tourismus ein. Allgemeine Zeitung, burg-rheinstein.de

Burg Rheindstein in farbiger Adventsbeleuchtung.

Rheinstein im Weihnachtsmodus. Foto: Fam. Hecher

Post aus Oberwesel

Apropos Macher und Corona-Krise: Die „Rhein-Zeitung“ hat sich unmittelbar vor dem Shutdown 2.0 bei Einzelhändlern im Rhein-Hunsrück-Kreis umgehört. Zu denen, die die Ladenschließung besser als andere wegstecken, gehört Franziskus Weinert vom Spiel- und Schreibwarengeschäft Hermann in Oberwesel. Er hat sich mit digitalem Versandhandel ein zweites Standbein geschaffen und schickt pro Tag bis zu 200 Pakete auf die Reise. Außerdem gibt es einen lokalen Liefer- und Abholservice. Rhein-Zeitung, hermann-oberwesel.de, Mittelrheingold (7 Fragen an Franziskus Weinert, August 2018)

Lahnstein wird Impf-Zentrale

Impfungen sind das letzte und hoffentlich ultimative Mittel gegen den Virus. Von den gerade errichteten 36 rheinland-pfälzischen Impfzentren steht eines im Welterbe-Tal: Lahnstein wird die zentrale Impfstelle für den Rhein-Lahn-Kreis. In einer früheren Lidl-Filiale sollen zunächst 400 Menschen pro Tag versorgt werden. Im nächsten Schritt wird die Kapazität verdoppelt, dann impft man in 2 Schichten. Aus Sorge vor Amok-Anschlägen durchgeknallter Impfgegner wurden rund um das Gebäude Beton-Poller installiert. Rhein-Zeitung

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Der Kultur-Millionär von Mittelrhein

Kuno Pieroth gilt als Krösus von Bingen. Der Mitgründer des Weinhandelskonzerns WIV (heute Pieroth Wein AG) hat gemeinsam mit seinem Bruder Elmar ein Familienvermögen aufgebaut, das das „Manager Magazin“ auf etwa 300 Millionen Euro taxiert. Für die Stadt ist Pieroth aber nicht nur als Steuerzahler ein Segen. Er investiert viel Geld und Herzblut in moderne Kunst, hat eine Kulturstiftung finanziert und ermöglicht alle 3 Jahre eine große Skulpturen-Ausstellung am Rheinufer. 2020 schaffte die Binger Triennale einen Rekord: Laut „AZ“ kamen zwischen Frühjahr und Herbst über eine Million Besucher. Damit wäre die Kunst-Schau eine der größten Attraktionen am Mittelrhein. Zum Vergleich: Die Festung Ehrenbreitstein, spätestens seit der Bundesgartenschau 2011 in Koblenz eine der touristischen Hotspots der Region, zählt pro Jahr rund 700.000 Menschen. Allgemeine Zeitung, skulpturen-bingen.de

"Auf der Sonnenseite": Biennale-Skulptur von Moritz Götze. Foto: David von Becker.

„Auf der Sonnenseite“: Biennale-Skulptur von Moritz Götze. Foto: David von Becker.

Die Loreley-Kliniken und die Liquidität

Vor dem Koblenzer Arbeitsgericht sind vergangene Woche weitere Kündigungsschutzprozesse rund um die Loreley-Kliniken verhandelt worden. Laut „RZ“ einigten sich der kirchlich-kommunale Klinikbetreiber in 10 von 11 Fällen auf eine Abfindung. Eine weitere Mitarbeiterin kämpft noch um die Anerkennung von Berufsjahren. Laut „RZ“ ließ der Krankenhausträger durchblicken, dass er nicht alle Abfindungen auf einen Schlag zahlen kann. „Das ist eine Frage der Liquidität“, zitiert die Zeitung Klinik-Anwalt Markus Schmülling. Einige Mitarbeiter sehen demnach erst im Frühjahr Geld. Mit der Schließung der Krankenhäuser in St. Goar und Oberwesel sind Ende September mehrere 100 Arbeitsplätze weggefallen. In der neuen Tagesklinik wird nur ein Bruchteil der Belegschaft gebraucht. In Koblenz sind Dutzende von Klagen anhängig. Rhein-Zeitung

Freifahrt nach Kaub

Für staatliche Verkehrsplaner existieren die 5 Rheinfähren im Oberen Mittelrheintal eigentlich gar nicht. Sie sind ohne Brücke zwar unentbehrlich, aber rein privat finanziert und nicht Teil des öffentlichen Nachverkehrs. Manchmal geht aber doch etwas. Zum Beispiel in Kaub, wo die Fähre von Henk Erlenbach jetzt zum Verkehrsverbund Rhein-Mosel (VRM) gehört. Das VRM-Ticket gilt allerdings nur für einzelne Fahrgäste, nicht für Autos. Boppard und St. Goar machen schon länger beim VRM mit. Rhein-Zeitung

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