Rheinfels-Hotelier Gerd Ripp lebt seit über einem Jahr mit der Drohung, seinen Familienbetrieb an das Haus Hohenzollern zu verlieren. Dessen „Chef“ Georg Friedrich Prinz von Preußen hat eine fast 100 Jahre alte Vertragsklausel ausfindig gemacht, wonach er der rechtmäßige Besitzer des Burg Rheinfels sein könnte. Der Prinz ist ein Ur-Urenkel des letzten Deutschen Kaisers, zu dessen Besitz die Rheinfels einmal gehörte. Nach der Revolution von 1918 und der Flucht Wilhelms II. nach Holland kam die riesige Burgruine an die Stadt St. Goar – allerdings mit der Bedingung, sie nie zu verkaufen. Rheinfels war für die Hohenzollern damals uninteressant, weil die Weimarer Republik ihr eigentliches Vermögen nicht antastete und ihnen ein Leben im Luxus ermöglichte. Allerdings ging ihr riesiger Landbesitz im Osten 1945 verloren, seitdem gelten die Preußens im Vergleich zu Familien wie Thurn und Taxis oder Waldburg-Zeil eher als Mittelklasse-Aristokraten. Georg Friedrich Prinz von Preußen argumentiert, dass die Übertragung der Rheinfels an die Stadt St. Goar unwirksam geworden sei, weil deren Erbpachtvertrag mit Ripp einem Verkauf gleichkäme. Am Donnerstag wird darüber endlich vor dem Landgericht Koblenz verhandelt; zwei vorherige Termine waren kurzfristig abgesagt worden. Ripp nimmt das Datum 23. Mai als gutes Omen – es ist sein Geburtstag. Tatsächlich gelten die Forderungen des Prinzen als fragwürdig, denn es steht noch nicht einmal fest, ob er überhaupt der Rechtsnachfolger des damaligen Vertragspartners ist. Sollte er sich trotzdem durchsetzen, müsste am Ende die Stadt St. Goar für alles aufkommen. Schwarzwälder Bote, schloss-rheinfels.de (Website des Schlosshotels)

Burg Rheinfels gehört der Stadt St. Goar. Foto: Romantischer Rhein Tourismus / Friedrich Gier

Burg Rheinfels über St. Goar. Foto: Romantischer Rhein Tourismus / Friedrich Gier.

Bingen for Future

Kurz vor der Europawahl wird in Bingen noch einmal demonstriert und informiert. Am Freitag startet die Friday-for-Future-Demo um 13 Uhr am Binger Speisemarkt, und am Tag darauf wollen Wissenschaftler in der Innenstadt über die Folgen des Klimawandels aufklären. Sie gehören zur Initiative „Scientists for Future“, die sich mit den Schülerprotesten solidarisieren. Am Mittelrhein wird „Friday for Future“ auch von den Förstern des Forstamtes Boppard unterstützt. Allgemeine Zeitung

Und es war Spätsommer

Gestern war hier von Komplikationen beim Bopparder Freibad-Bau die Rede. Das rheinland-pfälzische Umweltministerium erwartet von der Stadt einen aktualisierten Antrag auf Fördermittel, damit auf dem Freibadgelände ein Bach renaturiert werden kann. Boppards Bürgermeister Walter Bersch legt Wert auf die Feststellung, dass der Terminplan dadurch nicht gefährdet wird. Er will das Freibad im September kommenden Jahres eröffnen. Facebook-Nachricht von Walter Bersch

Mittelrheiner des Tages: Die Bopparder Köhler

An Pfingsten qualmt hoch über Boppard wieder der Kohlenmeiler. Die rund 30 Mitglieder des Köhlervereins Boppard verwandeln über die Feiertage Holz aus dem Bopparder Stadtwald zu Grillkohle. Natürlich nicht ohne zu feiern. Wer es nicht an den Ort des Geschehens schafft: Die  neue Holzkohle wird in den Tankstellen in Boppard und Buchholz und im Rewe-Markt von Hans-Otto May angeboten. Allerdings nur einige Tage, dann ist aller restlos ausverkauft. koehlerverein-boppard.de

Zahl des Tages

Apropos ausverkauft: 450 Ausflügler haben am Wochenende an der historischen Dampflokfahrt teilgenommen, die an das Besatzungs-Kuriosum „Freistaat Flaschenhals“ erinnerte. Das Interesse war riesig und die Tour innerhalb weniger Tage ausgebucht. Wiesbadener Kurier

Heute vor einem Jahr …

… ging’s bei Mittelrheingold um das Forstbachtal in St. Goarshausen, das 1971 durch eine Flutwelle verwüstet wurde. Mittelrheingold vom 21. Mai 2018

Termine des Tages

Bingen – „Don’t worry, weglaufen geht nicht“ im Programmkino Kikubi – 21. Mai, 20 Uhr 15. bingen.de

Boppard – „After Passion“ / Cinema in der Stadthalle – 21. Mai, 20 Uhr. boppard.de

Foto des Tages

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